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Konzentriert beim Putten: Laura Fünfstück nimmt auf dem Grün Maß.

Europameisterschaft der Amateur-Golferinnen

Laura Fünfstück spielt ein „richtig gutes Turnier“

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Laura Fünfstück belegte nach vier starken Runden bei der Europameisterschaft der Amateur-Golferinnen in Österreich einen guten achten Platz. Die Frankfurterin Amina Wolf brachte sich durch schwaches Putten um ein gutes Resultat.

Platz 20 hatte sich Laura Fünfstück zum Ziel gesetzt, einen „Top-Ten-Platz“ als Optimum angesehen. Am Ende belegte die Spielerin des GC Neuhof den achten Rang. Nach Runden von 70, 71, 70 und noch einmal 70 blieb sie mit insgesamt 281 Schlägen auf dem Par-72-Platz des GC Murhof in der Steiermark sieben Schläge unter dem Platzstandard (Par). Das waren acht mehr, als die neue Europameisterin Maria Parra Luque aus Spanien benötigte. „Ich bin super happy mit meinem Ergebnis. Das ist das erste Mal, dass ich jede Runde unter Par gespielt habe. Es ist schon etwas länger her, dass ich ein richtig gutes Turnier gespielt habe, aber dafür fühlt es sich jetzt umso besser an“, kommentierte Laura Fünfstück ihr Abschneiden.

Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Sie kam gesundheitlich angeschlagen in Österreich an. „Die Physiotherapeuten haben mich kuriert. Nach zwei Tagen Erholung konnte ich fit antreten“, erzählte die 20-Jährige.

Der Auftakt verlief vielversprechend. Fünfstück legte mit drei Birdies gut los. Sie traf die Grüns richtig, vor allem das Eisenspiel war stark. Obwohl die längeren Putts nicht fielen, beendete sie die erste Runde mit einer guten 70 (- 2). Die zweite Runde wurde für die Weltranglisten-21. zur Geduldsprobe. „Als ich mich um 13 Uhr zum Abschlag stellte, hat es gedonnert. Das Spiel wurde wegen des Gewitters unterbrochen. Um 17 Uhr ging es weiter, um 21 Uhr wurde wegen der Dunkelheit abgebrochen.“

Das hieß am nächsten Morgen um 5.30 Uhr aufstehen und um 7 Uhr auf dem Platz zu sein, um die beiden letzten Löcher zu absolvieren. „Dann zurück, die Emotionen herunterschrauben, für eine Stunde hinlegen, das zweite Frühstück vertilgen. Und um 15 Uhr wieder konzentriert die dritte Runde beginnen.“ Dass sie die ersten neun Loch buchstäblich verschlief, verwundert unter diesen Umständen kaum. Dann konnte sie sich steigern. Mit vier Birdies beendete sie die Runde mit 70 Schlägen. „Das war körperlich und mental eine echte Herausforderung, und ich bin froh, dass es so gut geklappt hat“, kommentierte Laura Fünfstück diesen Tag. Als sie um 20.30 Uhr beim Abendessen saß, „da dachte ich, dass ich als Zwölfte im Gesamtklassement vor 12 Uhr nicht spielen muss und mich daher endlich ausschlafen kann.“ Pustekuchen: Da sich die Verantwortlichen vor einem erneuten Gewitter fürchteten, mussten tags darauf alle schon um 8.30 Uhr ran. Also hieß es wieder um 6 Uhr aufstehen. „Ich spielte die ersten Bahnen völlig verschlafen, machte zwei Bogeys und lag nach sechs Löchern bei + 2.“ Doch so etwas war die Hessin ja mittlerweile gewöhnt. Es folgte erneut eine Superserie, ohne Bogeys und mit vier Birdies. „Das war doch noch mal sehr ordentlich“, freute sich Laura Fünfstück.

Bei dieser letzten Runde war die Frankfurterin Amina Wolf nicht mehr aktiv dabei. Die Deutsche Lochwettspiel-Meisterin beendete ihre drei Runden mit zehn über Par und verfehlte den Cut. „Mit meinem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, mit meinem Spiel allerdings schon. Bis aufs Putten war es gut“, meinte die 19-Jährige, der das Turnier viel Spaß gemacht hat. „Es war toll organisiert. Es war die gelungenste EM, die ich je gespielt habe.“ Die Frankfurterin machte vieles richtig, vor allem ihr langes Spiel war sehr gut. „Die besten Profis bringen 75 Prozent ihrer Schläge aufs Grün. Das habe ich sogar noch übertroffen. In den beiden ersten Runden war ich jeweils 13 Mal auf dem Grün, in der dritten Runde verfehlte ich es gar nur drei Mal“, rechnete Amina Wolf vor.

Warum sie trotz dieser Superschläge den Cut nicht schaffte? Weil sie ihre zahlreichen Chancen nicht zu nutzen wusste und ausnehmend schlecht puttete. „Das ist ohnehin nicht mein bester Bereich. Aber diesmal war es extrem. Die Grüns waren okay, ich habe sie aber nicht gut gelesen. Warum, weiß ich selber nicht.“

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