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Zsuzsanna Bender (HTG)

Volleyball, Regionalliga

Klar geführt, doch verloren: HTG steht sich im letzten Heimspiel selbst im Weg

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Die Regionalliga-Volleyballerinnen der HTG unterliegen der VSG Saarlouis und schenken dabei einen sicher geglaubten Heimsieg sowie Rang fünf her.

Revanche geglückt. So hätte das Resümee der HTG-Volleyballerinnen im letzten Heimspiel der Regionalliga-Saison gegen die VSG Saarlouis heißen können, ja eigentlich heißen müssen. Denn etwas mehr als eine Stunde lang sah es nach einem souveränen Erfolg der Kurstädterinnen im Duell der Tabellennachbarn aus, das Saarlouis im Hinspiel noch mit 3:1 für sich entschieden hatte. Doch nach zwei Stunden Spielzeit mussten die Spielerinnen von Trainer Jens Völkel eine empfindliche 2:3-Niederlage hinnehmen (25:23, 25:19, 18:25, 21:25, 8:15) und fuhren damit lediglich einen Punkt ein.

„Das Spiel hat gezeigt, dass beim Volleyball jeder Satz wieder bei null losgeht“, sagte Co-Trainer Christian Seibert, dem der spürbar angefressene Völkel nach dem Spiel das Wort zunächst gerne überließ. „Und es hat gezeigt, dass es bis zum Ende geht“, ergänzte Völkel dann. Das Bad Homburger Trainer-Duo warf seinem Team vor, in der Mitte jedes Satzes aus unbekannten Gründen das Spielen eingestellt zu haben. In den ersten beiden Sätzen ging das, trotz einiger kleinerer Unkonzentriertheiten, noch gut. Auch wegen der kontrollierten Annahme von Libera Juliane Weissbecker, des guten Zuspiels von Lisa Kreusel und der wuchtigen Schmetterbälle der erfahrenen Marta Dabrowska. Und weil man es schaffte, Stefanie Höwer, die Völkel als Dreh- und Angelpunkt der Saarländerinnen ausgemacht hatte, komplett aus dem Spiel zu nehmen. Das Resultat: verunsicherte Gäste, denen viele Fehler unterliefen. Der selbstbewussten HTG gelang zwar längst nicht alles, sie blieb aber in den entscheidenden Momenten cool.

Der Wendepunkt

Im dritten Durchgang strebten die Hausherrinnen zielstrebig den 3:0-Sieg an. Sie führten 12:5 – dann sei es eine Kopfsache gewesen, schüttelte Seibert genau diesen. Saarlouis glich plötzlich zum 13:13 aus, ging beim 19:18 erstmals in Führung und gab diese nicht mehr her. Da halfen auch eine Auszeit von Völkel und mehrere Aus- und Einwechselungen nicht. Die Kurstädterinnen waren nach diesem Satzverlauf vollkommen von der Rolle. Selbst vermeintliche Wendepunkte, wie der leidenschaftliche Einsatz von Juliane Weissbecker, die zweimal stark gegen Höwer rettete und Esther Peckelsens Punktgewinn zum 8:11-Anschluss ermöglichte, zündeten nicht.

„Das Momentum war dann klar auf Saarlouiser Seite“, sagte Seibert – und das Spiel gekippt. Der Tiebreak war ein Spiegelbild des vierten: Die Gäste verteidigten mit dem 15:8 ihren fünften Platz, der zwar in der Endabrechnung keine große Rolle spielt, aber eben wichtig fürs Selbstbewusstsein ist. Im rheinhessischen Stadecken-Elsheim steht für die HTG nun das letzte Spiel dieser Runde an. Eine weitere wird in der vierthöchsten Liga folgen. Die kämpferische Devise fürs Saisonfinale lautet: „Beim Tabellenzweiten wollen wir gewinnen.“ Seibert sagte es und fügte nach kurzem Blickwechsel mit Völkel und der erschöpften Marta Dabrowska an: „Jetzt erst recht!“

HTG: Franziska Edmaier, Ann-Katrin Liebe, Jelena Voegele, Lisa Kreusel, Louisa Kunz, Zsuzsanna Bender, Kristin Bernius, Marta Dabrowska, Anja Beyrich, Juliane Weissbecker, Esther Peckelsen.

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