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Miljenko Crnjac, Trainer des MTV Kronberg

Basketball, Hochtaunus

MTV Kronberg: Dauerbrenner "Milo" Crnjac muss erneut sein Team umbauen

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Mit Hecker, Peuser und Stephens verlassen drei junge Leistungsträger den Verein, gekommen sind vor allem Spieler mit viel Erfahrung. Wenn ein Trainer den neuerlichen Umbruch beim MTV Kronberg moderieren kann, dann ist das Miljenko Crnjac. Der Mann hat darin schon Routine.

Auf dieses Jubiläum kann Miljenko Crnjac stolz sein: Der Kroate, der am heutigen 10. September seinen 50. Geburtstag feiert, geht mit den Basketballern des MTV Kronberg in seine 25. Saison. Ein halbes Leben in Diensten des MTV – und doch brennt bei ihm das Feuer der Begeisterung für diesen Sport noch immer lichterloh.

Das ist nicht selbstverständlich, denn Jahr für Jahr wird er mit der Herausforderung konfrontiert, ein neues Team wettbewerbsfähig machen zu müssen. Der „Kronberger Weg“ trägt die unverwechselbare Handschrift von Crnjac, der Talenten aus dem eigenen Nachwuchs den Vorzug vor Neuzugängen aus dem Ausland gibt, die eine Regionalliga-Saison nur als Etappe ihres Legionär-Daseins ansehen.

Die Beharrlichkeit, mit der Kronbergs Coach diesen Weg beschreitet, ist am 26. Juni gekrönt worden, als die von ihm betreute U18 das Endspiel um den DBB-Pokal gegen den schier übermächtigen Nachwuchs von Alba Berlin mit 78:69 gewonnen hat. Dieser Triumph wird über Jahre hinaus das Denkmal für herausragende Jugendarbeit beim MTV Kronberg bleiben.

In diesen Tagen ist dieser Erfolg allerdings der vielzitierte „Schnee von gestern“, denn im August hat bei den Herren I die Vorbereitung auf die 1. Regionalliga begonnen. Die Saison startet für die Burgstädter am 21. September mit dem Spiel beim SV Fellbach, ehe am 28. September (17.30 Uhr) das erste Heimspiel gegen Vizemeister SG Lützel-Post Koblenz ansteht.

„Der sensationelle sechste Platz, den wir in der letzten Saison erreicht haben, ist Verpflichtung und Belastung zugleich“, sagt Crnjac. Er hofft, dass sich die Erwartungshaltung im Umfeld und bei den Fans nicht am überraschenden Ergebnis orientiert. Dies ist kein Zweckpessimismus, sondern der Tatsache geschuldet, dass drei Leistungsträger nicht mehr in Kronberg spielen.

Der ehemalige Junioren-Nationalspieler und Topscorer Felix Hecker wechselte zum Pro-B-Club nach Hanau, der Neuseeländer Maxim Neil Stephens setzt seine Karriere bei einer College-Mannschaft in den USA fort, und Justus Peuser will beim NBBL-Team Süd-Hessen in der U19-Bundesliga den nächsten Schritt auf seiner sportlichen Karriereleiter machen.

Ein Guard aus New York

Den Umbruch, mit dem Crnjac in der Sporthalle der Altkönigschule an der Le-Lavandou-Straße seit Jahren zu leben gelernt hat und der für ihn stets eine Herausforderung darstellt, sollen vier Neuzugänge erleichtern. Kewan Rayquan Beebe aus New York ist ein 20-jähriger Guard, kommt vom Regionalliga-Konkurrenten ASC Theresianum Mainz und soll mit Yannick Schicktanz die Rolle des Regisseurs übernehmen. Beebe ist seit zwei Jahren mit der Mainzer Basketballerin Pearl Henriquez verheiratet.

