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Kötter ist der Spielverderber

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Von: Wolfgang Stalter

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Berechtigter Elfmeter: Aminur Rahman (links) bringt Dragan Kuraja im Strafraum zu Fall. Der anschließende Strafstoß entscheidet das Derby.
Berechtigter Elfmeter: Aminur Rahman (links) bringt Dragan Kuraja im Strafraum zu Fall. Der anschließende Strafstoß entscheidet das Derby. © Heiko Rhode

Köppern schlägt Friedrichsdorf mit 2:1. Beinahe hätte das einstige Schlusslicht der „KOL“ auch das Spiel gegen den besser postierten Nachbarn unbeschadet bestanden.

Viel hat gestern nicht gefehlt, und die Sportfreunde Friedrichsdorf hätten auch das sechste Fußballspiel in Folge nicht als Verlierer beendet. Nach fünf Siegen hielt das einstige Schlusslicht der Kreisoberliga Hochtaunus beim Stadtrivalen Teutonia Köppern immerhin ein 1:1, ehe doch noch ein Ball im Tor der Sportfreunde einschlug.

Für ein Derby war die Partie auf dem regennassen Kunstrasenplatz sehr fair geführt worden. Der gute Schiedsrichter Rene Sauerwald aus Nidda hatte alles im Griff und war mit drei Gelben Karten ausgekommen. Allerdings waren die spielerischen Leistungen der Mannschaften wenig ansehnlich.

Die nur 60 fröstelnden Zuschauer konnten sich bei nasskaltem Wetter nicht so richtig am Spiel erfreuen (die Schlussphase einmal ausgenommen). Viel Hektik und wenig Spielfluss sorgten für Langeweile. Da reichte schon eine kleine Begebenheit in der 22. Minute aus, um die Aufmerksamkeit der Besucher zu gewinnen. Schiedsrichter Sauerwald sprach der Teutonia etwa in Höhe der Mittellinie einen Einwurf zu. Jonas Odekerken nahm das Spielgerät in seine Hände und suchte einen Mitspieler, den er in Position bringen wollte. Dafür nahm er sich sehr viel Zeit. Zu viel nach dem Geschmack des Unparteiischen, der die Überschreitung eines Zeitlimits rügte und jetzt den Einwurf den Sportfreunden zusprach.

Aminur Rahman, linker Außenverteidiger der Gäste, schritt zu Ausführung und machte einen, entsprechend dem Regelwerk, allerdings falschen Einwurf. Wieder gab es eine Unterbrechung und der Unparteiische sprach jetzt wieder den Hausherren den Einwurf zu, die den Ball endlich ins Spiel brachten.

Unmut auf den Rängen

Viele Höhepunkte hatten die Zuschauer in der ersten Halbzeit nicht gesehen. Der Tabellenfünfte Teutonia war stürmisch gestartet und hatte auf die Führung gedrängt. Doch der Tabellenneunte Friedrichsdorf wehrte sich mit großem Kampfgeist und Einsatzwillen. Da die Gastgeber bei ihren Bemühungen nicht torgefährlich wurden, sahen die Zuschauer nur „Mittelfeldgeplänkel“. „Was ist denn das heute für eine Gekicke“, war auf den Rängen zu hören. Die ersten Chancen besaßen die frecher werdenden Gäste: Aminur Rahman mit Drehschuss aus etwa 20 Metern (37.) und Marios Theodoridis mit einem Schuss aus spitzem Winkel (39.) zeigten, wo das Tor steht. Werner Steuer, Spielausschussvorsitzender der Teutonia, analysierte treffend: „Wir stehen heute hinten sehr gut, kommen aber kaum in Tornähe. Das ist einfach viel zu wenig.“

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel etwas besser. Dennoch fiel der Führungstreffer überraschend. Kevin Heiner war der Torschütze, der aus halbrechter Position einfach mal drauf gehalten hatte. Sein Flachschuss aus rund 18 Metern sauste ins linke Toreck (48.). Haltbar oder nicht? Das war hier die Frage. Sportfreunde-Trainer Martin Schmidt, selbst ein Keeper, dazu nach dem Schlusspfiff: „Vielleicht doch haltbar, aber der Ball wurde auf dem nassen Platz auch enorm schnell. Egal, unser Torwart Daniel Eick hat uns in dieser Saison schon viele Punkte gerettet.“

Elfmeter kein Aufreger

Nur wenige Minuten später fiel fast das 2:0. Wieder war Heiner beteiligt, der von der fehlenden Standfestigkeit des Innenverteidigers Marijo Juricic nicht profitieren konnte. Heiners Schuss aus kurzer Distanz zischte rechts am Tor vorbei (52.). Beide Teams suchten nun über genauere Zuspiele den Erfolg.

Und in der 77. Minute kamen die Gäste dann zum Ausgleichstreffer. Bruno Penava (bis dato zehn Saisontreffer) köpfte nach Kopfballvorlage von Domagoj Kranic zum umjubelten 1:1 ein.

Wenn das Ergebnis so geblieben wäre, hätten die Sportfreunde sicher keine Einwände gehabt. Dann hätte Rahman aber nicht den eingewechselten Dragan Kuraja im Strafraum foulen dürfen. Nach dem Elfmeterpfiff gab es keine Proteste. Marcel Kötter verwandelte sicher zum Köpperner Sieg im Stadtderby (89.).

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