+
Er will mit seiner SG Selters 2 die Meisterschaft in der Kreisliga B2 feiern: Christian Roos, mit 16 Treffern Führender der Torschützenliste der Gruppe 2.

Fußball-Kreisligen B1 und B2

Klassengröße sorgt für Unmut

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, die Spielklassen von der Hessenliga abwärts bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Kreisligen B.

VON PATRICK JAHN

Die vor zwei Jahren entstandene Idee, zwei B-Ligen – gestaffelt nach Nord und Süd – einzuführen, mag dem einen oder anderen Verantwortlichen zugesagt haben. Doch die Probleme waren hausgemacht, denn mittlerweile ist aus dem „Norden“ die Gruppe 1 geworden und aus dem „Süden“ die Gruppe 2. Nicht nur die Tatsache, dass sich die geografische Lage entzerrt hat, gibt zu denken. Es sind zudem die Spieler, die unzufrieden sind. Während in Gruppe 1 immerhin 14 Teams beheimatet sind, kicken in der Gruppe 2 nur 13 Vereine. Ergo: Während in anderen Spielklassen 34 Spieltage zu absolvieren sind, stehen in der Kreisliga B2 nur 24 auf dem Programm. Kommen dann noch kampflose Absagen dazu, ist es natürlich noch unbefriedigender.

Kaum zu bremsen

In Gruppe 1 hatte sich ziemlich früh in dieser Saison abgezeichnet, wer diese Spielklasse dominieren würde. Die SG Weilmünster/Laubuseschbach startete mit fünf klaren Siegen in die Runde, kassierte beim 2:1 gegen den TuS Löhnberg erst am 6. Spieltag ihr erstes Gegentor. Der Lauf der Spielgemeinschaft ging sogar noch drei weitere Partien weiter. Erst am 10. Spieltag kassierte der unangefochtene Spitzenreiter seine erste Pleite: Bei der SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim setzte es ein 1:2. Bis zum letzten Spieltag in 2018 präsentierte sich der Ligaprimus davon aber gut erholt und gewann all seine Partien bis zur Winterpause. Die Folge: 14 Siege bei einer Niederlage und 51:7 Toren. Kaum einer dürfte davon ausgehen, dass sich die SG Weilmünster/Laubuseschbach diesen Vorsprung noch nehmen lässt.

Erster Verfolger ist der FC Waldbrunn 3. Die dritte Garnitur des Verbandsligisten hatte sich selbst eigentlich gar nicht so weit oben eingeschätzt, sie rangiert aber keineswegs zu Unrecht auf Rang zwei. Angesichts der Überlegenheit des Spitzenreiters, der schon um acht Zähler enteilt ist, wird sich allem Anschein nach ein Vierkampf um den begehrten zweiten Platz entwickeln, der für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt. Der FC Waldbrunn 3 jedenfalls, der am 8. Spieltag den bis dahin noch unbesiegten Zweiten SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim in die Knie gezwungen hatte, merkte spätestens nach diesem Erfolgserlebnis, dass er zu den Topteams gehört.

Weitere Kandidaten für den zweiten Platz sind der drei Zähler dahinter liegende TuS Drommershausen. Mit weiteren drei Punkten Abstand folgen der TuS Löhnberg und die SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim. Ob diese drei Teams allerdings in der Lage sein werden, konstant genug zu sein, steht auf einem anderen Blatt. Der TuS Drommershausen wirkt am ehesten in der Lage, als könnte er den FC Waldbrunn 3 noch abfangen.

Für die Teams zwischen Platz sechs und elf wird es normalerweise um nicht mehr allzu viel zu gehen. Der SV Rot-Weiß Hadamar 3 (6.), der SV Wilsenroth (7.), die SG Oberlahn 2 (8.), die SG Niedershausen/Obershausen 2 (9.), die FSG Runkel (10.) und der SV Arfurt (11.) dürften mit ihrer Position zufrieden sein. Lediglich Aufsteiger Runkel und Arfurt sollten zusehen, sich möglichst zügig endgültig von den drei Abstiegskandidaten zu entfernen.

