Tischeishockey-Weltmeisterschaft

Nur knapp das Achtelfinale verpasst

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Kreisblatt-Mitarbeiter Christian Neubauer nahm an der 37. Tischeishockey-Weltmeisterschaft teil und stieß sensationell mit dem 19. Platz auf einen der Spitzenplätze in der Weltrangliste vor. Hier ist der Bericht des WM-Teilnehmers.

Mein Debüt bei der Tischeishockey-Weltmeisterschaft feierte ich vor vier Jahren in England. Dort und bei meinen folgenden Teilnahmen im Stubaital und in Faschina (beide in Österreich) landete ich immer zwischen Platz 43 und 49. Doch diesmal sollte alles anders kommen. Meine vierte Weltmeisterschaft im Tischeishockey im griechischen Korinth sollte die mit Abstand erfolgreichste werden – und es hätte noch viel besser kommen können, wenn mir nicht knapp 30 Sekunden vor dem Ende meines letzten Spiels ein haarsträubender Fehler unterlaufen wäre.

Doch der Reihe nach: Wie immer hatte Organisator Peter Linden – wie es sich für eine WM gehört – wunderbare Spielorte ausgewählt. Mit meiner Gruppe durften wir in einem sehenswerten Beachclub in Loutraki unsere Vorrunde austragen. Als zuvor nicht besonders erfolgreicher Tischeishockeyspieler musste ich mich zunächst in einem Ausscheidungsspiel für die Hauptrunde qualifizieren. Gegen Christoph Süß aus Hanau gelang mir das mit einem 3:0 recht passabel. Ohne große Erwartungen ging ich dann in die nächste Partie gegen Hans-Georg Baumgarten aus München, den ich besonders schätze, weil er an den Abenden vor der WM immer regelmäßig mit mir trainiert. Diesmal hatte er mir wohl den einen oder anderen Trick zu viel gezeigt. Völlig überraschend setzte ich mich mit 5:4 durch. Es folgte das Duell mit dem Grazer Yusuf Aytac. Bei mir klappte alles, und ich spielte mich in einen wahren Rausch. So gut hatte ich zuvor noch nie Tischeishockey gespielt. Am Ende war ich nach dem 7:4-Sieg völlig baff. Denn schon jetzt stand fest, dass es mein bestes Ergebnis bei einer WM sein würde. Im Spiel um den Gruppensieg war dann der spätere WM-Zweite Heiko Seyfahrt aus Hamburg eine Nummer zu groß für mich. Mit 9:3 wies er mich deutlich in die Schranken. Doch es blieb noch ein Hintertürchen: Auch der zweite Platz in der Gruppe bedeutete den Einzug ins Achtelfinale. Im entscheidenden Spiel traf ich erneut auf den Aytac. Durch den Vorrundensieg ging ich mit einem 3:0-Vorsprung in die Partie. Doch schon zur Halbzeit führte der ehemalige WM-Zweite mit 4:3. Der Vorsprung war dahin und ich kurzzeitig am Boden. Doch zwei schnelle Tore brachten mich heran und plötzlich war das Achtelfinale greifbar. So lag ich plötzlich mit 5:4 vorne. Ein Foul – ich traf den Gegenspieler anstatt den Puck – ermöglichte Aytac 29 Sekunden vor dem Ende das 5:5. Aytac hatte aufgrund meines 3:0-Vorsprungs sogar gewonnen. Durch den Sieg in dieser höher gewerteten Partie zog er ins Achtelfinale ein.

Trotzdem: Diese WM war ein Riesenerfolg für mich. Ich belegte den 19. Platz und sammelte erstmals Weltranglisten-Punkte. Meine knapp sieben Monate junge Tochter Marlene war mit ihrer Mutter, meiner Ehefrau Daniela, erstmals am Meer, und wieder genoss ich den Zusammenhalt der Tischeishockey-Gemeinde. Vielleicht gelingt mir ja im nächsten Jahr in Bad Griesbach der Sprung unter die letzten 16 . . .

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