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Weg von den zweistelligen Plätzen und hinein unter die Top 9, das strebt Mario de Oliveira Neto (li.) mit dem SV Nieder-Wöllstadt an.

"Das lässt sich alles gar nicht aufzählen"

Kreisoberligist SV Nieder-Wöllstadt ist seit Saisonbeginn von Ausfällen gebeutelt

In Ober-Mörlen wird heute Abend der Spielabbruch vom 19. November verhandelt. Weitaus mehr beschäftigt die "Roten" derzeit aber ihre nicht enden wollende Personalmisere.

Wenn am morgigen Freitagabend um 20.15 Uhr in der Fußball-Kreisoberliga Friedberg der Vorhang zur Partie SG Rodheim – SV Nieder-Wöllstadt aufgezogen wird, dann hätten sicherlich nur die Allerwenigsten vor Saisonstart damit gerechnet, dass dann zwei Tabellennachbarn aufeinanderprallen würden. Die Rodheimer sind bekanntlich erst im Sommer aus der Kreisliga A aufgerückt und haben sich das Erreichen des Klassenverbleibs auf die Fahnen geschrieben – den Nieder-Wöllstädter „Roten“ wurde derweil ein Platz in der Spitzengruppe zugetraut. Jetzt lautet das morgige Duell SGR (12.) kontra SVN (10.).

Dass es für die von Torsten Hertz trainierten Nieder-Wöllstädter aktuell nur zu einer zweistelligen Platzziffer reicht, kommt für Presesprecher Walter Nebel nicht von ungefähr: „Wir müssen seit Saisonbeginn Woche für Woche Umstellungen vornehmen und mit einer anderen Mannschaft spielen. Dass da keine Kontinuität ins Team kommt, ist nachvollziehbar.“ 

Der Wurm ist drin

Auf dem Papier habe man eigentlich eine starke Mannschaft beisammen – der Last-Minute-Abgang von Mevla Yigit war durch die neu verpflichteten Stefano Amore und Pasquanlino Balenzano adäquat aufgefangen worden – doch wenn nun mal, wie es Nebel formuliert, „aus den unterschiedlichsten Gründen der Wurm drin ist“, dann lässt sich dieser nur schwerlich wieder entfernen.

Mittlerweile gelte es, nach hinten zu schauen und den Abstand zum drittletzten Tabellenplatz (KSG 1920 Groß-Karben) von derzeit fünf Punkten nach Möglichkeit auszubauen – aber trotzdem die Blicke auch nach vorne richten. Schließlich ist man vom Tabellensechsten SV Steinfurth auch nur sechs Zähler entfernt.

Die Ausfälle, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen, betrafen die verschiedensten Spieler: Kapitän Kevin Herdt fiel beruflich bedingt aus, Pierre Pfeil und Thomas Schubert mussten verletzungsbedingt ebenso ersetzt werden wie Murat Salu, den es gar mit einem doppelten Armbruch erwischt hat. Marco Braun studiert mittlerweile in Köln und steht nicht mehr zur Verfügung. Und Burak Dincer sowie Dennis Zahirovic, die noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses zu knabbern haben, können frühestens im kommenden März wieder gegen den Ball treten. Die Liste der Sorgenkinder ließe sich laut Walter Nebel sogar noch um einige Namen verlängern: „Das lässt sich alles gar nicht mehr aufzählen.“ Und somit könne Trainer Torsten Hertz auch „rein gar nichts für die nicht erwartete Tabellenplatzierung – er musste wegen personeller Engpässe sogar schon selbst zwei Mal in der 1b als Spieler einspringen. 

Noch eine Rechnung offen

Für die Freitagspartie bei der SG Rodheim gilt aus Wöllstädter Sicht: „Wir haben noch etwas gutzumachen“, so Nebel. Der Liganeuling hatte den „Roten“ in der Anfangsphase der Runde eine 2:3-Heimniederlage verpasst „und dabei drei individuelle Fehler eiskalt mit drei Kontertoren bestraft“, wie sich Nebel noch genau an das erste Derby-Kräftemesen erinnert. Kevin Herdt und Patrick Eickhoff dürften morgen Abend SVN-Trainer Hertz wieder zur Verfügung stehen – und im Laufe der Winterpause vermutlich noch ein neues, mit höherklassiger Erfahrung gespicktes Gesicht fürs Mittelfeld, so Nebel.

Gerne erinnert sich Walter Nebel noch an die bis dato beste Saisonleistung vom 5:1-Sieg gegen Spitzenreiter FC Karben zurück. Derzeit müssen sich die „Roten“ jedoch mit kleineren Brötchen zufrieden geben – wie zuletzt beim knappen 3:2-Erfolg gegen Schlusslicht SC Dortelweil II, als man Chancen für einen weitaus deutlicheren Sieg reihenweise ausließ.

Übrigens: das am 19. November beim Stande von 1:1 abgebrochene Nieder-Wöllstädter Heimspiel gegen den Tabellenzweiten SV Gronau wird heute Abend ab 19.30 Uhr in der Ober-Mörlener Usatalhalle vor dem Kreissportgericht verhandelt.

Für den anstehenden KOL-Spieltag gab Walter Nebel folgende Tipps ab: FC Karben – VfB Friedberg (Freitag, 20 Uhr) 3:1, SG Rodheim – SV Nieder-Wöllstadt (Freitag, 20.15) 0:2, TSG Ober-Wöllstadt – SV Gronau (Samstag, 16.00) 2:2, SV Bruchenbrücken – FC Ober-Rosbach 2:2, Türk Gücü Friedberg II – KSG 1920 Groß-Karben 2:1, SV Steinfurth – SV Staden 3:2, SC Dortelweil II – FV Bad Vilbel II (alle Sonntag, 14.00) 1:2. gg

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