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Auch sie hat ein Stipendium in den USA und kann nur in der Hessenliga spielen: Jil Engelmann.

Tennis 65 Eschborn

Tennis-Damen sind ungeschlagener Meister - und stiegen doch nicht auf

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Ohne Wehmut schauen die Damen von Tennis 65 Eschborn auf ihre Hessenliga-Saison 2018 zurück. Diese schlossen sie als ungeschlagener Meister ab und stiegen am Ende doch nicht in die Regionalliga auf.

„Das macht keinen Sinn“, ist Jil Engelmann auch ein halbes Jahr später noch felsenfest überzeugt, „wir hätten die Hälfte unserer Mannschaft austauschen müssen, und das hätte bei unserem tollen Teamspirit einfach nicht gepasst“. Schließlich gewannen die Damen aus dem Main-Taunus-Kreis nicht mit haushoch überlegenen Spitzenkräften die Meisterschaft, sondern agierten als eingespieltes und verschworenes Kollektiv. „Gerade bei einer Damen-Mannschaft ist das nicht selbstverständlich und etwas Besonderes“, stellt Engelmann klar.

Die Mannschaftsführerin des Hessenmeisters beginnt im neuen Jahr ab Januar ein Masterstudium in den USA und steht für die Regionalliga-Saison 2019 ebenso wenig zur Verfügung wie Silvia Ambrosio und Monika Stanikova. Auch diese beiden Eschborner Top-Spielerinnen haben Tennis-Stipendien in Amerika und könnten die komplett im Mai steigende Spielzeit in der höheren Klasse nicht wahrnehmen.

„Der Aufstieg war ehrlich gesagt kein Thema“, denkt die 25-jährige Spielführerin an die abgelaufene Saison zurück. Selbst nach den Siegen gegen Eintracht Frankfurt, Viernheim, Seeheim, Hanau, Lorsch und SaFo Frankfurt II gab es andere Sichtweisen auf die Situation. „Vor dem entscheidenden Wochenende gegen Bad Homburg und Wiesbaden haben wir mehr an unseren Teamspirit und an unseren Trainer gedacht“, erklärt Engelmann. Archibald Pflug war für die Mannschaft um Engelmann, Alexandra Grinchishina, Ambrosio, Stanikova, Fabienne Gettwart, Christina Zentai, Gina Feistel und Simone Amstutz „immer mit voller Leidenschaft dabei“. „Sein großer Traum war die Meisterschaft, und uns war es wichtig, ihn glücklich zu machen und diesen Wunsch zu erfüllen“, stellt die Kapitänin klar.

Dass der Tabellenzweite Bad Homburg im vorletzten entscheidenden Duell gleich mit 8:1 geschlagen wird, erfüllt Engelmann noch heute mit Stolz. Durch das abschließende 6:3 gegen den Dritten in Wiesbaden wahrte Eschborn seine weiße Weste und darf hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. „Ein Aufstieg hätte unsere Mannschaft gesprengt. Wir haben schließlich auch privat viel gemeinsam unternommen, waren auch auf und neben den Plätzen füreinander da und sind wirklich zusammengewachsen“, verrät Engelmann.

Titelverteidigung utopisch

Weil Fabienne Gettwart ihr USA-Studium beendet hat, aber Engelmann, Ambrosio und Stanikova noch dort beschäftigt sind, wird der Regionalliga-Aufstieg auch in diesem Sommer kein Thema sein. Das macht den Eschborner Spielerinnen aber gar nichts aus – im Gegenteil: „Jetzt von der Titelverteidigung zu sprechen, wäre utopisch. Dafür ist die Hessenliga im nächsten Jahr viel zu stark“, weiß Engelmann und sagt: „Wir freuen uns schon auf kommenden Sommer, wenn wir in ähnlicher Aufstellung wieder in der Hessenliga antreten. Das muss so sein, sonst hätten wir den Aufstieg ja doch wahrnehmen können. Vielleicht kommt dann irgendwann die Zeit, in der alle Studentinnen ihre Abschlüsse gemacht haben und wir doch gemeinsam als Team in der Regionalliga spielen können.“

(awo)

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