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Trainer Klemens Naß beim Spiel der TSG Oberursel in Ober-Eschbach.

Handball, Hochtaunus

Klemens Naß tritt als Trainer der TSG Oberursel zurück

Rund zehn Jahre war er zuletzt bei der HSG Seckbach/Eintracht in Frankfurt tätig. Das Engagement im Taunus dauerte für Übungsleiter Naß dagegen nur wenige Monate.

Erst Anfang der Saison hatte Klemens Naß das Traineramt bei den Herren der TSG Oberursel übernommen, nun trat er bereits wieder zurück. Sein Entschluss sei nach der 26:29-Heimniederlage gegen die TSG Eddersheim gefallen. „Ich wollte unserem treuen Publikum nicht noch ein drittes, unsägliches Heimspiel unter meiner Regie bieten“, erklärte Naß am Freitag auf Nachfrage der Taunus Zeitung.

Von der Leistung seiner Mannschaft gegen Eddersheim und auch zum Saisonauftakt gegen Hochheim/Wicker (26:31) sei er enttäuscht gewesen. „Der Sieg in Ober-Eschbach resultierte weniger aus unserer Stärke, denn aus der Schwäche Ober-Eschbachs“, sagte Naß. In der Bezirksoberliga belegt die TSGO nach drei Partien Rang neun.

Sein Abschied habe aber nicht nur sportliche Gründe, wie der 60-jährige Nass betont, der beruflich als Lehrer tätig ist. „Ich werde keine Namen nennen, aber es gab aus den Reihen der Spieler Respektlosigkeiten mir gegenüber“, führte Naß aus, „speziell während und nach dem Eddersheim-Spiel. Früher hätte ich diesbezüglich Maßnahmen ergriffen, jetzt habe ich mich dazu entschlossen, zu gehen.“ Außerdem habe es „verschiedene kleinere Störfeuer“ gegeben, zu denen er sich aber nicht weiter äußern wollte.

Sowohl Co- und Torwart-Trainer Jürgen Mittag, mit dem er seit seiner Zeit bei der TSG Ober-Eschbach befreundet ist, als auch der Abteilungsvorstand hätten ihn innigst darum gebeten, sein Engagement fortzusetzen, wie Naß berichtete. „Ich habe zwei Nächte drüber geschlafen und kam zu dem Entschluss, die Sache zu beenden.“

Alles in allem habe ihm das Traineramt in Oberursel einfach keinen Spaß mehr bereitet. „Es ist auf diesem Niveau ein Hobby“, sagte der Bergen-Enkheimer, „und wenn ein Hobby zur Pflicht verkommt, sollte man es aufgeben.“

Das frühzeitige Ende seines Engagements kommt auch deshalb überraschend, weil Klemens Naß sich als besonders ausdauernder Trainer in der Handballszene einen Namen gemacht hat. Die HSG Seckbach/Eintracht und zuvor den TV Bergen-Enkheim trainierte der frühere Rückraumspieler jeweils rund zehn Jahre.

Am Freitag war seitens des Vereins noch keine Stellungnahme möglich. Abteilungsleiterin Birgit Michelson, die in der vergangenen Woche im Urlaub war, versicherte indes, man werde sich zeitnah in einer offiziellen Presseerklärung äußern.

ROBIN KUNZE UND THORSTEN REMSPERGER

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