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Ein gelungener Tackle im Spiel zwischen den Frankfurt Pirates und den Bad Homburg Sentinels.

Sportkreis Hochtaunus

"Lasst uns das Coronavirus zu Boden tackeln"

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Das Training wird aus den Hallen in die eigenen vier Wände oder in den Wald verlagert. Runden für Sommer-Sportarten sind verschoben.

Hochtaunus -Bis dato hat die Dynamik der Corona-Krise innerhalb weniger Tage in den Sportarten entweder zu einem abrupten Ende der Spielzeit oder einer längeren Pause geführt. Auch zum Training wird sich nicht mehr getroffen, die Sporthallen bleiben seit Montag geschlossen. Die Verbandsfunktionäre im Fußball und Tischtennis haben noch die Hoffnung, nach den Osterferien zur Normalität übergehen zu können und die Saison nur ausgesetzt.

In anderen Disziplinen ist die Runde bereits verschoben worden, bevor sie überhaupt begonnen hat. Der Hessische Baseball- und Softball-Verband hat beschlossen, den Start des Spielbetriebs bis zum 20. April, also nach den offiziellen Osterferien, zu verschieben. "Wir sind zwar nur ein kleiner Verband, aber wir sind eine große Gemeinschaft. Dies sind denkwürdige Zeiten. Bitte steht zusammen, passt aufeinander auf, insbesondere auf die Risikogruppen, und bleibt gesund, stay calm!", teilt der HBSV auf seiner Webseite mit.

Für die Teams der Bad Homburg Hornets bedeutet dies, dass die ersten für den 18. und 19. April vorgesehenen Heimspiele nicht stattfinden werden. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass auch die Partien der Bundesligen verschoben werden. Am 18. April hätten die Hornets die Darmstadt Whippets empfangen.

"Football besteht aus Laufen, Werfen, Fangen, Blocken und Tackeln. Lasst uns gemeinsam das Coronavirus zu Boden tackeln", schreibt Christian Freund vom Verbandsspielausschuss auf der Homepage des AFV Hessen. Die Saison in den Lizenzligen soll erst am 9. und 10. Mai starten. Partien könnten auch in die Zeit nach den Sommerferien verlegt und die Saison entsprechend verlängert werden, heißt es. Regionalligist Bad Homburg Sentinels  hält noch an seinem ersten Heimspieltermin (am 2. Mai gegen die Gießen Golden Dragons) fest.

In einer kuriosen Situation befinden sich höherklassige Mannschaften im Handball und Basketball, beispielsweise die "Pirates" der TSG Ober-Eschbach und die Korbjäger des MTV Kronberg .Deren Saison wurde bisher nur ausgesetzt, sie können sich aber zum Trainieren nicht mehr treffen. "Es ist noch nicht entschieden, wie und ob es weitergeht", sagt MTV-Trainer Miljenko Crnjac. Also habe er in der WhatsApp-Gruppe seine Spieler darum gebeten, sich so lange wie möglich fit zu halten.

"Wir haben auf die Lage keinen Einfluss und machen uns nicht verrückt", fügt Crnjac hinzu. Es gebe derzeit weitaus wichtigere Dinge als den Sport.

Falls die letzten drei Spieltage nicht stattfänden und die Saison - analog der Landesverbände - mit den letzten Tabellenständen gewertet werde, hätte der MTV als Vorletzter der 1. Regionalliga Südwest erneut den Ligaverbleib geschafft. "Die Saison hat uns großen Spaß gemacht, und auch im Falle eines Abstiegs würden die Spieler alle weitermachen. Zudem haben wir keine Sponsorenverträge, die ligaabhängig geschlossen wurden", erläutert der kroatische Basketball-Coach.

Gespannt ist man beim MTV, wo die A-Jugend künftig spielt. Denn die Bundesliga-Qualifikation, für die der Verein den Nachwuchs angemeldet hat, ist für den Mai angesetzt und muss daher angesichts der nicht absehbaren Corona-Entwicklung als gefährdet gelten.

Sogar für Simone Drott und ihre Sportgymnastinnen des TV Seulberg hat sich das Training erst einmal erledigt. "Sogar" muss man sagen, denn die Gruppe hat sich auch schon an Weihnachten in der Halle an der Landwehrstraße getroffen und macht so gut wie keine Pausen.

Persönlich könne sie die drastische Maßnahme nicht ganz verstehen - "Solange in Firmen noch gearbeitet wird, macht die Hallenschließung für mich wenig Sinn" - jedoch ruhe in den nächsten Tagen der Trainingsbetrieb komplett. Für die kommende Woche kann sich die Trainerin Übungseinheiten in Kleinstgruppen unter freiem Himmel vorstellen. Wenn es denn die Corona-Lage zulässt. Verlängert sich die Auszeit des "gesellschaftlichen Zusammenlebens", müsste der TV Seulberg in einen sauren Apfel beißen. Für den 20. und 21. Juni plant der Verein die Ausrichtung der nationalen Meisterschaften.

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