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Kräftemessen mit Europas Elite

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Von: Thorsten Remsperger

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Gibt am Wochenende seinem Verein den Vorzug: Bennet Wienand (re.), Beachhandball-Nationalspieler aus Oberursel.
Gibt am Wochenende seinem Verein den Vorzug: Bennet Wienand (re.), Beachhandball-Nationalspieler aus Oberursel. © Heiko Rhode

Sandspezialisten aus Oberursel treten beim Finale der European Beach Tour in Palermo an. Dafür mussten die Beachmopeten einen "Umweg" in Kauf nehmen.

Oberursel/Palermo -Beachhandball macht zwar eine Menge Spaß, und man kann als Amateurhandballer sogar zu internationalen Ehren gelangen. Jedoch müssen diese Mannschaftssportler im Sand auch ziemlich flexibel sein.

Schon im Oktober waren die Beachmopeten - größtenteils gespickt mit aktuellen und früheren Spielern der TSG Oberursel - das erste Mal in Palermo auf der europäischen Beachhandball-Bühne in Erscheinung getreten. Um das zu schaffen, war die sportliche Hürde fast kleiner gewesen als die finanzielle. Mit einem Crowdfunding-Projekt hatten die jungen Männer die Reise zum Champions Cup an den Strand der sizilianischen Metropole finanziert, um als Nachrücker in diesem Landesmeisterwettbewerb überhaupt mitspielen zu können.

Kürzlich wurde die Mannschaft um die Oberurseler Beachhandball-Nationalspieler Niklas Haupt und Bennet Wienand (beide in der Halle für Oberligist SG Bruchköbel aktiv) schon wieder nach Palermo eingeladen. Dieses Mal geht es um das Finalturnier der European Beach Tour, das stets vor der neuen Saison ausgespielt wird. Und weil die Sandspezialisten aus dem Taunus 2021 beim Gewinn der deutschen Turnierserie "nebenbei" auch genügend Punkte für die europäische gesammelt hatten, sind sie als zweitbestes deutsches Team dieses Rankings nach den 12 Monkeys aus Köln startberechtigt.

Heute wird's gegen Malaga schon ernst

Mit Restgeldern vom Crowdfunding und neuen Sponsoren habe erneut eine Teilnahme realisiert werden können, freut sich Kapitän Haupt. Heute geht's für die Oberurseler gegen CBMP Ciudad de Malaga schon los. Weitere Gruppengegner sind BHV Wasserschloss (Schweiz) und GRD Leca (Portugal). Vorher mussten die jungen Leute sich freilich erst einmal Freiräume schaffen, sowohl privat als auch sportlich. Denn die Hallenrunde innerhalb des Hessischen Handball-Verbandes läuft noch. Deshalb hat sich Wienand, der nach drei Jahren am Wochenende sein letztes Spiel für die SG Bruchköbel bestreitet, auch entschieden, nicht mitzufliegen.

Timo Günther und Lennart Müller sind dagegen dabei, obwohl sie die beiden Aufstiegsspiele mit der TSG Oberursel zur Landesliga Mitte noch vor der Brust haben. Die erste Partie gegen den Vertreter der Gießener Bezirksoberliga, die HSG Dilltal, soll an Fronleichnam sein. "Die Kommunikation mit Trainer Mario Ljubic läuft super", lobt Haupt. Am Montag sei die Mannschaft ja aus Palermo wieder zurück, und man dürfe nicht unterschätzen, von welchen Erfahrungen die Spieler nach einem solchen Beachhandball-Wochenende zehrten. Immerhin tummelten sich bei der Konkurrenz Spieler auf Erst- und Zweitliga-Niveau. "Das bringt die Jungs auch in der Halle weiter."

Verstärkung vom Zweitliga-Aufsteiger

Auf ein höheres Niveau soll die Beachmopeten derweil Moritz Ebert hieven. Der 21-jährige Torhüter hat einen Kreuzbandriss auskuriert und schaffte in der Halle mit der HSG Konstanz die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Weiterhin laufen im Sand von Palermo für das Team aus dem Taunus auf: die ehemaligen Oberurseler Phil-Lukas Ljubic (SG Köndringen/Teningen), Sohn des derzeitigen TSGO-Trainers, Julian Boehnke und Ben Becker sowie Moritz Friedel (BHT Hurricanes), Nicola Rascher (TSB Schwäbisch Gmünd) und Torwart Niklas Weisbrod (HSG Rhein-Nahe Bingen).

Außenseiter bleiben die Beachmopeten, die beim Champions Cup bis ins Viertelfinale vorgestoßen waren, auch mit den externen Verstärkungen. "Wir hoffen, in die K.o.-Spiele zu kommen, dann ist alles möglich", gibt sich Niklas Haupt optimistisch. Allerdings hätte die Vorbereitung besser laufen können. Womit wir wieder beim Stichwort Flexibilität wären. Gestern sollten schon in Palermo eine Trainingseinheit und ein Testspiel absolviert werden. Während des Gesprächs mit der TZ saßen die Beachmopeten aber noch in Mailand fest. Sie hatten die Rechnung nicht mit dem Streik der italienischen Fluglotsen gemacht und konnten erst am Abend in den Anschlussflieger einsteigen.

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