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Johannes Kütt (r.) ist mit drei Toren der Matchwinner für die SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach im Spiel gegen Oberstedten II.

Kreisoberliga

Kütt lässt Wehrheim jubeln, Dramatik in Ober-Erlenbach

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Was haben Eintracht Oberursel, die Sportfreunde Friedrichsdorf und der FV Stierstadt gemeinsam? Die Fußballmannschaften geben in der Kreisoberliga eine Führung in der zweiten Halbzeit noch aus der Hand.

FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach – SV Seulberg 2:2 (2:1): Ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten, das nach Ansicht von FSG-Pressesprecher Armin Klimmek aber mit einem gerechten Unentschieden endete. Die Gastgeber hatten zu Beginn deutlich mehr vom Spiel und gingen auch verdient mit 2:0 in Führung. Nachdem Sascha Weldert in der fünften Minute nur den Pfosten getroffen hatte, köpfte Chris Hörning eine Mohr-Ecke zum 1:0 ein (38.). Nur vier Minuten später tat es ihm Louis Presle gleich, diesmal hatte Jonas Heilhecker den Ball nach innen geschlagen.

Doch die Seulberger kamen noch vor dem Halbzeitpfiff durch Dominik Nürnberger nach einem Konter zum Anschlusstor und zehn Minuten nach Wiederbeginn durch Mike Horn nach Bornschein-Rückpass sogar zum 2:2. „Danach konnten wir froh sein, dass es dabei geblieben ist“, räumte Klimmek ein, denn die Gäste vergaben noch Chancen durch Dominik Nürnberger und Jannis Bornschein.

Eintracht Oberursel – SGK Bad Homburg 1:3 (1:0): Zweites Spiel, zweite Niederlage für die Truppe von Trainer Mehmet Cetin, der seinen Schützlingen gegen die SGK aufgrund der Personalnot eine eher defensive Taktik vorgegeben hatte. Trotzdem zappelte gleich der erste Versuch im Tor der Gäste, nachdem der schnelle Oberurseler Silas Duddeck einen Grajcevci-Pass aufgenommen und sicher verwertet hatte (5.). Kurz darauf verpasste Yahya Alemdar knapp das 2:0 (10./Latte), ehe auch die SGK durch Gökhan Tas nur den Querbalken traf (20.).

In der Pause bewies Kirdorfs Trainer Mohamed Chafchaoui „Näschen“, indem er mit Deniz Vural, Eghosa Osagie und Joao Rabaca gleich drei Spieler einwechselte – mit durchschlagendem Erfolg: Vural köpfte zum Ausgleich ein (56.), Osagie hämmerte den Ball zum 1:2 unter die Latte (60.) und nochmals Vural lupfte den Ball nach einem weiten Pass über Eintracht-Keeper Marc Burg hinweg zum 1:3 ins Netz (65.) – und drehten somit das Spiel binnen neun Minuten.

SF Friedrichsdorf – FC Neu-Anspach II 4:4 (2:1): So richtig kommen die ambitionierten Sportfreunde noch nicht in den Tritt. Nach der 1:2-Auftaktniederlage gegen Kronberg reichte es für die Dzihic-Truppe auch im zweiten Heimspiel nicht zum ersten Sieg. „Wir hatten uns das sicher anders vorgestellt. Bei nur einem Punkt nach zwei Spielen kann man schon von einem Fehlstart reden“, räumte Matthias Schmidt, Sportlicher Leiter bei den Sportfreunden, ein, versprach aber: „Wir bleiben ruhig!“

Gleich zwei Mal waren die Gastgeber durch Muhamet Aliaj (25.) und Ali Razai (41.) in Führung gegangen, jedes Mal hatte Eric Becker ausgeglichen (38./49.). Nach zwei weiteren Treffern von Eugen Schiffmann (64.) und Aliaj (72.) schien beim Stande von 4:2 dann doch alles klar, doch der eingewechselte Artur Nagel brachte die Gäste wieder heran (80.). Nach Gelb-Rot für Deniz Pekgüzelyigit (87.) wollten die Hausherren das Ergebnis in Unterzahl über die Zeit retten, doch Becker mit seinem dritten Treffer vermasselte den Sportfreunden in der Nachspielzeit den ersten Saisonsieg. „Das darf in Unterzahl natürlich nicht passieren“, ärgerte sich Schmidt.

In der ersten Version des Textes wurde Stefan Büttner als Trainer-Neuzugang des FC Neu-Anspach bezeichnet. Das stimmt nicht.