Tim Michael Steiner, ein 27-jähriger Flügelspieler, kommt aus Ulm und bringt reichlich Erfahrung mit. Neben seinen Einsätzen für Ulm in der Nachwuchs-Bundesliga NBBL hat er Spielpraxis in der 2. Regionalliga Süd (Söfflingen war sein letzter Verein) sowie in der Pro B (Weißenhorn und Elchingen) gesammelt. Steiner hat es aus beruflichen Gründen in den Taunus verschlagen. Solche Gelegenheiten lässt sich Coach Crnjac meistens nicht entgehen. . .

Ebenfalls über reichlich internationale Erfahrung verfügt der Finne Mikko Olli. Er arbeitet öfters im Ausland und wird sich zusammen mit Fabrizio Dicone, der aus beruflichen Gründen kürzertreten muss, als Leitwolf der Youngster ablösen. Zu den jungen Wilden beim MTV gehört ab sofort auch der 18-jährige Fabian Maurice Baumgarten. Der 203 Zentimeter lange NBBL-Spieler aus Gießen will in Kronberg in seiner ersten Saison im Herren-Bereich in der 1. Regionalliga Erfahrung sammeln.

„Der Klassenerhalt in der vierthöchsten deutschen Liga ist unser erklärtes Saisonziel“, sieht Crnjac in seinem Jubiläumsjahr seine Hauptaufgabe in der Entwicklung des neuen Kaders. Auf den 19-jährigen Center Florian Dietrich, der seit Monaten an einer hartnäckigen Fußverletzung laboriert, muss Crnjac noch verzichten.

Der Regionalliga-Kader des MTV Kronberg: Kewan Rayquan Beebe, Tim Michael Steiner, Mikko Olli, Fabian Maurice Baumgarten, Yannick Schicktanz, Steffen Zimmermann, Nicolas Lagerman, Philip Hecker, Leon Schicktanz, Daniel Medo, Darian Ceh, Noah Litzbach, Jovan Mihic und Ante Brko.

Kommentar zum Geburtstag von Milo Crnjac

Heute feiert Miljenko Crnjac – den alle Welt nur „Milo“ nennt – seinen 50. Geburtstag. Zugleich geht er in seine 25. Saison beim MTV Kronberg. Nicht nur dieser ungemein lange Zeitraum macht ihn zu einem ganz besonderen Basketball-Trainer. In diesem Vierteljahrhundert als Sportlicher Leiter und Coach hat der Kroate Hunderte von Jugendlichen in ihrer sportlichen Entwicklung gefördert. Andreas Hornig, Jakob Merz, Yannick Schicktanz, Patrick Taubert, Alex King und Felix Hecker brachten es sogar bis zu Einsätzen in der Nationalmannschaft. Zigtausende von Kilometern ist Crnjac auf Deutschlands Autobahnen unterwegs gewesen, um am Bodensee und im Ruhrgebiet, in Thüringen und im Saarland seiner Trainertätigkeit nachzugehen. Seinen verantwortungsvollen Job hat er nie nur auf die rein sportliche Handwerkskunst reduziert, sondern war seinen Schützlingen auch stets Vorbild und Förderer in Sachen Verantwortung, Disziplin und Teamgeist. Als Basketball-Abteilung mit kleinem Budget versteht sich der MTV Kronberg im Konzert der großen Clubs in positivem Sinne als Ausbildungsverein, der auf teure ausländische Profis verzichtet. Dadurch ist die Fluktuation im Kader hoch. Stets müssen Spieler aus dem eigenen Talente-Reservoir integriert werden, für die der MTV ein Sprungbrett für höherklassige Teams ist. Der hauptamtliche Trainer Crnjac wird somit Jahr für Jahr vor große Herausforderungen gestellt. Was unter dem Strich kein Nachteil sein muss, denn dadurch entsteht keine Routine in den Abläufen und auch nach 25 Jahren – im Sportbereich eine kleine Ewigkeit – kommt im Trainingsalltag keine Langeweile auf. Mit dem Gewinn des DBB-Pokalendspiels seiner U18 gegen Alba Berlin hat sich Miljenko Crnjac in diesem Jahr selbst ein kleines Denkmal gebaut. Möge er den Basketballern des MTV Kronberg noch möglichst lange erhalten bleiben. Happy Birthday, Milo.

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