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Stolze Geschwister im Nationaltrikot: Sophia und Nils Krause.

Jahresrückblick Rudern

Die Krauses: „Aus allen Rohren peng, peng!“

Die Geschwister Sophia und Nils Krause vom Limburger Club für Wassersport ruderten bei der WM in Posen für Deutschland.

Berg- und Talfahrt. Eine Achterbahn der Gefühle beschreibt das Empfinden eines Leistungssportlers sicherlich treffend. Nach einer Saison gibt es wohl keinen Ruderer, der von den zurückliegenden Monaten sagen würde, dass sie „perfekt“ verlaufen wären. Denn „perfekt“ gibt es eigentlich selten.

Nils vertrat das erste Mal die deutschen Farben bei einer Weltmeisterschaft. Im Doppelvierer in Posen. Ein langer Weg lag da schon hinter ihm: „Die Rudersaison beginnt eigentlich im Herbst. Über das Wintertraining gelangt man zu den spezifischen Trainingslagern. In Berlin und Italien bereitete ich mich im Ruderboot vor.“ Der emotionale Höhepunkt war vielleicht bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, wo Nils für die WM nominiert wurde. „In diesem Moment wurde mir zum ersten Mal wirklich klar, wofür ich diese ganzen Mühen auf mich genommen hatte, was ich eigentlich geschafft hatte. Mir war jedoch auch bewusst, welch langer Weg mir noch bevorstand.“ Der Vierer reiste mit großer Zuversicht nach Polen. „Der Vorlauf war die größte Enttäuschung der Saison, wir wurden mit dem 5. Platz wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Der Hoffnungslauf war zugleich das knappste Rennen der Saison; sechs Zehntelsekunden haben zum Einzug ins große Finale der schnellsten sechs Boote gefehlt. Am Tag darauf war mein 20. Geburtstag, der traurigste Geburtstag, den ich erlebt habe“, sagt Nils Krause. „Das B-Finale gewannen wir. Eine kleine Wiedergutmachung.“

Für mich, Nils’ Schwester Sophia, ging die Saison nicht gut los. Erst war ich krank, eine Woche später fuhr ich auf dem Ergometer einen persönlichen Bestwert. Für die Deutschen Kleinbootmeisterschaften hatte ich mir viel vorgenommen. Und auch diese Wünsche wurden zerstört. Das Halbfinale musste ich gesundheitsbedingt abbrechen. Damit waren die Deutschen Meisterschaften für mich gelaufen. Doch irgendwie glaube ich, dass alles für etwas gut ist, denn hätte ich den Wettkampf nicht abgebrochen, wäre ich wohl nie mit meiner Zweierpartnerin zusammengesetzt worden. Ein Zweier, der auf Anhieb lief. Wir hatten eine perfekte Saison. Aber der WM-Vorlauf ging total daneben. Der Hoffnungslauf war immer noch träge, die Topform der letzten Wochen wie weggeblasen. Im Halbfinale wussten wir: Es geht um alles oder nichts. Es klappte wieder. Dann das Finale nach dem Motto: „Aus allen Rohren peng, peng“. 500 Meter vor Schluss setzten wir den Endspurt an, flogen an den Britinnen vorbei und waren Vizeweltmeisterinnen.

Ich werde nun mein Studium nach Frankfurt verlegen und meine Chance nutzen, mich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.

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