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Hat an der Platte alle(s) im Griff: Lev Katsman, der mit dem Team des TTC OE Bad Homburg in der 2. Bundesliga noch unbesiegt ist.

Tischtennis, TTC OE Bad Homburg

Lev Katsman träumt von der 1. Liga und einer olympischen Medaille

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Der junge Lev Katsman vom Zweitligisten TTC OE Bad Homburg hat noch Großes vor - Am Samstag gegen FSV Mainz 05Etwa ein Drittel der Saison ist vorbei. Und mit Lev Katsman gibt es nur noch einen Spieler in der 2. Liga, der ungeschlagen ist. Seine Erfolgsbilanz will der junge Russe im Team der Ober-Erlenbacher am Samstag gegen den Titelverteidiger ausbauen.

Sie haben es nicht einfach, die Kontrahenten von Lev Katsman. Einen Satzgewinn gesteht der Tischtennis-Profi des Zweitligisten TTC OE Bad Homburg ihnen in der Regel schon zu, und Medardas Stankevicius vom TV Leiselheim erreichte sogar den entscheidenden fünften Durchgang. Am Ende war es aber doch immer der 18-jährige Katsman, der punktete. Damit ist der Russe der einzige Akteur dieser Spielklasse mit einer makellosen Bilanz.

"Ich bereite mich auf meine Spiele immer gut vor. So richtig starke Gegner hatte ich bisher aber auch noch nicht", ordnet Katsman, der im Sommer vom Drittligisten TTC Ruhrstadt Herne nach Bad Homburg kam, seine bisherige 6:0-Bilanz im hinteren Paarkreuz ein. Keine Frage, am Samstag (18 Uhr) im zweiten Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 peilt er den nächsten Erfolg an und will somit dazu beitragen, dass auch die Teamweste unbefleckt bleibt. Mit 10:0 Punkten führen die Ober-Erlenbacher das Klassement an, der Gast aus Rheinhessen befindet sich als Dritter (8:4) in Lauerstellung.

Mit herausragenden Leistungen im Juniorenbereich hatte Katsman das Interesse der Bad Homburger geweckt. Mit zwei Turniersiegen in Bahrain und Frankreich sowie zwei dritten Plätzen in Italien und Belgien avancierte Katsman inzwischen zur Nummer eins in der U18-Weltrangliste. Zudem gewann er 2018 im Doppel bei der Jugend-WM Silber, und Gold gab es zweimal im Doppel und einmal mit dem Team bei Europameisterschaften. Der Schritt vom mittelmäßigen Drittligisten Herne zum Zweitliga-Titelfavoriten Bad Homburg war folgerichtig. "Ich hatte zwei gute Saisons in Herne, aber ich wollte mich nun verbessern, Fortschritte machen", begründet der Linkshänder seinen Wechsel.

2016 hatte sich Lev Katsman, der im ostrussischen Khabarovsk nahe der chinesischen Grenze aufwuchs, zu einem Wechsel nach Deutschland entschieden. Seither pendelt er zwischen den Trainingszentren in Russland und Deutschland. "Wegen internationaler Turniere und Spiele für Bad Homburg reise ich oft. Meine beiden Zuhause sind Moskau und Ochsenhausen, wo ich häufig trainiere", sagt Katsman. In der oberschwäbischen Kleinstadt ist der Deutsche Meister und Pokalsieger beheimatet. Im Leistungszentrum des Clubs werden auch internationale Talente gefördert - wie eben Lev Katsman.

Ochsenhausener Schule

Dass dieser Ausbildungsweg zu großem Erfolg führen kann, zeigen die Beispiele Hugo Calderano (23 Jahre), Simon Gauzy (25) und Jakub Dyjas (24). Das brasilianisch-französisch-polnische Trio ging aus dem Ausbildungszentrum hervor und hat großen Anteil an den Erfolgen des Clubs in der vorigen Saison. In der Weltrangliste sind sie auf den Positionen 6 (Calderano), 22 (Gauzy) und 71 (Dyjas) zu finden.

Davon ist Lev Katsman freilich noch weit entfernt als Nummer 274. Doch sein Augenmerk ist auf die Weltspitze gerichtet. "Es ist eines meiner Ziele, unter die Top 10 der Welt zu kommen. Und bei Olympischen Spielen mit dabei zu sein - und möglichst eine Medaille zu erreichen", sagt der hochgewachsene Spieler. Die 2. Bundesliga kann daher für ihn nur eine Durchgangsstation sein auf dem Weg nach ganz oben. Schon 2020/21 soll eine weitere Stufe genommen werden.

"Sicherlich ist es mein Ziel, in der nächsten Spielzeit in der Bundesliga zu spielen", betont er. Ob im Team des TTC OE Bad Homburg oder vielleicht sogar schon bei den TTF Ochsenhausen? Derzeit ist alles noch offen.

Zunächst gilt es für Lev Katsman, den Zweitliga-Alltag weiter erfolgreich zu absolvieren. Spielt der Überraschungsmeister 2018/19 aus Mainz, der auf den Aufstieg verzichtete, in Bestbesetzung, dann trifft der junge Russe auf Maciej Kubik und - falls der TTC nicht ganz so sehr dominiert - noch auf Simon Soderlund. Ihre Bilanzen sind mit 7:3 respektive 1:8 gut oder schwach. Es spricht also einiges dafür, dass Katsman die Null bewahrt.

Titelverteidiger kommt mit Simon Berglund und Marcel Müller

Erstmals seit dem erfolgreichen Saisonauftakt gegen den TV Hilpoltstein (6:0) präsentiert sich der TTC OE Bad Homburg wieder dem heimischen Publikum. Viel hat sich in den knapp zwei Monaten getan, holte das Team um Nummer eins Harmeet Desai doch in der Fremde 8:0 Punkte. Am Samstag (18 Uhr) ist nun der Titelverteidiger und derzeitige Tabellendritte FSV Mainz 05 zu Gast.

"Ein Rhein-Main-Derby hat, ähnlich wie im Fußball, immer einen besonderen Charakter. Mainz hat, wie wir auch, sein Team runderneuert", geht TTC-Manager Mirko Kupfer wie in den Jahren zuvor von "fairen und auch spannenden Spiele" aus. Neue Nummer eins ist der schwedische Nationalspieler Simon Berglund (21), nachdem der US-Amerikaner Kanak Jha (19), bester Zweitliga-Spieler der Vorsaison, zum TTC Zugbrücke Grenzau wechselte. Als Trainer der Rheinhessen fungiert mit dem Neu-Anspacher Marcel Müller seit dieser Saison ein bekanntes Gesicht. Der Kreistischtenniswart und A-Schein-Inhaber hatte 2015 ein Intermezzo beim TTC OE.

Ob Sieg, Niederlage oder Unentschieden: Nach dem Spitzenspiel gibt es eine Autogrammstunde, kündigte der Verein an.

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