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Sie alle könnten Schlüsselspieler für ihren Verein sein. Maximilian Zuckrigl (links) und Robin Dankof (rechts) für den TuS Dietkirchen, Jason Schäfer (Zweiter von links) und Sammy Kittel (Zweiter von rechts) für den SV Rot-Weiß Hadamar.

Fußball-Hessenliga

Lasset die Spiele beginnen!

Das lange Warten hat ein Ende, denn am Wochenende startet die Fußball-Hessenliga in die Saison 2020/21. Gleich zum Auftakt der mit 38 Spieltagen angesetzten Mammutrunde wartet auf die beiden Kreisvertreter Schwerstarbeit. Der TuS Dietkirchen eröffnet am Samstag, 15 Uhr, mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger SV Zeilsheim, während der SV Rot-Weiß Hadamar am Sonntag, ebenfalls um 15 Uhr, beim VfB Ginsheim auf Punktejagd geht.

VON PATRICK JAHN

TuS Dietkirchen – SV Zeilsheim (Samstag, 15 Uhr). Vor allem für das Selbstvertrauen dürfte der Kreispokalsieg vom letzten Wochenende der Mannschaft von Trainer Thorsten Wörsdörfer einen zusätzlichen Schub verpasst haben. Selbstverständlich wurde der Triumph gebührend gefeiert, auch wenn seit Montagabend der Fokus auf dem Punktspielstart liegt. „Ich gebe in meinem Alter in der dritten Halbzeit den Takt nicht mehr vor, weiß aber, dass die Jungs den Titelabend genossen haben“, berichtet „Wörsi“. „Es war schön, aber der Fokus liegt seit Wochenbeginn ganz klar auf Zeilsheim. Wir brauchen vom ersten Moment an all das, was uns in diese Liga gebracht hat: Herzblut, Einsatz, Laufbereitschaft. Auch wenn meine Spieler manchmal Selbstzweifel haben, können wir das schaffen, was viele uns nicht zutrauen – nämlich den Klassenerhalt.“ Beim Rückblick auf die Vorbereitung stellt der TuS-Coach fest: „Die Jungs sind fit, das haben sie letzte Woche bewiesen. Und das ist die wohl wichtigste Grundlage.“

Mit dem SV Zeilsheim gastiert der Meister der Verbandsliga Mitte auf dem Reckenforst. Obwohl sich die Dietkircher ob der Tatsache, direkt zu Beginn ein Heimspiel zu haben, normalerweise freuen sollten, macht der Trainer beim Blick auf den Gegner klar: „Das ist kein normaler Aufsteiger. Der Verein verfügt über Mittel, etliche namhafte Spieler zu beschäftigen. Wir werden also sofort merken, wo wir stehen.“ In der Tat hat sich bei den Zeilsheimern das Personal-Karussell extrem gedreht. Gleich zwölf Spieler haben den Verein verlassen – für einen Aufsteiger ein Stück weit ungewöhnlich. Sage und schreibe 17 Akteure sind neu. Unter ihnen auch die Ex-Hadamarer Khaibar Amani, David Sembene und Michel Gschwender. Dass der Gegner angesichts seines totalen Umbruchs noch nicht eingespielt sein könnte, darauf braucht in und um Dietkirchen niemand zu hoffen. Die Elf von Ex-Profi und Trainer Sascha Amstätter hat zuletzt im Main-Taunus-Kreispokal gegen Liga-Konkurrent und Mit-Aufstiegsfavorit FC Eddersheim mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen und scheint gewappnet.

Positives gibt es indes vom Personal des TuS zu vermelden, denn der Offensivbereich wird mit Marco Müller, der wieder fit ist, ergänzt. Nicola Meloni, Dennis Leukel und Miguel Granja werden aber weiterhin fehlen. „Respekt: ja, Angst: nein“, sollte die Devise der Reckenforstler lauten. Dass große Namen keine Rolle spielen, hatten letzte Saison auch zu Beginn Eintracht Stadtallendorf und Hessen Dreieich zu spüren bekommen. In der umgetauften „Auto-Bach-Arena auf dem Reckenforst“ weht eben meist ein anderes Lüftchen.

