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Profiboxer Kavin Gebhard in Aktion.

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Kavin Gebhard kann Europameister werden

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Kavin Gebhard soll am Samstag um den EM-Titel im Leicht-Schwergewicht boxen. Viel Zeit für die Vorbereitung blieb ihm allerdings nicht.

„Das wäre das i-Tüpfelchen auf meine Karriere“ freut sich der 37-jährige Boxer Kavin Gebhard aus Bad Homburg, der am Samstagabend ab 19 Uhr in der Rattenfänger-Halle in Hameln Europameister im Leicht-Schwergewicht (Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm) werden möchte. Um den vakanten Titel des renommierten Verbands World Boxing Organisation (WBO) duelliert sich Gebhard, der einst als Amateur für den ABC Oberursel startete, mit dem zwei Jahre jüngeren Kroaten Emil Markic. Der ehemalige Weltmeister ist die Nummer 33 in der Weltrangliste und hat von seinen 30 Profi-Kämpfe 28 gewonnen – davon allein 23 durch K.o.

Weltmeister im Leicht-Schwergewicht waren unter anderem der Amerikaner Archie Moore und der Deutsche Darius Michalczewski, der den Titel 23 Mal verteidigt hat.

„Klar ist mein Gegner Favorit, aber ich will meine Chance nutzen, denn mit dem Europameistertitel würden sich ganz neue Perspektiven eröffnen“, fiebert Gebhard dem Kampf gegen einen Kontrahenten entgegen, der ihn mit seinen 1,82 Metern Größe nur um zwei Zentimeter überragt. Zeit zur Vorbereitung blieb allerdings wenig, denn erst in der vergangenen Woche erhielt er das Angebot zu diesem Kampf. Anreisen wird der gebürtige Bad Homburger zur 4. Box-Gala von Hameln bereits morgen zur Pressekonferenz, und am Freitag steht das offizielle Wiegen auf dem Programm. „Ein paar Pfund müssen noch runter“, sagt Gebhard. Durch Saunagängen und Tragen eines Schwitz-Anzugs möchte er auf das vorgeschriebene Gewicht kommen. Seinen Gegner hat er auf You-Tube-Videos eingehend studiert. Einen prächtigen Gürtel nennt der Personaltrainer bereits sein Eigen: den für den Gewinn des Weltmeister-Titels des wenig bekannten Verbands GBC (Global Boxing Council) für den Sieg am 28. Mai 2016 im Saalbau Nied gegen den Ghanaer Ernest Amuzu.

„Ich hätte den Kavin auch diesmal gerne unterstützt“, bedauert ABC Oberursels Trainer-Legende Olaf Rausch, der seinen früheren Schützling beim WM-Kampf sekundiert hatte, dass er zurzeit eine Reha-Maßnahme absolviert. Rausch verlässt vermutlich gegen Ende der Woche wieder die Klinik und plant nun seine nächsten Trainingseinheiten für Nachwuchsboxer in der Grundschule Mitte. Bis dahin wird er von seinem Bruder Ulf vertreten, dem Vorsitzenden des ABC.

Zurück zu Gebhard. Der frühere Hobby-Fußballer hatte als zweimaliger südwestdeutsche Juniorenmeister, zweifacher Hessenmeister sowie Bundesliga-Kämpfer beim CSC Frankfurt schon frühzeitig eine Profikarriere im Visier. Höhepunkt in seiner Zeit beim CSC war für den damals 19-Jährigen am Vierten Advent des Jahres 2000 vor 1200 Zuschauern in der ausverkauften Wintersporthalle ein sensationeller Punktsieg gegen den deutschen Vizemeister Harald Geißler, der entscheidend war für den 14:13-Erfolg der Frankfurt gegen Spitzenreiter BC Magdeburg. 2003 folgte der Wechsel in den bezahlten Boxsport, um seinen Idolen Oscar de la Hoya und Roy Jones junior nachzueifern. Inzwischen stehen 19 Profikämpfe in Gebhards Statistik, darunter acht Siege durch K.o. und lediglich eine Niederlage im Jahr 2007. In diesem Jahr hat er allerdings nur für einen Kampf im Ring gestanden: am 14. Oktober besiegte er Rodolfo Thamer in München durch technischen K.o.

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