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Das Lächeln vor dem Rennen: Der Ironman Cozumel forderte Matthias Knossalla alles ab.

Triathlon

Karibik-Feeling für Matthias Knossalla

Der Limburger Profi-Triathlet Knossalla schaffte in Mexiko noch den Sprung in die „Top 10“. Die Einstellung auf besondere Bedingungen fiel ihm gewiss nicht leicht.

Es war für Matthias Knossalla ein versöhnliches Saisonfinale. Bei hawaii-ähnlichen Temperaturen kam der Limburger Profi-Triathlet beim Ironman Cozumel in Mexiko als Neunter ins Ziel. Nach längerer Verletzungspause, die ihn Mitte August zum Ausstieg bei der Langdistanz an der Ostsee zwang, ist dies eine starke Leistung.

In Führung liegend bei einer Triathlon-Langdistanz – ein Traum, den der Limburger Top-Radfahrer schon lange hegte. Am 5. August dieses Jahres war dieser Moment gekommen: Als Knossalla den bis dato in Führung liegenden Athleten beim Laufen fast schon spielerisch überholen konnte, geschah aber das Fatale. Ein falscher Schritt, und ein Muskel in der Wade riss. An einen Sieg oder gar an ein Finish war nicht mehr zu denken. Zunächst war die Enttäuschung natürlich groß.

„Nach Wochen der Laufpause erhielt ich vor circa drei Wochen das ,Go’ von meinem Arzt, einen letzten Wettkampf der Saison zu bestreiten. Da ich nicht laufen konnte, habe einiges auf dem Rad, unter anderem auch ein Radrennen beim Münsterland Giro, und ein alternatives Schwimmtraining ausprobiert, um die Form nicht nur zu halten, sondern auch noch ein wenig zu verbessern“, sagte er.

Die letzten beiden richtigen Trainingswochen vor dem Ironman Cozumel verbrachte Knossalla mit seinen Teamkollegen der „Trivolution – Action – Crew“ in der Toskana, um vor allem die Lauf-Performance auf ein für ihn zufriedenstellendes Level zu bringen.

Einige Tage vor dem Rennen angereist, um sich an der mexikanischen Ostküste, die zur westlichen Karibik zählt, zu akklimatisieren, konnte der Ausnahmeathlet bereits vor dem eigentlichen Rennen eine vorausschauende Bilanz ziehen. „Für einen Europäer im beginnenden deutschen Winter ein Hitzerennen bei Temperaturen über 30 Grad und Luftfeuchtigkeit über 90 Prozent erfolgreich zu gestalten, bedingt von Beginn an eine konsequentere Renntaktik.“

Tropisch-warmes Meer

Das Schwimmen über 3,8 Kilometer im tropisch-warmen Meer absolvierten die Triathleten ohne Neoprenanzug. Mit einem einkalkulierten Rückstand nahm der Hesse die Aufholjagd in Angriff. Ziemlich früh bestätigte sich das, was Knossalla im Vorfeld des Rennens vorherzusehen schien: Die Radstrecke wird aufgrund der klimatischen Bedingungen einigen Athleten frühzeitig den Zahn ziehen.

Die 180 Kilometer brachten aufgrund der klimatischen Bedingungen eine deutliche Selektion. Eine Selektion, die auf den circa 300 Höhenmetern der Radstrecke vermutlich sonst nicht stattgefunden hätte. So konnte sich Knossalla als einer der letzten nach dem Schwimmen des hochkarätig besetzten Profi-Feldes beim Radfahren immerhin auf Platz 13. vorfahren.

Sein Hightech-Rad – ausgestattet mit Leistungsmesser – zeigte dabei zu fast keiner Phase des Rennens die geplanten Leistungswerte an. „Schnell musste ich erkennen, dass ich nicht – wie geplant konservativ gestaltete 295 Watt – fahren konnte, sondern stellenweise unter meinem Grundlagenausdauertempo reduzieren musste.“ Nach 4:36 Stunden stoppte die Radzeit für den Limburger.

Beim abschießenden Marathon schob sich Knossalla auf den neunten Platz vor – mit einer Zeit von knapp unter 9 Stunden. „Auf der letzten der drei Laufrunden ging mir mindestens 483 Mal der Gedanke ans Aufhören durch den Kopf – die Hitze hat jedem Athleten wirklich zugesetzt. Jetzt bin ich sehr zufrieden und glücklich. Und ich freue mich auf neue Ziele und auf die Saison 2019.“ Hoffentlich eine ohne Muskelriss.

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