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Auch Vater und Sohn warten geduldig auf die Fortsetzung der Saison: Rafael (rechts) und Leon Giedrocwicz vom Kreisoberligisten SV Elz.

Fußballkreis Limburg-Weilburg

Kreisfußballwart Jörn Metzler: Nur keine Panik!

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Wie geht es weiter mit den Fußballern? Und vor allem: Was wird aus der noch nicht gestarteten Pokalrunde im Fußballkreis Limburg-Weilburg?

Die Katze ist sozusagen aus dem Sack: In Anbetracht der nach wie vor hohen Infektionszahlen mit dem SARS-CoV 2-Virus war klar, dass an einen Restart auf den Fußballplätzen so schnell nicht zu denken sein wird. Der Lockdown wurde bis zum 31. Januar verlängert mit noch schärferen Maßnahmen als im Frühjahr 2020 – gerade und vor allem im hochbelasteten Landkreis Limburg-Weilburg, wo die Menschen aufgrund der nach wie vor über 200 liegenden Inzidenz (Infektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen) an der sogenannten „Corona-Leine“ liegen. Will sagen: Niemand soll sich weiter als 15 Kilometer von seinem Wohnort entfernen, und das auch nur aus triftigem Grund. Von der nächtlichen Ausgangssperre ganz zu schweigen.

Alles deutet darauf hin, dass die aktuelle Fußball-Saison 2020/21 zumindest kein reguläres Ende finden wird. Allem Anschein nach läuft es allenfalls auf die Beendigung der Hinrunde hinaus. Wenn 50 Prozent der Spiele ausgetragen wurden, darf laut Satzung des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) gewertet werden.

Ligen möglichst auf Normalgröße bringen

Zwei Ziele gilt es zu verfolgen: Zum einen müssen Meister, Auf- und Absteiger ermittelt werden, zum anderen sollten die aufgeblähten Ligen wieder auf Normalgröße geschrumpft werden. Ein Szenario wie nach der Abbruchsaison 2019/20 (ohne Absteiger, dafür mit jeder Menge Aufsteigern) soll tunlichst vermieden werden. Was der HFV vorgibt: Es soll so lange wie möglich gespielt werden. Sollte es irgendwann weitergehen, werden zunächst die ausgefallenen Spiele der Hinrunde ausgetragen. Und wenn dann noch genügend Zeit ist, soll es termingerecht weitergehen. Sprich: Die dann vermutlich ausgefallenen ersten Rückrundenspiele werden hinten angehängt. Allerdings, und das ist in Stein gemeißelt: Spätestens am 30. Juni fällt der Hammer, damit die Wechselfristen der Phase I nicht beeinträchtig werden.

Kreisfußballwart Jörn Metzler jedenfalls lässt sich ob des engen Zeitfensters überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. „Ich bin so was von entspannt“, sagt er. „Wir haben bis zur Beendigung der Hinrunde auf Kreisebene noch sechs, sieben Spieltage zu meistern. Selbst wenn wir erst an Ostern wieder einsteigen würden, wäre dafür noch genügend Zeit.“ Allerdings weiß er, dass sich der Bogen nicht bis zum Frist-Ende, 30. Juni, spannen lässt: „Wir wollen bis zum 15. Juni fertig sein.“ Oberhalb der Kreisligen sieht es am besten in der Gruppenliga aus, wo noch fünf/sechs Spiele ausstehen. In der Verbandsliga sind es acht/neun, in der Hessenliga sieben/acht.

Und was wird aus der Kreispokalrunde, die noch gar nicht gestartet werden konnte? „Bei einer Umfrage unter den Vereinen im Oktober haben wir uns mehrheitlich dafür ausgesprochen, mit den Viertelfinal-Paarungen der letzten Runde zu starten“, sagt der Kreisfußballwart, der zugleich auch Pokalspielleiter ist. Er habe sich die letzten Jahre noch einmal zu Gemüte geführt und erkannt, dass in etwa immer dieselben Vereine die Finalrunden erreicht haben, sagt Jörn Metzler. Diesem Prozedere haben die Limburg-Weilburger Vereine auch zugestimmt. Sollte es also irgendwann auch mit der Pokalrunde losgehen, würden bei den 1. Mannschaften folgende Clubs am Start sein: TuS Frickhofen, FC Waldbrunn, FC Dorndorf, SG Niedershausen/Obershausen, SG Weilmünster/Laubuseschbach, SV Rot-Weiß Hadamar, FC Steinbach und TuS Dietkirchen.

Teilnehmer für den Hessenpokal melden

Die Kreispokalrunde komplett auszusetzen, ist keine Option, weil der Fußballkreis einen Teilnehmer für die Hessenpokalrunde melden muss. Und wenn es zeitlich noch enger würde, wäre es sogar denkbar, erst mit den Halbfinalisten der letzten Runde zu starten, als da wären: FC Waldbrunn, SV Rot-Weiß Hadamar, FC Dorndorf und TuS Dietkirchen. Also kein Grund zur Panik.

Die Erfahrungen aus dem Frühjahr haben gezeigt, dass der Amateursport – trotz aller überzeugender Hygiene-Konzepte – im Reigen der Lockerungen so ziemlich die letzte Geige gespielt hat. Und so wird es vermutlich auch dieses Mal sein. Wir erinnern uns: Erste Lockerungen hatte es im Mai gegeben, der Ball rollte aber erst wieder im August.

Der Hessische Fußball-Verband hat den Vereinen vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs eine mindestens zweiwöchige Vorbereitungsphase zugestanden. Da wird möglicherweise vor April gar nichts gehen, wenn überhaupt, denn bevor der Kontaktsport wieder erlaubt sein wird, muss noch viel Wasser den Rhein herunterlaufen. Es bringt nichts, sich verrückt zu machen, angesichts der überfüllten Intensivstationen . . .

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