Redaktions-Tipp: 2:2.

VfB Ginsheim – SV Rot-Weiß Hadamar (Sonntag, 15 Uhr). Für den SV Rot-Weiß Hadamar kommt es gleich zum Auftakt knüppeldick. Trainer Stefan Kühne, der wegen eines Trauerfalls in der Familie in Ginsheim aller Voraussicht nach noch nicht mit an Bord sein wird, wurde von der Mannschaft bereits im Kreispokal-Finale letzten Samstag schmerzlich vermisst. Dazu die ärgerliche Niederlage gegen den „Rivalen“ TuS Dietkirchen (2:3 nach 2:0-Führung) und dann auch noch die Tatsache, dass mit Torhüter Christopher Strauch, Matthias Neugebauer (Knieverletzung) und Jerome Zey (Fußverletzung) drei wichtige Säulen nicht mit dabeisein können, sind alles andere als optimale Voraussetzungen. Das sieht auch Kapitän Jonas Herdering so: „Wir müssen erst einmal kleinere Brötchen backen und wären mit einem Punkt schon sehr zufrieden. Wir werden taktisch einiges umstellen und die jungen Spieler ins kalte Wasser werfen.“

Relativ zügig hatten die Fürstenstädter im Übrigen die Pokal-Niederlage abgehakt. Herdering meint: „Das war kein großes Thema bei uns. Wir haben die Fehler vor den Gegentoren angesprochen, danach war die Sache gegessen. Wir schauen nach vorne und haben nach wie vor eine sehr gute Stimmung in der Truppe.“ Positiv überrascht blickt der Kapitän auf die Vorbereitungsphase zurück: „Natürlich brauchen wir noch ein paar Wochen, bis wir eingespielter sind. Dennoch haben wir uns als Mannschaft trotz des großen Umbruchs schnell gefunden und harmonieren sehr gut. Das ist schon einmal viel wert.“ Im Gastspiel in Ginsheim, das seinerseits einen großen Umbruch erlebt hat, werden sich die Kontrahenten vermutlich auf Augenhöhe begegnen. Besonders motiviert dürften auf Ginsheimer Seite Oladimeji Ladipo, Christian Makana, Denis Oriana, Oliver Pandov und Raymond Williams (Aschenkewitz) sein, denn all diese Ex-Hadamarer kicken nun für den VfB. Jonas Herdering über den Widersacher: „Sie werden uns besser kennen, als wir sie. Beim ersten Blick hatte ich sie als Abstiegskandidat vermutet, doch das muss ich revidieren. Sie haben herausragende Testspiel-Ergebnisse erzielt und verfügen über ehemalige Spieler von uns, die hochmotiviert sein werden.“

Die Rot-Weißen, die noch immer einen Innenverteidiger und einen Außenbahnspieler suchen, werden sich mit allen Mitteln wehren, auch wenn die Voraussetzungen alles andere als rosig sind. Ein neuerlicher Fehlstart soll vermieden werden.

Redaktions-Tipp: 2:2.

Freitag:

KSV Baunatal - SV Steinbach

20.00

Samstag:

TuS Dietkirchen - SV Zeilsheim

15.00

SC Waldgirmes - Viktoria Griesheim

15.00

Hessen Dreieich - Buchonia Flieden

15.00

Hünfelder SV - Rot-Weiß Walldorf

15.00

FC Hanau 93 - Türk Gü. Friedberg

abgesagt

FC Erlensee - FSV Fernwald

abgesagt

Sonntag:

VfB Ginsheim - SV RW Hadamar

15.00

FC Eddersheim - SGB Fulda-Lehnerz

15.00

SV Neuhof - FV Bad Vilbel

15.00

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