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Björn Enderich (hinten), Kapitän der SG Kirberg/Ohren/Nauheim, behindert hier erfolgreich seinen Hadamarer Gegenspieler Mohamed Zouaoui; in dieser Szene auf Kosten einer Ecke.

Fußball-Gruppenliga Wiesbaden

Kazerooni katapultiert den RSV Würges aufs Trockene

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Der RSV Weyer kämpft sich weiter nach oben: Nach dem 2:1-Sieg in Niedernhausen verbessert sich die Elf von Frank Wissenbach wieder auf Rang vier der Fußball-Gruppenliga Wiesbaden.

Im Derby holte sich „David“ SG Kirberg/Ohren/Nauheim ein beachtliches 1:1 gegen „Goliath“ SV RW Hadamar 2. Aber was hilft’s, der Abstieg ist wohl besiegelt. Die Jungs von Heiko Weidenfeller bleiben Achter. Der SV Elz mühte sich auch bei der vom Papier her übermächtigen SG Oberliederbach, führte mit 1:0 und kassierte dann noch drei Gegentreffer. Nur rein rechnnerisch ist der Klassenerhalt noch möglich. Aber was macht denn der RSV Würges da: Auch beim FC Bierstadt jubelten die „Roten“. Der 1:0-Erfolg katapultierte die Würgeser auf Rang elf in sichere Regionen.

SG Kirberg/Ohren/Nauheim – SV RW Hadamar 2 1:1 (1:1). Die Hadamarer erwischten den besseren Start und verzeichneten zwei gute Möglichkeiten durch Simon Neugebauer, der beide Male auf der rechten Seite angespielt wurde, nach innen ging, aber knapp am zweiten Pfosten vorbeizog. Nach zehn Minuten aus einer ähnlichen Situation markierte er das 0:1 mit einer Direktabnahme ins lange Eck. Danach kam Kirberg/Ohren/Nauheim zunehmend besser in die Begegnung, als Björn Enderich (22.) vom herauseilenden Gästekeeper Manuel Durek gefoult worden war, verwandelte er selbst den fälligen Strafstoß zum Ausgleich. In der 31. Minute hatte O. Ladipo aus dem Gewühl heraus die Möglichkeit zur erneuten Rot-Weiß-Führung, der Ball ging jedoch am SG-Gehäuse vorbei. Kurz vor dem Halbzeitpfiff lag dann das mögliche 2:1 in der Luft. Nachdem die Hadamarer Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone gebracht hatte, scheiterte Björn Enderich an der Latte. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein intensiver und schneller Schlagabtausch. KirbergOhren/Nauheim kam über die Außenpositionen noch zweimal gefährlich vor das SVH-Tor, ohne die Bemühungen mit einem Torerfolg abschließen zu können. Hadamar hatte eine sehr gute Chance kurz vor Schluss, als Yannick Großmann sein ganzes Können aufbieten musste, um einen abgefälschten Ball noch zur Ecke klären zu können.

Kirberg/Ohren/Nauheim: Y. Großmann, Kraft, Schulz, Pfeiffer, Paulus, Enderich, Pollak, Mantel, Fries Lukas Scheu, Yücel (Hergenhahn, Gapp) – Hadamar: Durek, Ladipo, Steinebach, Kuczok, Makana, Winter, Zouaoui, Burggraf, Pandov, S. Neugebauer, Kern (Bouillon, Schreiner, Lo Guasto, Kretschmer, Kilic) – SR: Kirschner (TSG Mainz-Kastel) – Tore: 0:1 Simon Neugebauer (10.), 1:1 Björn Enderich (22./FE).

FC Bierstadt – RSV Würges 0:1 (0:1). Ohne Gegnereinwirkung verletzte sich Abwehrspieler Harmouch in der 7. Minute und musste gegen Schmick ausgewechselt werden. Es dauerte bis zur 15. Minuten, bis die Würgeser sich auf die Spielart des FC eingestellt hatten. In der 22. Minute die erste Großchance für Bierstadt, aber die Hereingabe von Cuomo fand keinen Abnehmer. Dann (27.) erneut der FC gefährlich vor dem Tor von Rock, der Kopfball von Hernandez ging über die Latte. In der 30. Minute brannte es erneut im Würgeser Strafraum, als der Ball gleich dreimal auf das Tor von Rock geschossen wurde, aber von diesem zur Ecke abgewehrt wurde. Auf der Gegenseite die erste gefährliche Aktion des RSV: Kazerooni machte sich alleine auf den Weg, aber sein Pass wurde per Handspiel von Maus unterbunden. In der 35. Minute spielte M. Meuth den Ball in die Spitze, Kazerooni gewann das Laufduell, tanzte den Torhüter aus und schob überlegt zum 0:1 ein. Kurz darauf setzte Erwe den Kopfball über die Latte. Nach 50 Minuten setzte sich Maus gegen gleich drei Würgeser durch, verzog aber. Von da an war es ein Spiel mit offenem Visier. Kazerooni (58.) scheiterte per Fallrückzieher knapp, Erwe brachte den Ball nicht am guten Keeper Besier vorbei. Nukovic kam für Erwe (74.). 79. Minute: Perfekte Flanke von Tobias Glasner, Nukovic tauchte unter dem Ball durch, und Kazerooni schoss aus der Drehung direkt auf den FC-Keeper. Becker kam für Kazerooni. Richtig gefährlich wurde es für den RSV noch einmal bei einem Freistoß von Hernandez, der aus 25 Metern das linke Toreck traf. In der 88. Minute hielt nochmals Rock per Fußabwehr den RSV-Kasten sauber.

