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Das Knistern vorm Finale

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Volle Konzentration auf Fußball: Siyar Aygün möchte am Sonntag mit der TSG Wehrheim in die Kreisoberliga aufsteigen.
Volle Konzentration auf Fußball: Siyar Aygün möchte am Sonntag mit der TSG Wehrheim in die Kreisoberliga aufsteigen. © Heiko Rhode

Ein „Herzschlagfinale zu Hause“ soll für die TSG Wehrheim mit Happy End versehen werden. Der Titelgewinn scheint zum Greifen nah.

Von Robin Kunze

Über mangelnde Spannung im Meisterschaftsrennen der Kreisliga A kann sich nun wirklich niemand beschweren: Am letzten Spieltag haben mit Tabellenführer TSG Wehrheim (65 Punkte), sowie den beiden Verfolgern FC Mammolshain und SG Oberhöchstadt (beide 64) noch drei Teams die Möglichkeit, ihre Saison mit dem Titel zu krönen. Zur Erinnerung: Den beiden Erstplatzierten winkt der direkte Aufstieg, der Dritte muss in die Relegation.

Eine hochinteressante Konstellation, in der die Wehrheimer zwar mit einem Punkt vorne liegen, aber mit der deutlich schlechteren Tordifferenz (+37) in den finalen Akt gehen (Oberhöchstadt +58, Mammolshain +55,). Nimmt man die vergangenen Ereignisse mit in die Rechnung – Punktverluste gegen Köppern und Burgholzhausen, Ausschreitungen in Mammolshain – könnte man glauben, der Tabellenführer gehe auf dem Zahnfleisch.

Druck, gepaart mit Vorfreude

„Von Nervosität zu sprechen, wäre vielleicht falsch“, entgegnet Volker Ketter vom Wehrheimer Spielausschuss vor der Partie gegen die SG Oberems/Hattstein. Ein gewisser Druck sei durchaus da, doch dieser sei eher mit „motivierender und spannender Vorfreude“ zu beschreiben. „Da knistert’s richtig, denn die Jungs wollen jetzt unbedingt endlich die Meisterschaft klar machen“, berichtet Ketter vom Innenleben der Mannschaft. Verletzungspech und Sperren (neben den vier vom Kreissportgericht gesperrten Spielern fehlt zudem Stammtorwart Patrick Mohr nach seinem Platzverweis am vergangenen Spieltag) will aufseiten Wehrheims niemand mehr geltend machen. „Weinen bringt da nichts und Alibis suchen möchte ich auch nicht“, erklärt Coach Raffaele Parisi, der vom „Herzschlagfinale zu Hause“ spricht. Sowohl Ketter als auch Parisi versichern, dass niemand im Team Gegner Oberems/Hattstein auf die leichte Schulter nehmen wird. „In dieser Beziehung war das Unentschieden gegen Burgholzhausen vielleicht sogar ganz gut“, sagt Ketter, „da haben wir eine kleine Lehrstunde bekommen.“ Möglicherweise ein Dämpfer zur rechten Zeit.

„Ganze Liga schaut auf uns“

Gut so, denn Geschenke wird es von der SG Oberems/Hattstein nicht geben, wie Holger Wörner versichert. „Wir wissen, dass die ganze Liga am Sonntag auf uns schauen wird“, so der Sportliche Leiter, „aber der Druck liegt nicht bei uns.“ In der Tat kann sein Team befreit aufspielen, denn aller Wahrscheinlichkeit nach geht man als Sechster durchs Ziel, maximal einen Platz runter könnte es noch gehen. Emotional sei man aber noch vollkommen im Geschehen. „Als wir vergangene Woche von der Niederlage Wehrheims hörten, ging ein kollektives Raunen durch unsere Kabine“, berichtet Wörner. Mit der Rolle als potenzieller Spielverderber im Meisterschaftsrennen könne er sich gut anfreunden: „Wir haben nichts zu verschenken und wollen Minimum einen Punkt holen.“

Unter Umständen könnte dieser Punkt Wehrheim reichen, um zumindest den Aufstieg perfekt zu machen. Dies sei oberstes Ziel, so Parisi: „Natürlich ist es toll, Erster zu werden“, gesteht er, „doch was zählt, ist der Aufstieg, das hat man ja gerade in Darmstadt wieder gesehen.“ Mit dem Ziel „Kreisoberliga in fünf Jahren“ ist Parisi vor drei Jahren in der B-Liga gestartet, jetzt kann er in seinem letzten Spiel als TSG-Trainer das Ziel früher als gedacht erreichen, und dennoch später, als der Saisonverlauf hoffen ließ.

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