FV Stierstadt – SpVgg Bomber Bad Homburg 3:4 (2:0): „Das darf nicht passieren. Fertig, aus“, musste sich FVS-Obmann Marco Hentsch nach dem Schlusspfiff erst einmal sammeln. Kurz zuvor hatte er mit ansehen müssen, wie ausgerechnet der neue Spielertrainer Christian Liebig den Ball vertändelt und so den Gästen noch den Siegtreffer durch Fitwi Tesfay Eyob ermöglicht hatte. Und das, nachdem der Gruppenliga-Absteiger zur Pause durch Altan Sak (13.) und Marcel Biskup (22.) schon mit 2:0, später nach einem weiteren Sak-Treffer (65.) noch mit 3:2 geführt hatte und durch Sak (51./freistehend übers leere Tor) eine Riesenmöglichkeit vergeben hatte. „Das wäre das 3:0 und das Spiel entschieden gewesen“, stöhnte Hentsch hinterher.

Die 05er blieben aber jederzeit ruhig, glichen durch Eyob (58.) und Hassan Taddou (63.) zunächst zum 2:2 und später durch Taddou auch zum 3:3 (81.) aus. Zu allem Überfluss sah in der Schlussminute noch Stierstadts Mohammad Barzegari Rot wegen einer Beleidigung.

SG Ober-Erlenbach – FC Weißkirchen 4:3 (2:2): Was für ein Krimi im Ober-Erlenbacher Wingert-Sportpark. Sieben Tore, neun Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten garnierten dieses Duell, in dem die SGO dank eines Treffers von Dominik Welter-Seberkste in letzter Minute doch noch das bessere Ende für sich hatte und den zweiten Saisonsieg einfuhr. Eric Kemen hatte die Gäste mit zwei Treffern (5./27.) in Führung gebracht. Ex-Profi Adrian Matuschewski mit einem tollen Freistoß in den Winkel (29.) und Julian Grassler (36.) glichen aber noch vor dem Seitenwechsel aus.

Nach der Pause vergab zunächst David Bremerich gleich drei dicke Chancen (Latte, zwei Mal parierte Torhüter Dominic Großmann), ehe auf der Gegenseite erneut Kemen zum 2:3 zuschlug (72.). Doch in einer dramatischen Schlussphase traf der erst in der 75. Minute eingewechselte Welter-Seberkste zum 3:3 (81.) und zum 4:3 (90.). Dazwischen lagen noch zwei Gelb-Rote Karten für Matuschewski (SGO/85.) und Alessandro Cavalera (FCW/89.).

SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach – 1. FC Oberstedten II 3:2 (2:0): Johannes Kütt war der spielentscheidende Akteur im Aufsteigerduell, der mit drei Toren fast im Alleingang für den ersten Saisonsieg der Spielgemeinschaft sorgte. Schon mit einem Doppelschlag in der 27. (nach Musterpass von Marcus Krawczyk) und 29. Minute (feiner Angriff über Saeed Nadedry) stellte er die Weichen auf Sieg, um vier Minuten nach Wiederbeginn ein Hacken-Zuspiel von Lars Röske zum 3:0 zu verwerten. Einen vierten Kütt-Treffer verhinderte die Querlatte (55.).

Oberstedten machte es durch einen Doppelschlag von Cevat Temur (73.) und Alexander Barz (76.) wieder spannend und eröffneten eine Schlussphase mit Chancen hüben wie drüben. Nadedrys Kopfball in der Schlussminute landete am Pfosten.

SG BW Schneidhain – Teutonia Köppern 0:3 (0:0): Der Aufsteiger aus Schneidhain wartet auch nach dem zweiten Saisonspiel auf den ersten Sieg und den ersten Punkt. „Ein Aufwärtstrend war da. Es läuft allmählich in die Richtung, die wir uns vorstellen“, hatte SG-Abteilungsleiter Dietmar Möser im Vergleich zum 0:9-Debakel in Neu-Anspach durchaus Fortschritte gesehen. Im Ergebnis drückte sich das zwar noch nicht aus, zumindest in der ersten Hälfte aber hielten die Schneidhainer tatkräftig dagegen.

Mit dem 0:1 durch ein Eigentor von Florian Selg (56.) neigte sich die Waage dann aber doch in Richtung der routinierteren Köpperner, die nur fünf Minuten später durch Daniel Feil auf 2:0 erhöhten. Nachdem Sami Ademaj bei der besten Schneidhainer Chance nur die Latte getroffen hatte (80.), setzte Feil drei Minuten vor dem Ende den Schlusspunkt und schoss die Teutonia an die Tabellenspitze.

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