Würges: Rock, Hecht, Helling, Kazerooni, Fries, Glasner, Erwe, M. Meuth, Pedraza, Böhmer, Harmouch – Tor: 0:1 Kazerooni (35.).

SG Oberliederbach – SV Elz 3:1 (0:1). Lange Zeit bot die Partie zwischen der Drittplatzierten SG und dem SVE wenig Höhepunkte. Die erste Gelegenheit hatte Benjamin Lüpke, als er einen Freistoß über das Gehäuse zirkelte. Im Gegenzug prüfte Aaron Wilson Kim Schmitt (9.). Danach spielte Elz geordnet und diszipliniert in der Verteidigung, und Oberliederbach fand keine gescheiten Ideen, den Defensivverbund zu überwinden. Kurz vor der Pause sollte aber doch noch ein Treffer fallen: Der SVE spielte einen Konter ordentlich zu Ende, und Adrien Born nickte praktisch mit dem Pausenpfiff zur 0:1-Führung sehenswert ein (45.). Kurz nach Wiederanpfiff wurde Elz kalt erwischt: Einen weiten Abschlag verteidigen die Schwarz-Gelben nicht entschieden genug, und Aaron Wilson glich zum 1:1 aus (48.). Fahad Amin prüfte SG-Keeper Lechner, und im direkten Gegenzug markierte der eingewechselte Pascal Fischer das 2:1 (71.). Das Visier war danach aber endgültig geöffnet, und die Partie bekam ordentlich Tempo auf den Rasen. Torsten Lechner vereitelte noch eine Großchance von Mustafa Günes (74.), während der Pfosten den SVE vor einem weiteren Treffer bewahrte (76.). Die Schlussphase mussten beide Teams mit nur jeweils zehn Mann beschreiten. Nach Hinweis des Assistenten schickte Referee Patrick Rodrigues Aaron Wilson und Fahad Amin nach gegenseitigem Austausch von „Nettigkeiten“ mit der Roten Karte vorzeitig zum Duschen (80.). Pascal Fischer musste dann das 3:1 nur ins leere Gehäuse schieben. Der SVE war in der letzten Minute komplett zur Ecke aufrückt und das eigene Tor war verwaist (90.).

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Elz: Schmitt, M. Born, Reichwein, Häckel, A. Born, Frackowiak (69. Dragusha), Neis (61. Amin), Schlag, Lüpke, Dietrich, Günes (70. Peters) – Tore: 0:1 Adrien Born (45.), 1:1 Aaron Wilson (48.), 2:1 Pascal Fischer (71.), 3:1 Pascal Fischer (90.) – Rot: Aaron Wilson – Fahad Amin (80., beide Unsportlichkeit) – SR: Rodrigues.

RSV Weyer – SV Niedernhausen 2:1 (1:1). Die Zuschauer bekamen in Hälfte eins fußballerische Magerkost vorgesetzt. Wenn es mal gefährlich wurde, dann im Strafraum der Einheimischen. So war die Niedernhausener Führung durch einen „zweiten Ball“ nicht ganz unverdient (11.). Der Weyerer Ausgleich durch Luca Seibel nach rund einer halben Stunde fiel im Grunde aus dem Nichts, diente aber als eine Art Weckruf. Die Unkonzentriertheiten und Abspielfehler ließen nach, und Weyer gewann optisches Übergewicht. Da aber weiterhin an der Strafraumgrenze Schluss war, ging es mit einem verdienten Remis in die Kabinen. Auch Hälfte zwei blieb relativ ereignisarm. Wurde mit langen Bällen agiert, ertönte regelmäßig der Abseitspfiff; versuchte man es mit Kurzpassspiel, war ein gegnerisches Bein dazwischen. So bedurfte es des „Phänomens“ Michael Schmitz, der den ersten Ball, der nach dem Seitenwechsel in einen der beiden Strafräume gelangte, unnachahmlich per Kopf im Kasten des SVN versenkte. Kuriosum aus der Nachspielzeit: Nachdem sich Niedernhausen beim Nachsitzen mit allen elf Mann im Weyerer Strafraum befunden hatte, wurde der nach missglücktem Eckball entstehende Konter durch einen aufs Feld gelaufenen Auswechselspieler verhindert. Glück für den Gast, dass unmittelbar darauf der Abpfiff erfolgte, ansonsten hätte der Schiedsrichter vermutlich regelkonform mit Rot reagiert. So blieb es bei einer Verwarnung.

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Weyer: Naumann, Orani, Roth (86. Kolodziejczyk), Sawall, Haberkorn, Din, L. Seibel, Wecker, Schmitz, Wind, D. Seibel (80. Petri) – Tore: 0:1 Philipp Hemerat (11.), 1:1 Luca Seibel (31.), 2:1 Michael Schmitz (64.) – SR: Hecklinger (Gladenbach) – Zuschauer: 70.

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