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War mit seiner Defensive überhaupt nicht zufrieden: Hadamars Trainer Stefan Kühne.

Fußball-Hessenliga

Ein kunterbunter Rot-Weiß-Sieg des Willens

Der SV Rot-Weiß Hadamar hat sich im zweiten Saisonspiel der Fußball-Hessenliga für die Auftaktniederlage rehabilitiert und beim Aufsteiger FSV Fernwald einen 6:5-Sieg erkämpft. Es war ein hartes Stück Arbeit und ein turbulentes Spiel, das bis zur letzten Sekunde auf des Messers Schneide stand. Aber die Rot-Weißen wollten es unbedingt – und wurden belohnt. Sechs Punkte auf ihrem Konto haben die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und der VfB Ginsheim. 

VON PETER FRÖSE

Die Trainer beider Mannschaften zeigten sich vor allem von der Defensivleistung ihrer Teams enttäuscht. „Wir haben unglaubliche Fehler produziert, die nicht in die Hessenliga gehören“, zeigte sich FSV-Coach Karl-Heinz Stete enttäuscht. Viel glücklicher war auch sein Hadamarer Kollege Stefan Kühne nicht – er durfte wenigstens drei Punkte mitnehmen. Die gesamte Partie bot kaum einmal Zeit zum Verschnaufen. Nachdem Stephen Jäckel eine Gästechance vereiteln musste, nutzte Felix Erben einen Querpass von Nicolas Strack zum 1:0 (4.). Eine Erben-Flanke klatschte an die Latte, und Rot-Weiß-Keeper Christopher Strauch wusste den Abpraller vor dem einschussbereiten Strack zu klären (8.). Nach einem Lupfer von Mirco Geisler scheiterte Rafael Szymanski freistehend an Strauch (10.). Bei einem Distanzschuss von Jerome Zey verhinderte Jäckel per Glanzparade den Ausgleich (12.), und Danilo Neves Oliveira fand im starken Christopher Strauch seinen Meister (18.).

„Unsere Abwehr ist löchrig wie ein Schweizer Käse“, forderte der SVH-Keeper mehr Ordnung in seinem Team. Nach einem Laufduell mit David Sembene kam Felix Erben im Strafraum zu Fall, doch die Pfeife von Schiedsrichter Christoph Rübe blieb stumm (27.). Nach einem gewonnenen Laufduell gegen Julian Bender traf Jean Bosco Makengo ins lange Eck quasi mit dem Pausenpfiff zum 1:1 (45.). 

Nach dem Seitenwechsel sollte die Partie in puncto Kuriosität noch gesteigert werden. Bereits 30 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Jonas Herdering zur Hadamarer 2:1-Führung (46.). Im Gegenzug brachte Steffen Rücker Nicolas Strack zu Fall. Rafael Szymanski verwandelte den Elfer zum 2:2 (47.). Der erneuten FSV-Führung stand bei einem Schuss von Felix Erben der Pfosten im Weg (50.). Stattdessen ermöglichte ein Missverständnis zwischen Mirco Geisler und Torwart Stephen Jäckel dem SV das 3:2, welches Mirko Dimter per Kopfball nach Makengo-Flanke markierte (53.). Strack vertändelte nach einem Steilpass von Kevin Bartheld eine gute Ausgleichsgelegenheit (56.), während Luke Dettki gegen Jerome Zey auf der Linie klären musste (63.). Bei einem Schuss von Raymond Aschenkewitz, der dem FSV-Keeper zum 2:4 durch die Hosenträger rutschte, machte Stephen Jäckel – wie bereits in der Vorwoche in Neuhof – eine unglückliche Figur (71.). 

Doch auch hier stimmte die Moral der Stete-Elf, die nach einem Querpass von Dettki durch Strack erneut auf 3:4 verkürzte (73.). Beide Abwehrreihen luden weiter zum munteren Toreschießen ein, und so schloss Herdering einen SVH-Konter zum 3:5 ab (77.). Erneut war es Strack, der den Abstand nach einem weiten Einwurf von Milos Milosevic mit dem Abstaubertor zum 4:5 verkürzte (80.). Als einmal mehr die Absprache in der FSV-Defensive nicht stimmte, schleuderte Karl-Heinz Stete wutentbrannt eine Wasserflasche auf den Boden (83.). Kurz vor Schluss ließ sich seine Elf erneut düpieren: Nach einem schnellen Einwurf legte Aschenkewitz quer, wo Herdering mit seinem dritten Tagestreffer das 4:6 markierte (90.). Es passte aber zum Spielverlauf, dass der FSV nochmals traf, ohne sich hierfür am Ende aber etwas kaufen zu können. So schlenzte Kevin Bartheld das Leder zum 5:6-Endstand in den Winkel (90.+2).

„Als erfahrene Hessenliga-Elf müssen wir uns cleverer anstellen. Die Offensive war gut, aber was wir heute hinten für Fehler gemacht haben, das stellt mich nicht zufrieden“, sagte Rot-Weiß-Trainer Stefan Kühne. 

Fernwald: Jäckel, Dettki, Oliveira (63. Milosevic, Bender (51. Burger), Völk, Goncalves, Szymanski, Bartheld, Strack, Erben (72. Ersentürk), Geisler – Hadamar: Strauch, Jindra, Dimter, Sembene (93. Paul), Markus Neugebauer, Zey, Rücker, Makengo (66. Aschenkewitz), Kröner, Herdering, Matthias Neugebauer – SR: Rübe (Kassel) – Tore: 1:0 Felix Erben (5.), 1:1 Jean Bosco Makengo (45.+1), 1:2 Jonas Herdering (52.), 2:2 Rafael Szymanski (52.), 2:3 Mirko Dimter (58.), 2:4 Raymond Aschenkewitz (75.), 3:4 Nicolas Strack (73.), 3:5 Jonas Herdering (77.), 4:5 Nicolas Strack (80.), 4:6 Jonas Herdering (90.), 5:6 Kevin Bartheld (90.+2).

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