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Kerber: "Ausverkauftes Haus und gewonnen - besser geht's nicht"

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Von: Thorsten Remsperger

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Angelique Kerber freut sich mit den Bad Homburger Tennisfans.
Angelique Kerber freut sich mit den Bad Homburger Tennisfans. © Heiko Rhode

Angelique Kerber gewinnt im Schnelldurchgang. Auch Sabine Lisicki begeistert die Fans

Bad Homburg -Dass Angelique Kerber auch mit ihrer zweiten Gegnerin bei den Bad Homburg Open einen recht kurzen Prozess machte, kam den Zuschauern des WTA-Turniers nicht ungelegen. Als sich am Nachmittag der Centre Court beinahe bis auf den letzten der 3500 Plätze füllte, waren die allermeisten wegen des Auftritts der besten deutschen Tennisspielerin gekommen.

Normalerweise möchte man seinen Liebling dann auch so lange wie möglich auf dem Rasen sehen, doch war auf dem Thermometer die 30-Grad-Marke bereits geknackt. Schattenplätze gibt es auf den Stahlrohrtribünen um diese Zeit nicht, und eine leichte Brise wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein. Die 34-jährige Kerber, Titelverteidigerin und Turnierbotschafterin, drückte aufs Tempo und benötigte für ihren Sieg noch acht Minuten weniger - 1:08 Stunden - als in der ersten Runde gegen die Russin Anastassija Gasanova (23). Die ebenfalls noch unerfahrene Italienerin Lucia Bronzetti (23) wurde mit 6:2, 6:3 aus dem Turnier befördert.

Dabei hatte die Weltranglisten-72. aus der Provinz Rimini nicht schlecht gespielt, die ehemalige Weltranglisten-Erste Kerber bei den Big Points aber ihre ganze Klasse in die Waagschale geworfen. "Ausverkauftes Haus und gewonnen - besser geht's nicht", richtete sich Kerber beim ersten Interview auf dem Rasen dankend an die Zuseher, "genau für diese Momente spiele und trainiere ich immer noch". Vielleicht steht sie auf dem Platz schon bald einer alten Weggefährtin gegenüber: Sabine Lisicki.

Schon am frühen Nachmittag war es auf dem Centre Court richtig laut geworden. Die frühere Wimbledon-Finalistin Lisicki hatte nach ihrem Comeback nach langer Verletzungspause ein Ausrufezeichen gesetzt. Sie bezwang unter dem lauten Jubel der Fans die Belgierin Greet Minnen (24) mit 6:3, 2:6, 6:2. "Das Match war richtig gut heute. Es fühlt sich immer mehr an wie die alte Sabine. Ich freue mich darüber sehr, noch weiterspielen zu können", sagte die 32-Jährige, die nach 18 Monaten ohne Tennis auf Position 804 abgerutscht ist. Auf dem Platz hatte sie sich auch durch einen Insektenstich im zweiten Satz ("Der tut immer noch weh") nicht aus der Fassung bringen lassen, zeigte sich aber nach dem Sieg im Interview ergriffen. Tränen flossen vor Freude. Im Viertelfinale trifft sie an diesem Donnerstag auf die Französin Caroline Garcia. Wenn auch Kerber gegen Alizé Cornet, ebenfalls aus Frankreich, gewinnt, käme es am Freitag zum Duell der beiden deutschen "Altmeisterinnen".

Ausgeschieden ist Tatjana Maria. Die 34-jährige Deutsche, als zweimalige Mutter auf der Tour eine Ausnahmeerscheinung, unterlag Cornet mit 6:7, 4:6.

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