Im Tabellenkeller wird es für Schlusslicht SG Ahlbach/Oberweyer 2 extrem schwierig, die Liga noch zu halten. Zwar beträgt der Rückstand auf den Vorletzten SV Wolfenhausen nur drei Punkte, insgesamt scheinen die Leistungen aber nicht auszureichen, um noch über den „Strich“ zu klettern.

Vielmehr könnte sich ein Zweikampf um den Relegationsplatz entwickeln. Mindestens genauso gefährdet wie Wolfenhausen ist die SG Weinbachtal 2, die nur zwei Punkte mehr aufzuweisen hat. Über eine Tatsache darf sich die SG Ahlbach/Oberweyer 2 aber doch freuen: In der Fairplay-Tabelle steht sie auf dem ersten Rang, was für einen Tabellenletzten beachtlich ist.

Alemannias Stotterstart

In Gruppe 2 war die Zahl der Favoriten vor der Saison nicht wirklich groß. Klar, die SG Selters 2 und der FCA Niederbrechen 2, die sich schon in der vorigen Saison einen harten Kampf geliefert hatten, waren aussichtsreiche Kandidaten. Aber auch der SC Dombach, der sich viel vorgenommen hatte, wurde gute Chancen eingeräumt. Aus den drei vermeintlichen Favoriten waren allerdings nur zwei Teams in der Lage, die Erwartungen zu erfüllen. Bereits am 1. Spieltag kassierte Niederbrechen 2 eine 2:3-Heimpleite gegen Selters 2. Die Alemannen kamen fortan so gar nicht in die Gänge und rangieren zur Winterpause auf dem sechsten Platz. Der Aufstiegszug ist damit schon außer Reichweite.

Anders sieht die Lage bei Selters 2 und Dombach aus. Die „Wassermänner“ waren mit vier Punkten aus drei Spielen eher durchschnittlich in die Saison gestartet, sie legten dann aber eine furiose Serie hin. Neun Siege hintereinander katapultierten die Selterser Zweitvertretung auf den Thron. Und weil der SC Dombach zuweilen unkonstant agierte, reicht es für die SGS 2 aktuell sogar zu sechs Punkten Vorsprung.

Besonders ärgerlich für die Dombacher: Beide direkten Duelle gegen den Kontrahenten gewann der SCD (2:1, 3:0). Für die Selterser Reservisten waren dies übrigens die einzigen Niederlagen. Dombach ließ bei Teams aus dem Tabellenkeller schlichtweg zu viele Punkte liegen. Beim Osmanischen SV Limburg setzte es ein 0:1, bei der TSG Oberbrechen 2 reichte es nur zu einem 2:2. Natürlich sind sechs Punkte für den SCD noch aufzuholen, angesichts von nur noch zehn Spielen dürfte das aber ziemlich knifflig werden.

Ein Wörtchen um Platz zwei mitreden könnten auch noch die SG Kirberg/Ohren/Nauheim 2 und der SV Elz 2, die nur drei beziehungsweise fünf Zähler hinter dem SC Dombach rangieren. Dass zwischen dem sechsten und elften Tabellenplatz nur magere drei Punkte liegen, zeigt, wie ausgeglichen die Gruppe 2 der B-Liga ist.

Sollte in diesem Bereich keine Mannschaft einen extremen Einbruch erleiden, könnte es für den Letzten und Vorletzten eng werden. Die SG Villmar/Aumenau 2, das Schlusslicht mit vier Zählern, hat schon sechs Punkte Rückstand auf die TSG Oberbrechen 2 und ist kaum noch zu retten.

Über zwei weitere erste Plätze in der B2 darf sich im Übrigen die SG Selters 2 freuen: Zum einen führen die „Wassermänner“ die Fairplay-Wertung an, zum anderen ist Christian Roos mit 16 Treffern bester Torschütze.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare