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Spielerinnen der SG Wehrheim/Obernhain mit Trainer Stephan Hnatkow

Handball Hochtaunus

Die Krönung einer prima Saison bleibt Wehrheims Damen versagt

Die Schützenhilfe bleibt aus, die B-Liga-Handballerinnen der SG Wehrheim/Obernhain bleiben auf Platz drei kleben – und sind dennoch hochzufrieden.

Im Fußball gibt es ein berühmtes Beispiel für eine Partie, in der keine der beiden Mannschaften gewinnen musste und dann auch nicht gewinnen wollte. Bei der Weltmeisterschaft 1982 schlossen Deutschland und Österreich einen Nichtangriffspakt, weil sie mit einem 0:0 sicher beide eine Runde weiter kamen. So endete das Spiel in Gijón unter einem Pfeifkonzert der Zuschauer torlos.

Im Handball ist so etwas nicht wirklich möglich, sollte man meinen. Auf Unentschieden zu spielen, das geht nicht. Oder doch? Was sich in der Sporthalle der Fliedner-Schule am frühen Sonntagnachmittag abspielte, war zumindest ein merkwürdiger Spielverlauf.

Am Abend zuvor hatte die SG Wehrheim/Obernhain mit einem 22:15-Sieg gegen den TV Erbenheim ihre Aufstiegschancen gewahrt. Mit dem Sprung in die Bezirksliga A hätte es geklappt, wenn in besagtem Spitzenspiel der bereits als Aufsteiger feststehende TV Breckenheim bei der HSG BIK Wiesbaden gewonnen hätte. Wehrheim wäre Breckenheim dann in die höhere Spielklasse gefolgt. BIK benötigte dagegen noch einen Punkt aus dem Topspiel, um in der Tabelle vor Wehrheim zu bleiben. Und die Bierstädterinnen bekamen ihn auch. Mit einem 10:10 gegen Breckenheim. Das letzte Tor fiel neuneinhalb Minuten vor Schluss.

Schon deshalb, weil solch niedrige Ergebnisse im Handball eigentlich kaum mehr möglich sind, haftet dem Resultat ein „Geschmäckle“ an. Wehrheims Trainer Stephan Hnatkow war mit mehreren Spielerinnen in Bierstadt unter den Zuschauern. Sie waren sozusagen der „weinende Dritte“. Es spricht für die SG, dass sie sich dennoch nicht beschwerten. Auf Nachfrage sagte Hnatkow, dass die ein oder andere Spielerin wenig Engagement gezeigt hätte, für Breckenheim sei es aber eben auch um nichts mehr gegangen. Der Trainer nahm viel lieber zur eigenen Leistung Stellung. „Leider hat es, trotz einer wirklich guten Saison, dieses Jahr noch nicht für einen Aufstieg gereicht“, sagte er. Was impliziert, dass es vielleicht ja im nächsten Jahr klappt. Ein Punkt fehlte der SG.

Die Perspektive scheint eine gute zu sein, rücken doch aus der Jugend mehrere Spielerinnen wie Mara Lenzner, die gegen Erbenheim drei Mal traf, in den Kader auf. Nach dem 1:1 führten die Gastgeberinnen durchgängig und steuerten, gestützt auf die Paraden von Torhüterin Ricarda Hartmann, auf einen souveränen Sieg zu. Die weiteren Tore warfen Jasmin Dieterle, Celine Zunke (je 4), Daniela Ohly (4/1), Anne Schellhaas, Bianca Serra (je 2), Jessica Oerter, Monika Fladung und Nina Wittmer (je 1), die ihr Comeback gab.

Landesliga Mitte, Frauen: HSG Kleenheim/Langgöns II – TSG Oberursel II 29:28 (17:16). Viel unglücklicher hätte die Niederlage für Oberursel nicht ausfallen können. Nach einem 22:26-Rückstand (49.) arbeiteten sich die Gäste dank einer starken Abwehrleistung und der Paraden von Alicia Zeiler heran. Nachdem Karina Limbacher per Siebenmeter gescheitert war, schaffte Katharina Löbrich per Strafwurf das 28:28. In den letzten 45 Sekunden gaben die Kleenheimerinnen den Ball nicht mehr her und erzwangen einen umstrittenen Strafwurf, den Tabea Neul mit der letzten Aktion des Spiels verwandelte. Die Gastgeberinnen haben damit den Klassenerhalt sicher, während die TSGO aus den beiden letzten Spielen gegen die HSG Goldstein/Schwanheim und bei der TSG Eddersheim II wahrscheinlich vier Punkte benötigt, um drin zu bleiben. Als Grund für die Niederlage machte Interimstrainer Paul Günther die schwache Chancenverwertung aus. Für das Oberliga-Team haben Günther wie auch Assistenztrainerin Alexandra Müller übrigens ihre Verträge verlängert. TSGO-Tore: von der Wehl (8), Limbacher (6/2), Löbrich (3/1), Kramp, Sailler, Stahl, Knoblauch (je 2), Kahlstatt, Ried, Frölich (je 1).

HSG Anspach/Usingen – TSG Leihgestern 15:36 (8:17). Mit Caroline Schindler und Tatjana Schroers fehlten beim Absteiger zwei erfahrene Spielerinnen. Bis zur 17. Minute konnte man gegen den Tabellenzweiten mithalten (6:8). „Dann hatten wir keine Chance mehr, der Gegner war einfach zu stark“, stellte Trainer Ralf Kern fest. A/U-Tore: Janicki (6/5), Bank, Matas, Koch (je 2), Kalman, Köll, Kern (je 1).

Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt, Frauen: TuS Nordenstadt – SV Seulberg 20:20 (11:10). Das hart umkämpfte Spiel inklusive Aufholjagd seiner Mannschaft begeisterte SVS-Trainer Manfred Müller, die Schiedsrichterleistung weniger. Da Nordenstadt Torjägerin Juliane Grauer kurz deckte, mussten sich die Gäste etwas einfallen lassen. Sie fanden laut Müller auch Lösungen. Jedoch wurden zu viele Chancen vergeben. Auch während der Aufholjagd nach einem 12:16-Rückstand. Dennoch glich Diana Kolibaba zum 20:20 aus (59.), und die Gäste, bei denen Jenny Heinrich in der Schlussphase bravourös hielt, hatten zum Schluss sogar nochmals den Ball. SVS-Tore: Kolibaba, Weyand (je 5), Grauer (4), Schmidt (3), Hardt (2), Stockmann (1).

Bezirksliga A, Männer: SG Nied – TSG Oberursel II 30:33 (12:15). Oberursels „Zweite“ ist noch einen Punkt vom Titelgewinn entfernt. Den kann die Mannschaft von Trainer Jürgen Merz, der für die nächste Saison zugesagt hat, am Samstag im Spitzenspiel bei der TSG Eddersheim II holen. Da beide Teams aufgrund ihrer 1. Mannschaft nicht in die Bezirksoberliga aufsteigen können, hat Nied (4.) noch Chancen. Doch die Gastgeber um Dominic Schneider und Jens Schulz (5), die einst mit der SG in der Landesliga spielten, kamen in der zweiten Halbzeit nie näher als auf zwei Tore heran. TSGO-Tore: Günther (7), Scheich (7/4), Metz (5), Hoppert, Steven Bond (je 3), Macho (3/1), Schmidt, Kluger (je 2), Weiß (1).

BL C, Gr. 2: FTG Frankfurt II – SV Seulberg 18:38 (10:16). Seulberg war in glänzender Spiellaune und ließ dem Gastgeber nicht die Spur einer Chance. Ein Punkt liegt der SVS hinter Tabellenführer Bad Vilbel/Dortelweil, der im nächsten Spiel bei der TSG Oberursel III antritt (27. April). Den zweiten Platz hat das Seulberger Team von Trainerin Carola Schröder gesichert. Und der berechtigt zu den Aufstiegsspielen gegen den Tabellenzweiten der Gruppe 1. SVS-Tore: Witzke, Zeuner (je 6), Steffan (6/5), Robin Hostert (5), Schröder (4), Fuchs, Pfeiffer (je 3), Bergerfurth, Hennig (je 2), Dammbach (1). (rem/fiu)

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