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Rot-Weiss Frankfurt ist wieder einmal in die Verbandsliga abgestiegen. Das lag schon in der Luft, als vor der Saison eine regelrechte Spielerflucht einsetzte.

Rot-Weiss Frankfurt ist wieder einmal in die Verbandsliga abgestiegen. Das lag schon in der Luft, als vor der Saison eine regelrechte Spielerflucht einsetzte. Nach zwei erfolglosen Aufstiegsrunden wurden sportliche Gründe für die Abwanderungswelle vorgeschoben, doch längst waren auch finanzielle Schwierigkeiten ein Thema. Als auch noch Trainer Daniyel Cimen im September zum Ligakonkurrenten Watzenborn-Steinberg wechselte war klar, woher der Wind wehte. Zumal etwa zeitgleich auch Präsident Ottmar Klauß von Bord ging. Schulden drückten und immer schneller kam nun an die Oberfläche, was sich über Jahre im rot-weißen Keller angesammelt hatte: Massive Verbindlichkeiten, die man nicht mehr länger unterschlagen konnte.

In der Not machte Rot-Weiss einen weiteren großen Fehler, denn anders kann man die Verpflichtung von Ex-Profi Mario Basler als Trainer nicht bezeichnen. Und das lag gar nicht so sehr am einstigen Enfant terrible der Bundesliga, sondern an der blauäugigen Annahme, dank Basler würden die Sponsoren sich fortan die Klinke in die Hand geben – und Spiele von allein gewonnen. Nichts dergleichen passierte, dazu hatte auch Basler die Sache zu leicht genommen: Seine ständigen anderweitigen Verpflichtungen (meistens Fernsehauftritte) machten eine konsequente Trainerarbeit unmöglich. Die Mannschaft war anderes gewohnt, die Disziplin ging abhanden, Hierarchien stürzten ein, sportliche Erfolge blieben weitestgehend aus. Erst als Basler weg war, besann man sich auf interne Lösungen, die längst auf der Hand gelegen hatten. Da war es aber bereits zu spät.

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