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Führt von Beginn an das Feld der Läufer an: Der spätere Sieger Marcel Krieghoff (Nummer 21).

Spiridon Silvesterlauf

Krieghoff und Oed sind vorn

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Die 40. Auflage des Spiridon Silvesterlaufes gewannen der Erfurter Marcel Krieghoff sowie die in Frankfurt lebende Titelverteidigerin Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach).

Der vermeintlich prominenteste Teilnehmer schickte die 2348 Langläufer lediglich mit dem Startschuss auf die Strecke. „Als ich die vielen Läufer an der Startlinie angereiht stehen sah, hat es mich ganz schön gekribbelt. Ich wäre gern unter ihnen“, erklärte Patrick Lange. Doch Deutschlands Sportler des Jahres 2018 musste wegen einer Sehnenreizung seinen Start kurzfristig absagen. „Ein klassischer Anfängerfehler. Ich habe gerade wieder das Training aufgenommen. In neuen Laufschuhen. Langsam müsste ich es wirklich besser wissen, dass so etwas schädlich ist“, erklärte der Triathlet, der im kommenden Jahr als erster Deutscher den Ironman in Hawaii zum dritten Mal in Folge gewinnen möchte. Einer der Höhepunkte des Jahres soll für Lange auf jeden Fall der Ironman Frankfurt am 30. Juni werden. Die Familienehre sollte in Frankfurt seine Lebensgefährtin Julia Hofmann retten. Doch sei erlitt im Training vor einer Woche einen Bänderriss und musste ebenfalls passen. Da Patrick Lange ohnehin nur vor hatte, den Lauf zum Jahresausklang als Vorbereitung zu nutzen, hätte sich auch im Falle seiner Teilnahme an der Reihenfolge auf dem Siegertreppchen wahrscheinlich nichts geändert.

Mal was Neues

Bei den Herren siegte Marcel Krieghoff. Frankfurt ist für den Bad Langensalzaer Berglauf-WM-Teilnehmer vom SC Impuls Erfurt kein Novum, der Spriridon-Silvesterlauf schon. „Ich habe hier schon zweimal am Halbmarathon und einmal am Marathon teilgenommen“, erklärte der 34-Jährige, der sonst zu Silvester immer in Thüringen gelaufen ist. „Wir wollten einmal etwas anderes ausprobieren, hörten, dass in Frankfurt eine schnelle Strecke ist und kamen deshalb her.“ Wir, das war eine sechsköpfige Gruppe aus seinem Verein, die sich in Frankfurt bei den Männern sehr erfolgreich schlug. Die Zwillinge Julian und Philipp Häßner passierten die Ziellinie bald nach ihrem siegreichen Freund auf den Plätzen vier und sieben.

Mit dem für ihn selbst unerwarteten Sieg war Marcel Krieghoff glücklich, mit der Zeit von 32:11 Minuten weniger. „Da die Berglaufsaison erst im April startet, trainiere ich aktuell auf flachen Strecken und laufe da auch Rennen. Leider habe ich schon nach der Hälfte die Konkurrenten, allein lief ich dann nicht so schnell weiter.“ Bis zu Kilometer fünf lief er noch gemeinsam mit den Afrikanern Sultan Abju und Demeke Wosene, einem im Rhein-Main-Gebiet erfolgreichen Äthiopier von der LG Rüsselsheim. Auf dem nächsten Kilometer zog er jedoch an, legte schnell rund 100 Meter zwischen sich und die Verfolger.

Vom Ehrgeiz gepackt

Von ihrem souveränen Sieg überrascht war auch die schnellste Frau Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach). „Ich wollte die zehn Kilometer lediglich als eine Trainingseinheit laufen. Dann sah ich aber in der Startliste Anna Herzberg und Tinka Uphoff, da sagte ich mir, ,du musst dich anstrengen’. Es war auch ein langer Kampf, bevor ich sie abschütteln konnte. Irgendwann, so bei Kilometer sechs, waren sie plötzlich nicht mehr da“, erklärte die Titelverteidigerin, die in Frankfurt auch schon als Jugendliche im Schülerrennen über vier Kilometer gewann und damals den noch gültigen Streckenrekord für diese Altersklasse aufstellte. Nebenbei hat Lisa Oed ihre persönliche Bestzeit vom Vorjahressieg in 35:50 Minuten um 29 Sekunden verbessert. „Ich wohne in einer Wohngemeinschaft in Frankfurt. Meine Mitbewohnerin war verreist, deshalb kam ich allein. Klar bin ich ehrgeizig, will immer gewinnen. Aber an erster Stelle steht hier der Spaß. Man trifft Freunde, baut die nach einer anstrengenden Saison angeschlagene Seele wieder auf.“ Eigentlich wollte sich Lisa Oed mit dem Lauf aus der AK 20 verabschieden. Doch spontan entschloss sie sich, heute noch in Rodenbach, am Ort ihres Hauptwohnsitzes, am Silvesterlauf teilzunehmen. „Ob ich zehn Kilometer Waldlauf mache oder einen Wettkampf, das bleibt sich gleich. Hauptsache, ich habe so viel Freude wie beim Spiridonlauf.“

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