Sie sind wieder ins Training eingestiegen und hoffen noch auf Spiele in dieser Saison: Hanna Özer (links) und Lena Thoß (rechts).
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Sie sind wieder ins Training eingestiegen und hoffen noch auf Spiele in dieser Saison: Hanna Özer (links) und Lena Thoß (rechts).

Handball TSG Eddersheim

Keine Punktspiele mehr in der 3. Liga

  • Volker Hofbur
    VonVolker Hofbur
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Die Eddersheimerinnen verzichten auf eine Aufstiegsrunde, wollen aber spielen

Eddersheim -Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat eine Modusänderung für die Dritten Ligen beschlossen, da der Punktspielbetrieb nicht mehr weiter laufen wird. Drei Damenteams aus der Dritten Liga können aufsteigen. Wenn mehr als diese drei Vereine bis zum 15. April die nötigen Meldeunterlagen für die Lizenzierung für die Zweite Liga eingereicht haben, könnte es wohl ab Anfang Mai eine Aufstiegsrunde geben. Fest steht aber auf jeden Fall, dass es keine Absteiger aus der Dritten Liga in die Landesverbände geben wird.

Der Eddersheimer Trainer Tobias Fischer glaubt an eine Aufstiegsrunde: "Drei bis vier Mannschaften haben fest gemeldet, genauso viele denken darüber nach. Der Deutsche Handball-Bund hat die Saison nicht abgebrochen. So sollen neben den Aufstiegsspielen noch die Regio-Cups gespielt werden, bei denen Mannschaften aus einer Region in Turnierform gegeneinander antreten können. Uns geht es darum, dass wir Training anbieten, um für spätere Spiele bereit zu sein." Als weiteres freiwilliges Wettkampfangebot möchte der Deutsche Handball-Bund eine Spielrunde schaffen, deren Spielsystem abhängig von den Meldezahlen und möglichst nach regionalen Gesichtspunkten festgelegt wird.

Fischer lehnt die Aufstiegsrunde ab

Zur Aufstiegsrunde hat Fischer eine klare Meinung: "Mir widerstrebt es aufs Tiefste, nach drei Punktspielen ein Aufstiegsrecht wahrzunehmen. Es ist legitim, aber in meinen Augen absurd. Das könnte ich nicht vertreten. Und es ist auch sportlich nicht zu begründen. So könnte sich ja sogar der Tabellenletzte der Liga melden. Das finde ich nicht gut." In der vergangenen Saison hatten die Drittligisten mehr als die Hälfte der Spiele absolviert, damals wäre ein Aufstiegsanspruch angebracht gewesen. "Jetzt ist das für mich kein Thema", sagt Fischer, "ich rede dabei nur über das Sportliche, zum Wirtschaftlichen kann ich mich nicht äußern. Ich will das nicht abwerten, aber es ist nicht mein Weg und für mich nicht zielführend". Fischer würde es schon lustig und interessant finden, sich mit anderen Aufstiegskandidaten zu messen.

Hoffen auf Regio-Cup und Testspiele

So hofft der Eddersheimer Trainer, dass seine Mannschaft noch einmal bei diesen Regio-Cups antreten kann. Freundschaftsspiele sollen möglich werden. "Wir wollen in dieser Saison noch einmal spielen", bekräftigt Fischer.

Seit zwei Wochen ist die Mannschaft wieder im Training. "Da sind 15 Spielerinnen, die motiviert ins Training und früher kommen, um sich testen zu lassen", freut sich Fischer, "für mich ist das ein wichtiges Signal. Wir trainieren sehr viel mit dem Deuser-Band und machen Gymnastik. Meine Spielerinnen sind alle relativ fit und sehr motiviert. Ich brauche noch zwei Wochen für die Stabilisation, Mobilisierung und Prophylaxe". Seit März wollen die Eddersheimerinnen mit dem Balltraining beginnen. Tobias Fischer ist angetan, wie seine Spielerinnen in den ersten zwei Wochen dieses Training angehen: "Man merkt allen an, wie gerne sie da sind. Wir wissen alle, dass es für uns ein Privileg ist, trainieren zu dürfen. Die Spielerinnen halten sich an alle Regeln, kommen mit Maske in die Halle und verlassen sie gleich nach dem Training. Das ist hervorragend, sowohl vom Management, das alles organisiert hat, und auch von der Mannschaft. Das macht wirklich Spaß." Im März sollen zwei bis drei weitere Spielerinnen dazukommen, so dass die Mannschaft dann komplett trainieren wird.

Torhüterinnen Priester und Kirchner bleiben

Die ersten personellen Entscheidungen für die kommende Spielzeit haben die Verantwortlichen der TSG Eddersheim bereits offiziell verkündet. Die Torhüterinnen Mona Priester und Melissa Kirchner haben beim Drittligisten um eine weitere Saison verlängert. Dagegen wird Kapitänin Lisa Brennigke den Drittligisten als Spielerin verlassen.

Die 28-jährige Mona Priester spielt seit der B-Jugend bei der TSG Eddersheim und ist ein echtes Eddersheimer Urgestein. "Nach zwei schweren Verletzungen hat sich Mona Priester in den letzten Jahren kontinuierlich entwickelt und zeigt sowohl im Training wie auch in den Spielen ihr Können", lobt sie Tobias Fischer.

Mona Priester sagt zu ihrer Vertragsverlängerung: "Gerade in der aktuellen Zeit ist es für mich eine Herzensangelegenheit, bei der TSG Eddersheim zu verlängern. Ich freue mich darauf, bald wieder im Eddersheimer Trikot mit dem Team aufzulaufen und um Punkte kämpfen zu können."

Auch die 19-jährige Melissa Kirchner ist eine echte Eddersheimerin, spielte bis zur C-Jugend bei der TSG und kam als A-Jugendliche wieder zurück, um bei den Drittliga-Damen zu spielen. Somit spielt sie trotz ihres jungen Alters bereits seit drei Jahren in der Dritten Liga und hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Auch für Melissa Kirchner ist das Spielen bei der TSG Eddersheim eine Herzenssache: "Ich habe bei der TSG verlängert, da ich denke, dass in unserem jungen Team noch viel Entwicklungspotenzial steckt. Gerade in dieser Pandemie-Situation ist es für mich eine Herzensangelegenheit, mit diesem jungen Team noch enger zusammenzurücken."

Auch Heiko Pingel als Team-manager der TSG Eddersheim freut sich über die beiden an Bord bleibenden Torhüterinnen: "Ich freue mich, dass mit Mona Priester und Melissa Kirchner ein sehr gutes und sich perfekt ergänzendes Torhüter-Duo verlängert hat." Ähnlich äußert sich Trainer Tobias Fischer: "Wir sind sehr froh, dass wir weiterhin mit Mona Priester und Melissa Kirchner planen können. Beide sind super trainingsfleißig und haben eine tolle Entwicklung genommen. Und sie haben beide den Anspruch, sich auch noch weiter zu entwickeln." Volker Hofbur

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