+
Ungemütlicher Saisonstart: Pirates-Spielerin Saskia Schwering (Bildmitte) wird von Katharina Wagner (Kleenheim/Langgöns) attackiert.

Handball

Langenbachs Taktik geht nicht auf – 21:31

Durch ein Wellenbad der Gefühle gingen die 110 Zuschauer, die zum Saisonauftakt in der 3. Handball-Liga Ost der Frauen das Hessenderby zwischen der TSG Ober-Eschbach und der HSG Kleenheim/Langgöns

Durch ein Wellenbad der Gefühle gingen die 110 Zuschauer, die zum Saisonauftakt in der 3. Handball-Liga Ost der Frauen das Hessenderby zwischen der TSG Ober-Eschbach und der HSG Kleenheim/Langgöns in der Albin-Göhring-Halle miterlebten. Allein schon die nackten Zahlen mit einer 12:11-Halbzeitführung der „Pirates“ und einem 20:9 für die Gäste in den zweiten 30 Minuten, was zu einem souveränen 31:21-Erfolg des amtierenden Staffelmeisters führte, sprechen für sich.

Die Gründe für den Einbruch der Gastgeberinnen, die nach zwei von Lisa Lichtlein souverän verwandelten Siebenmetern nach 19 Minuten mit 9:5 geführt hatten?

Zum einen die taktische Fehleinschätzung von TSG-Coach Marc Langenbach, die in der Vorbereitung gelegentlich ausprobierte Maßnahme, mit sieben Feldspielerinnen und ohne Torfrau zu agieren, im ersten Punktspiel als Waffe gegen den Meister einzusetzen. Das funktionierte nicht: Sechs Sekunden vor der Pause verkürzte ausgerechnet Trainergattin Janina Langenbach für die Gäste mit einem Wurf ins leere Tor zum 12:11.

Davon verunsichert, lief nach dem Seitenwechsel aufseiten der Pirates eine Viertelstunde gar nichts mehr. Vier Treffer für die HSG in einen ohne Torhüterin verwaisten Kasten der Ober-Eschbacherinnen versetzten die heimischen Fans in Erstaunen, denn Langenbach änderte trotz der Negativerfahrung nichts an seiner Taktik und versuchte immer wieder, mit sieben Feldspielerinnen das Ruder umzureißen. Dem war nicht so: Die HSG wurde von Minute zu Minute mental stärker und setzte sich immer weiter ab, woran die vier Ex-Pirates-Spielerinnen Nina Hess, Katharina Wagner, Janina Langenbach und Kim Winkes neben der überragenden Ann-Sophie vom Hagen (9 Treffer) großen Anteil hatten. In den letzten fünf Minuten durfte die Ex-Anspacherin Madeleine Buhlmann bei der HSG Kleenheim/Langgöns zwischen die Pfosten.

„Durchaus möglich“, beantwortete Trainergattin Janina Langenbach augenzwinkernd die Frage, ob sie und ihr Mann Marc die Nacht nach dem Spiel in getrennten Betten verbringen würden. Was aber weniger mit einem „Rosenkrieg“ in Sachen Handball nach dem Derby zu tun hatte als mit der Tatsache, dass Tina mit ihren ehemaligen Ober-Eschbacher Kolleginnen auf die Zeltkerb gehen wollte.

„Unsere Leistungsträgerinnen haben nicht das gebracht, was sie können. Gegen Kleenheim hat man nur eine Chance, wenn alle 100 Prozent geben. Deshalb geht die Niederlage in Ordnung“, sagte Langenbach. Teammanager Gerhard Döll: „Bevor ich jetzt etwas Falsches sage, sage ich lieber gar nichts.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare