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Weiß sich als Läufer durchzubeißen, was auch in Krisenzeiten hilft: Maximilian Klink von der LG Dornburg (rechts).

Leichtathletik

Der Krisenbewältiger: Maximilian Klink

Der Lockdown und die damit einhergehende Schließung und Sperrung von Sportanlagen, Hallen und Schwimmbädern hat auch Kinder und Jugendliche schwer getroffen. Unter  ihnen viele Talente, die an den Sportschwerpunktschulen in der Region besonders gefördert werden. Wir haben nachgefragt und wollten wissen, wie sie in Sachen Sport und Schule bisher durch den Lockdown gekommen sind. Hier berichtet Maximilian Klink von der LG Dornburg, wie er durch die Krise kommt.

Vor gut einem Jahr war Maximilian Klink noch mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) im Trainingslager in Südafrika und feilte an seinen Bestzeiten. Doch vom einen auf den anderen Tag mussten plötzlich Heimflüge gefunden werden. Das Coronavirus begann seinen Zug durch die Welt. Seitdem diktiert die Pandemie das Leben und die Trainingsmöglichkeiten vieler Sportler. Der 800-Meter-Läufer der LG Dornburg ist davon aber größtenteils unbetroffen. Ein Privileg, das er sowohl seiner Sportart als auch seiner Schulwahl verdankt.

Mit seinem Einzug ins Sportinternat der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt 2017 gingen die Förderung durch den Landesverband und die Aufnahme in die Frankfurter Trainingsgruppe einher. Dort trainiert er selbst jetzt, im erneuten Lockdown, täglich. Dreimal wöchentlich schiebt er vor dem Unterricht eine Sondereinheit. Dafür gehen Klink und Co. in den Stadtwald.

"Wir Läufer haben es da ganz gut, dass wir nicht so sehr auf Hallen oder Sportplätze angewiesen sind", erklärt Klink, für den sich die Trainingsbedingungen kaum geändert haben. Gerade in den Wochen der eisigen Kälte wäre die Trainingsgruppe allerdings lieber in südlicheren und wärmeren Gefilden gewesen - auch der Gemeinschaft wegen. Es seien, so Klink, diese Trainingslager, in denen man als Gruppe besonders zusammenwachse. Sportlich lege man durch die intensive Arbeit in der Höhe den Grundstein für eine gute Saison. Trainingslager seien coronabedingt aber keine geplant. Ob das Folgen für die Leistung hat? "Bis jetzt merke ich da noch nichts. Wir wären ja jetzt erst unterwegs", erzählt Klink. "Ich gehe aber davon aus, dass unser Trainer uns in eine gute Form bringen wird."

Auch in seinem Tagesablauf ist wieder Normalität eingekehrt: Vormittags drückt er die Schulbank, nachmittags geht es zum Training. Ganz anders im ersten Lockdown. Da musste er sowohl Unterricht als auch körperliche Fitness in Eigenregie meistern. In seinem kleinen Heimatdorf, Wilsenroth, helfe man einander. Von den Nachbarn konnte sich Klink das nötige Equipment ausborgen. "So konnte ich mein Training trotzdem gut durchführen."

In Wilsenroth wurde auch sein Talent für die Leichtathletik entdeckt. Ursprünglich schnürte Maximilian Klink mal die Fußballschuhe. Bei einem Winterlauf seines Heimatvereins zeigte sich 2014 sein läuferisches Potenzial. "Das Ergebnis war wohl ganz gut", erzählt er bescheiden. So gut, dass er anschließend zur Leichtathletik gelotst wurde. Begabung hatte er für beides mitgebracht. Doch: "Für eine Sache muss man sich entscheiden", begründet der 20-Jährige seinen Wechsel vom Rasen auf die Tartanbahn. "Und mir macht's immer noch genauso viel Spaß, wie am Anfang." Und das trotz des mitunter prallen Trainingsplans.

Ein Umstand, der auch mit der speziellen Förderung durch die Schule zu tun hat, die es ihm als Leistungssportler ermöglichte, sein Abitur auf vier Jahre auszudehnen. "Dadurch wurde mein Alltag entzerrt und ich hatte selten das Gefühl, komplett erschöpft zu sein und eine Pause zu brauchen." Nun aber geht es Richtung Zielgerade: Das schriftliche Abi steht an. Danach lässt er sich in Offenbach zum Immobilienkaufmann ausbilden. Er bleibt also im Rhein-Main-Gebiet und in seiner Trainingsgruppe. "Ich fühle mich sehr wohl hier. Es ist zu meinem zweiten Zuhause geworden." Das Trikot der LG Dornburg will er dennoch weiter tragen; und vielleicht irgendwann einmal die deutschen Farben repräsentieren. "Das wäre mein größter Traum." Romina Kunze

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