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Wie die Kletten: Lilly König (FSG Ober-Eschbach/Vortaunus, Mitte oben) weiß sich ihrer Haut gegen gleich drei Kriftelerinnen (v. li.: Kim-Jana Körber, Helena Nitzke, Isabel Göbel) erfolgreich zu erwehren.

Handball

Körperkontakt ist Trumpf im Derby

TuS Kriftels Damen trotzen im Taunus-Derby der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus ein Remis ab. Zeitweise lag der Underdog sogar in Führung.

120 Fans sorgten beim Handball-Drittligaspiel zwischen TuS Kriftel und FSG Ober-Eschbach/Vortaunus für ordentlich Stimmung. Wie es sich für ein Derby nun mal gehört, unterlag das Duell seinen ganz eigenen Regeln.

Die Pirates avancierten schon seit Ende der Rückrunde zum Schrecken der Spitzenmannschaften und traten folglich beim abstiegsbedrohten TuS als klarer Favorit an. Dieser Rolle wurde die Mannschaft von Trainer Holger Hölzinger mit Abstrichen aber nur in der ersten Halbzeit gerecht. Mehrmals führten die Gäste mit drei Toren Vorsprung, doch Kriftel nahm den Kampf an und konnte bis zur Halbzeit (11:11) ausgleichen. „Wir haben davon profitiert, dass wir in der Abwehr den Körperkontakt herstellen konnten“, analysierte TuS-Trainer Christian Albat später, „im Angriff waren wir allerdings nicht präzise genug beim Durchbruch.“

Im Laufe der zweiten Halbzeit gingen die Krifteler Damen sogar in Führung. Zwischen der 43. und 48. Spielminute stellten Berit Thun, Helena Nitzke und Jacqueline von Moltke (mit acht Toren beste Werferin des Abends) auf 19:16. Symbolkraft hatte besonders der Treffer zum 17:16: Nach einem Wurf an den Pfosten durch von Moltke schaltete Thun am schnellsten und setzte von Rechtsaußen erfolgreich nach. Spätestens ab diesem Moment war klar, dass der größere Wille entscheiden würde. Doch auch die Pirates zeigten Moral. Vom Ausgleich zum 19:19 ließ sich die Belgierin Andrea Mertens auch nicht durch die beherzte Umklammerung ihrer Gegenspielerin abbringen. Ein Sonderlob erging an die Torfrauen: Sowohl Kriftels Melanie Nickel als auch Ober-Eschbachs Sophie Löbig bewahrten ihr Team mit starken Paraden in der Schlussphase vor einer Niederlage.

„Unser Spiel unterlag zu vielen Schwankungen und wir haben uns zu viele technische Fehler erlaubt“, erklärte Hölzinger. In den entscheidenden Phasen habe auch die Erfahrung von Juliane Grauer gefehlt, die aufgrund eines Schleudertraumas ausfiel. Auf Krifteler Seite konnte derweil die erstligaerfahrene Cathrin Groetzki wegen Kniebeschwerden nicht mitwirken. Zudem verdrehte sich Mitte der ersten Halbzeit Simona Laurito das Knie. Mit komplettem Kader und dem Kampfgeist vom Samstagabend ist Kriftel der Sprung aus den Abstiegsrängen durchaus möglich. Das wünscht sich selbst der Trainer der FSG. „Sie haben sich den Punkt redlich verdient. Ich denke, dass sie die Klasse halten werden. Für den Handball in der Region gibt es nichts Schöneres als dieses Derby“, so Hölzinger.

Spielfilm: 2:2 (5.), 2:5 (12.), 7:7 (19.), 7:10 (23.), 11:11 (30.), 15:13 (36.), 16:16 (43.), 19:16 (48.), 20:20 (53.), 22:22 (55.).

TSG Ober-Eschbach: Baranowska, Löbig – Lichtlein (5), Mertens (5/2), Schwering (4), Bucher (2), Özer (2), Zsigmond (2), König (1), Riedel (1), Djini, Orban.

Das nächste Spiel:

FSG Ober-Eschbach/Vortaunus – SV Germania Fritzlar (10. Februar, 19.45 Uhr).

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