„Klewi-Power“ beim TV Bommersheim

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Viel fehlt nicht mehr, dass sich die Volleyballabteilung des TV Bommersheim in „TV Klewinghaus“ umbenennt. Mit Daniel, Sandra, Adriana, Nicolas und Bianca spielen gleich fünf Geschwister mit diesem Namen für den Turnverein.

Venus und Serena Williams, Robert und Christoph Harting, Wladimir und Vitali Klitschko, Jerome und Kevin-Prince Boateng: Die Liste mit Geschwistern, die erfolgreich denselben Sport ausüben, ist unendlich lang. Selbst im Profibereich. Kein Wunder, denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass man ähnliche, gar die gleichen Interessen hat wie Geschwister oder Eltern. Kommt den älteren Familienmitglieder doch eine Vorbildfunktion für die jüngeren zu – ob sie wollen oder nicht.

Dass jedoch überhaupt fünf Geschwister auf die Welt kommen, ist schon selten. Und dann auch noch dasselbe Hobby, im selben Verein: Genau das ist bei der Familie Klewinghaus der Fall.

Von dem Ältesten, Daniel, bis hin zur Jüngsten, Bianca, schmettert und pritscht das gesamte Geschwisterquintett den Volleyball beim TV Bommersheim; und sie kommen in dem Punkt wohl ganz nach ihrer Mutter Judith. Die hat nämlich in jüngeren Jahren selbst gespielt, damals noch in Königstein, machte dann eine etwas längere, familienplanmäßige Pause und spielt nun wieder in einer Hobbymannschaft. Die Klewinghaus-Kids sind trotzdem noch gar nicht so lange am Ball: Eher per Zufall hat die ganze Bande vor gut vier Jahren beim TVB angefangen.

„Weil wir sehr groß sind, wurden wir von Vereinsseite gefragt, ob wir nicht Volleyball spielen wollen“, verrät Adriana. „Adi“ überragt jetzt schon ihre fünf Jahre ältere Schwester und Teamkollegin Sandra mit gerade Mal 15 Jahren. Sie meint das aber dennoch eher scherzhaft. Die beiden Schwestern spielen seit dieser Saison in der Landesligamannschaft der Bommersheimer Damen, Trainer Sebastian Kind hat Sandra und Adriana aus der zweiten und dritten Garnitur „hochgezogen“.

Angefangen habe es mit dem Volleyball im Sand, meistens im Freibad bei Sonnenschein, ehe jeder der fünf auf das Parkett gewechselt sei, erzählen die Geschwister. „Doch im Sommer“ – also wenn der Spielbetrieb in der Halle ruht – „spielen wir auch jetzt noch, am liebsten alle fünf“, erklärt Sandra, die mit ihrer jüngeren Schwester Adi kürzlich auch bei ihrem ersten Beachturnier antrat. Das sportliche Resultat, sagt Sandra lachend, „hatte aber noch Potenzial nach oben“. Etwas erfolgreicher war die Jüngste unter den Klewinghaus-Kids, Bianca, auch „Bibbi“ genannt. Die 13-Jährige startete für den TVB schon bei den deutschen Schülermeisterschaften im Sand.

Wer Geschwister hat, der weiß, dass untereinander teils enormer Konkurrenzkampf herrscht. Ob im Alltag oder im Sport – wenn man dann noch in der gleichen Disziplin unterwegs ist, kann das schon auch zum Pulverfass einer geschwisterlichen Beziehung werden. Nicht so jedoch im Hause Klewinghaus: Daniel, Sandra, Nicolas („Nici“), Adi und Bibbi stehen sich alle sehr nah. Eifersucht herrsche keine unter den Brüdern und Schwestern. Sagen sie jedenfalls. Der Coach bestätigt. „Es ist eher das große Kuscheln, wenn sie da sind“, beschreibt Sebastian Kind das Verhältnis der Geschwister zueinander.

Die Klewinghaus-Kinder sind absolute Familienmenschen; gemeinsam zu spielen, macht Volleyball für sie einerseits besonders. Auf der anderen Seite „kenne ich es auch gar nicht mehr anders“, sagt Nici über die gemeinsame Leidenschaft. Andere Sportarten seien nie in Frage gekommen. Der 20-Jährige reicht an die Körpergröße von zwei Metern heran, sein zwei Jahre älterer Bruder Daniel hat die Marke schon „übersprungen“. Beide spielen inzwischen in der 1. Mannschaft des TVB, die in der Landesliga Süd mit einem 3:1 bei der TG Rüsselsheim IV erfolgreich in die Saison gestartet ist. Daniel gab in der Opelstadt sein Debüt, Nici musste erkrankt passen. Ebenfalls mit einem Sieg (3:2 gegen TG Bad Soden III) feierten Sandra und Adi ihren Einstand bei den Damen “.

Im Training sehen die „Klewis“ sich gar nicht so oft, dazu liegen die Hallenzeiten zu unterschiedlich. Auch was die Saisonziele angeht, unterscheiden sich Boys und Girls. Nici würde schon gerne mit dem TVB in die Oberliga aufsteigen, erzählt er, spitzbübisch grinsend. Seine Schwestern sind da vorsichtiger. „Erst mal wollen wir Spaß haben und in die Mannschaft reinfinden“, sagt Sandra. An diesem Wochenende gehen sie wieder getrennt mit dem TVB auf Punktejagd. Die Herren I empfangen in der EKS-Sporthalle am Sonntag um 14 Uhr Eintracht Wiesbaden und treffen danach im zweiten Spiel auf Eintracht Frankfurt II, während die Landesliga-Damen bereits heute Nachmittag bei der Reserve der Eintracht aufschlagen werden.

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