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Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Mannschaftssport: Die Chemie zwischen dem Trainer und dem Team muss stimmen, sonst ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Dauer nicht möglich.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Mannschaftssport: Die Chemie zwischen dem Trainer und dem Team muss stimmen, sonst ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Dauer nicht möglich. So war und ist das auch bei den Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach, die inzwischen in der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus aufgegangen sind. Jedoch kommt bei der Drittliga-Mannschaft ein weiterer Faktor hinzu, der mindestens genauso wichtig, im Amateursport aber eher ungewöhnlich ist: Die Chemie zwischen dem Trainer und dem Manager muss stimmen. Zwischen Gerhard Döll und Holger Hölzinger stimmte sie von Beginn an nicht.

Schon bei der einberufenen Pressekonferenz im November, auf der Holger Hölzinger als neuer Trainer vorgestellt wurde, herrschte eine wenig harmonische Atmosphäre. Gestrahlt haben die beiden Herren das erste Mal so richtig, als es um das gemeinsame Foto in der Halle ging. Auch bei den Aussagen Dölls schwang durch, dass Hölzinger, der Jugendcoach des Kooperationspartners WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt, nicht die erste Wahl war.

Im Sommer habe es zeitlich noch nicht gepasst, erläuterte Döll damals auf Nachfrage, weshalb er zunächst Slobodan Jankovic verpflichtet habe. Dabei war der Umfang an Aufgaben von „Hansdampf“ Hölzinger, dem 46-jährigen Pädagogen aus Flieden, im November nicht wirklich weniger geworden.

Auch bei der Festlegung des Saisonziels stimmten Hölzinger und Döll schon beim ersten gemeinsamen Auftreten nicht überein. Der Coach nannte die „Heranführung der Jugend“ und die „Weiterentwicklung des Kaders“, erst dann „einen guten Mittelfeldplatz für die Mannschaft“. Auf Nachfrage sagte Döll: „Wir sind im Umkreis die ranghöchste Mannschaft in den Kernsportarten Fußball und Handball. Dem wollen wir auch gerecht werden. Jetzt sind wir Tabellenfünfter. Da geht noch was.“

Gerhard Döll, der 70 Jahre alte frühere Fußballfunktionär aus Usingen, kokettiert gerne damit, dass alle Welt glaube, es sei mit ihm nicht so einfach. Tatsächlich ist er unbestritten der Vater der Erfolge, die Ober-Eschbachs Handballerinnen seit seinem Einstieg im Frühjahr 2011 feierten. Er wird aber auch immer wieder Teil des Problems. Es bedarf einer Trainerpersönlichkeit neben ihm, die perspektivisch voll auf einer Wellenlänge mit Döll liegen muss. Mit den Spielerinnen so gut umgeht, dass er alles aus ihnen herauskitzeln kann, dabei aber nicht zu gut Freund mit ihnen wird. Aus welchen Gründen auch immer entsprach Holger Hölzinger diesem Bild nicht. Dann sind 8:2 Punkte auch egal.

Mit Marc Langenbach könnte es aber wieder passen. Der 36-jährige Rückkehrer kommt auf zweieinhalb Jahre – die mit Abstand längste Traineramtszeit in der Ära Döll, in der sich zehn verschiedene Coaches versuchten. So schlecht kann die Chemie zwischen Döll und Langenbach also nicht gewesen sein. Mit dem Makel, dass Döll gerne gleich weiter mit ihm zusammengearbeitet hätte, Langenbach das aber damals nicht wollte.

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