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Gebannt schauen Eisbachtals Torwart Niklas Kremer (links), TuS-Stürmer Amodou Abdullei (Mitte) und Eito Nakai dem Schuss des Koblenzer Stürmers hinterher, der am langen Pfosten vorbeitrudeln wird.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

0:3 gegen Koblenz und die Sache mit der "Körpersprache"

Viel vorgenommen hatten sich die Eisbachtaler Sportfreunde in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, schließlich sollte im vierten Heimspiel der Saison endlich der erste Sieg vor heimischer Kulisse gelingen. Doch gegen die TuS Koblenz musste sich die Reifenscheidt-Elf verdient mit 0:3 (0:2) geschlagen geben.

56 Minuten waren zwischen den Eisbachtalern und der TuS Koblenz in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gespielt, da platzte Sportfreunde-Trainer Marco Reifenscheidt an der Seitenlinie plötzlich der Kragen: „Wir müssen schon zeigen, dass wir wollen“, rief der 37-Jährige lautstark über den Platz und brachte das Problem seiner Elf gegen die Schängel auf den Punkt: Die „Eisbären“ wirkten phasenweise, vor allen Dingen in Abschnitt eins, zu zaghaft und ängstlich. Zudem präsentierte sich die Offensive der Sportfreunde bis auf wenige Ausnahmen zu harmlos. 

Die TuS, unterstützt von mehreren Hundert mitgereisten Fans, lauerte dagegen auf Eisbachtaler Fehler und bestrafte diese eiskalt. So verlor Gabriel Jost (19.) rund 25 Meter vor dem Tor den Ball gegen Adrian Knop, der sich nicht zweimal bitten ließ, Gegenspieler Eito Nakai ausspielte und zur Koblenzer Führung vor 850 Zuschauern einnetzte. Fast im direkten Gegenzug zeigten die Eisbachtaler eine ihrer wenigen gelungenen Offensivaktionen, die prompt den Ausgleich bedeutet hätte: Robin Stahlhofen stand nach einer sehenswerten Kombination über mehrere Stationen plötzlich frei vor Dieter Paucken, doch der zweitliga-erfahrene TuS-Keeper verhinderte mit einem sehenswerten Reflex den „Eisbären“-Ausgleich (20.). Stattdessen erhöhten die Koblenzer wenig später bei hochsommerlichen Temperaturen auf 2:0, wiederum war Adrian Knop der Torschütze. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld hatten die Oberwerther blitzschnell umgeschaltet, Amodou Abdullei maßgenau von rechts in den Fünfer geflankt, wo Knop wenig bedrängt per Flugkopfball einzunetzen wusste (23.). 

Vor der Pause vergaben dann der oft glücklos wirkende Abdullei (37.) und Leon Gietzen (42.) beste Gelegenheiten, um die TuS-Führung weiter auszubauen. Die Eisbären-Fans hatten dagegen nur noch einmal den Torjubel auf den Lippen, als Lukas Reitz aus fünf Metern an Dieter Paucken scheiterte (44.).

Nach dem Wiederanpfiff stand zunächst Eisbachtals Schlussmann Niklas Kremer im Fokus, der mit zwei klasse Paraden gegen den nimmermüden Adrian Knop (53.) und gegen Leon Gietzen (55.) mit starken Reflexen seinen Eisbachtalern zumindest die Chance gab, noch einmal ins Spiel zu kommen. Doch die Schlussoffensive kam einfach zu spät: Zunächst setzte Lukas Reitz nach Vorlage von David Quandel einen Schlenzer aus 20 Metern knapp am Pfosten vorbei (76.), ehe Eito Nakai Dieter Paucken umkurvte und Linus Schulte-Wissermann noch vor der Torlinie den Ball des Eisbachtalers wegzukratzen vermochte (83.). Während Dieter Paucken im Anschluss gleich zweimal verhinderte, dass Lukas Reitz Ecken direkt verwandelte (83., 84.), machte es die TuS auf der Gegenseite besser: Der zwei Minuten zuvor eingewechselte Dominic Fuß begrub mit dem dritten Koblenzer Tor alle Hoffnungen der Westerwälder, doch noch einmal heranzukommen (90.).

„Wir haben heute ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht“, frohlockte TuS-Trainer Anel Dzaka nach dem Schlusspfiff, um im nächsten Atemzug seine Mannschaft gleich wieder zu tadeln: „Wir müssen heute mindestens fünf, sechs Tore machen.“ Eisbachtaler Trainer Marco Reifenscheidt sprach von einem „verdienten Sieg“ für den Tabellenführer aus Koblenz und kritisierte bei seiner Elf das teilweise zu lethargische Auftreten über weite Strecken des Spiels. „Was nicht gut war, und was mir nicht gefallen hat, war, dass wir unsere Körpersprache dem Wetter angepasst haben. Wir wollten nicht beißen und haben keinen richtigen Zugriff mehr gekriegt. Das ist das, was ich meiner Mannschaft vorwerfe“, so der Sportfreunde-Coach.

Eisbachtal: Kremer – Ushiyama (60. Leber), Hundhammer, Kleinmann, Jost (46. Tautz) – Jonas Hannappel, Nakai, Julian Hannappel (73. Quandel) – Reitz, Stahlhofen, Meuer – Koblenz: Paucken – von der Bracke, Stahl, Softic – Schulte-Wissermann – Waldminghaus, Richter (88. Fuß), Kabashi, Gietzen – Abdullei, Knop (76. Käfferbitz) – SR: Kokott (Limburgerhof) – Zuschauer: 850 – Tore: 0:1 (19.), 0:2 (23.) beide Adrian Knop, 0:3 Dominic Fuß (90.).

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