Die große Mehrheit der Hochtaunus-Vereine ist für einen Abbruch der Fußball-Saison 2020/21.
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Die große Mehrheit der Hochtaunus-Vereine ist für einen Abbruch der Fußball-Saison 2020/21.

Fußball, Hochtaunus

Klares Votum für einen Saisonabbruch

  • vonGerhard Strohmann
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30 von 31 Vereinen aus dem Hochtaunus stimmen bei einer Videokonferenz für das sofortige Ende der Saison. Es könnte jedoch Ausnahmen geben.

Hochtaunus -Die Infektionszahlen gehen weiter in die Höhe, da macht es keinen Sinn, eine Fortsetzung der Fußball-Saison zu planen. Dieser Meinung ist der überwiegende Teil der hessischen Vereine, und dieser Meinung schlossen sich auch die Vertreter der Clubs aus dem Hochtaunus am Mittwochabend an. Beim "Kreisdialog" des Kreisfußballausschusses Hochtaunus stimmten 30 der 31 teilnehmenden Vereine im Rahmen einer Videokonferenz für das sofortige Ende der Saison. Da die Vorrunde vor der Corona-bedingten Unterbrechung im Oktober noch nicht beendet ist, würde die Saison annulliert werden.

Lediglich die SG Mönstadt/Grävenwiesbach, mit ihrer 1. Mannschaft in der Kreisliga B vertreten, votierte für eine Fortsetzung der Saison. Die DJK Bad Homburg und der 1. FC-TSG Königstein fehlten bei der Abstimmung.

In keiner der Abfragen in den 32 Fußballkreisen des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) hat sich bis dato eine Mehrheit für die Fortführung der Runde gebildet. Eine Änderung des Modus oder eine - wie im Hockey praktizierten - Übernahme der bisherigen Ergebnisse in die nächste Saison standen nicht zur Disposition.

Die Resultate der Abstimmungen bilden eine Diskussionsgrundlage für die Sitzung des Verbandsvorstands, der am Samstag von 9.30 Uhr an im virtuellen Raum tagt. "Ab 13 Uhr wird mit einem offiziellen Ergebnis zu rechnen sein", sagte Kreisfußballwart Andreas Bernhardt (Oberursel). Er erwartet, dass sich das oberste Organ des HFV dem Willen der Basis nicht verschließt.

Dem Votum der Vereine war eine Präsentation vorausgegangen, in der Bernhardt die Möglichkeiten einer Saisonfortsetzung aufgezeigt hatte. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung des Spielbetriebs ab dem 18. April und einer mindestens vierwöchigen Vorbereitungsphase (dies entspricht dem Wunsch der meisten Funktionäre) wäre die Abwicklung der Halbserie bis zum letztmöglichen Termin am 23. Juni denkbar gewesen. Allerdings unter Einbeziehung von Feiertagen und ohne jeglichen Puffer bei weiteren Spielausfällen als Folge der Corona-Pandemie.

"Wir sollten diese Saison abhaken und die Saison 2021/22 lieber in aller Ruhe planen, sobald Fußball wieder möglich ist. Schließlich wollen unsere Spieler nach den Lockdowns völlig zu Recht auch wieder einmal Urlaub machen", sprach TSG Wehrheims Abteilungsleiter Daniel Heise vielen der 51 Konferenzteilnehmern aus dem Herzen. "Wir brauchen für den Frauenfußball ebenfalls klare Bestimmungen, da wir mit unseren Mannschaften auch in Nachbarkreisen um Punkte spielen", sagte Simone Petermann vom 1. FFV Oberursel. Sie rechnet damit, dass in das Konzept des HFV die Frauen und Jugendlichen einbezogen werden.

So entschieden die Jugendleiter

Die Jugendleiter aus dem Hochtaunus hatten am Montag mit 26 Ja-Stimmen, fünfmal "Nein" sowie zehn Enthaltungen bereits für einen Abbruch der Saison 2020/21 gestimmt, wie Kreisjugendwart Dieter Rothenbücher (Steinbach) berichtete.

"Es wird eine klare und einheitliche Regelung für ganz Hessen geben", versicherte Professor Dr. Silke Sinning, die als Vertreterin des HFV-Präsidiums in ihrer Funktion als Vorsitzende des Verbandsausschusses für Frauen- und Mädchenfußball an der Video-Konferenz teilnahm. Das sei vor dem Hintergrund von Auf- und Abstiegsbestimmungen sowie der Wechselmodalitäten auch gar nicht anders denkbar.

Im zweiten Teil der 70-minütigen Versammlung wurde über die Zukunft gesprochen. "Wenn wir ab Mai wieder spielen dürften, würden wir uns rechtzeitig Gedanken machen, ob wir bis zur Sommerpause noch einen sportlichen Wettbewerb anbieten könnten, damit die Pause bis zum Rundenstart 2021/22 nicht zu lang wird", sagte Bernhardt.

Ein Saisonabbruch würde übrigens nicht die Pokalrunde betreffen. Wenn möglich, sollen auch im Hochtaunuskreis die 14 ausstehenden Spiele zur Austragung kommen. Im Achtelfinale des Kreispokals ist vor Beginn des Lockdowns bis dato lediglich die Partie SV Seulberg - SG Ober-Erlenbach (endete am 15. Oktober 0:2) ausgespielt worden.

Es stehen noch aus: 1. FC-TSG Königstein - SF Friedrichsdorf, SG Blau-Weiß Schneidhain - FC Neu-Anspach, SG Eschbach/Wernborn - FSV Friedrichsdorf, FC Mammolshain - SG Oberhöchstadt, Usinger TSG - DJK Bad Homburg, Teutonia Köppern - SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg und SGK Bad Homburg - Vatanspor Bad Homburg. Bis zur Ermittlung des Kreispokalsiegers, der am Hessenpokal teilnimmt, gäbe es noch sieben weitere Spiele.

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