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Rund 1500 Teilnehmer legten die zehn Kilometer lange Strecke von Hofheim nach Höchst zurück.

Leberecht ist der Gewinner!

Kreisstadt-Lauf: Über 24.000 Euro Spenden

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Beim 18. HK-Kreisstadt-Lauf durfte sich jeder Einzelne der mehr als 1500 Teilnehmer als Sieger fühlen. Ganz unterschiedliche persönliche Ziele hatten sich die Läufer und Walker im Vorfeld gesteckt, und dennoch einte alle Sportler am Donnerstag vor allem eine Motivation: Dabei sein für die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung.

Keine Regung war im Gesicht des Siegers zu erkennen. Kein Lächeln, aber auch kein Anzeichen der Anstrengung. Ein paar Schweißperlen liefen Mathew Kosgi die Wangen hinunter, ansonsten war der Kenianer auf der Geraden am Höchster Mainufer voll fokussiert auf den Zieleinlauf, der ihn wenige Hundert Meter weiter hinter einer letzten Linkskurve auf dem Schlossplatz erwartete.

Spätestens dort durfte sich der souveräne Sieger des diesjährigen Kreisstadt-Laufs von Hofheim nach Höchst dann aber gebührend feiern lassen. Mit einer Endzeit von 32:58 Minuten dominierte er in sportlicher Hinsicht die traditionsreiche Veranstaltung. „Ich habe nicht danach geschaut, wie weit der Zweitplatzierte hinter mir gelaufen ist, und stattdessen einfach nur versucht, schnell im Ziel zu sein“, erklärte der 22-Jährige. Hätte er sich hin und wieder umgedreht, hätte er gesehen, dass er seine Konkurrenz schon frühzeitig um Längen distanziert hatte.

Der Zweitplatzierte Jasper Püschel, nach 33:21 Minuten im Ziel, wies nach zehn Kilometern einen Rückstand von 23 Sekunden auf. Zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen – das war allen Beteiligten schnell klar – würde es nicht kommen.

Die ersten drei Kilometer hatte das Duo, das wie die anderen 1330 Läufer um 10 Uhr von Harald Stroh, Vorstandsmitglied der Frankfurter Volksbank, auf die Strecke geschickt worden war, noch gemeinsam absolviert, am Ende der Zeilsheimer Straße setzte sich der drahtige Kenianer dann ab – fast genau an der Stelle, an der Püschel im Vorjahr gestürzt war. „Meine Tagesform war eher durchschnittlich. Der Ostwind auf der Strecke hat die Endzeit auch nicht gerade verbessert“, fand Püschel schon nach wenigen Minuten erste Erklärungsansätze für sein nicht optimales Abschneiden.

Dabei brauchte sich der 19-Jährige überhaupt nicht zu grämen, hatte er nicht nur seine Zeit aus dem Vorjahr um über eine halbe Minute verbessert, sondern auch einen persönlichen Bestwert auf der zehn Kilometer langen Strecke aufgestellt. „Das Höhentraining in Peru hat mir sehr geholfen. Davon profitiert man zwar nicht ewig, kurzfristig ist man aber definitiv schneller unterwegs“, erklärte Püschel, der einen mehrmonatigen Aufenthalt im Andenstaat auch dazu genutzt hatte, sich sportlich noch einmal weiterzuentwickeln. Dass er sich beim Kreisstadt-Lauf wie schon 2015 knapp geschlagen geben musste, störte ihn nicht. Im Gegenteil: „Es hat mich motiviert, jemanden vor mir zu haben, an dem ich mich orientieren und messen konnte.“

Als unschlagbar wollte der Wallauer die den Kreisstadt-Lauf seit Jahren dominierenden Afrikaner aber nicht titulieren: „Es muss viel zusammenkommen, aber ein sehr guter Tag gepaart mit der zielgerichteten Vorbereitung auf diesen Lauf kann ausreichen“, machte Püschel all denjenigen Hoffnung, die sich nach vielen Anläufen endlich mal wieder einen heimischen Läufer an der Spitze des Feldes wünschen.

Natürlich waren es nicht nur die drei schnellsten Läufer, die am Ende mit der durchgehend scheinenden Sonne um die Wette strahlten. Kajo Schmidt, Redaktionsleiter der FNP-Schwesterzeitung Höchster Kreisblatt, stellte bei der Siegerehrung insbesondere die Menschen in den Mittelpunkt, die den Kreisstadt-Lauf so einzigartig machen. „Ohne unsere treuen Sponsoren und die zahlreichen Helfer geht gar nichts“, sagte Schmidt. Im Rückblick auf die wieder einmal reibungslos verlaufene Veranstaltung, die der Leberecht-Stiftung eine Spende von mehr als 24 000 Euro bescherte, bleiben tatsächlich nur Gewinner.

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