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Familien-Idyll: Sebastian Orendi mit Ehefrau Kim, seiner mittlerweile vier Jahre alten Tochter Mia und Hündin Nala.

NNP-Serie: Die Kapitäne

Die legendäre Vereinstreue des Sebastian Orendi 

Sie genießen den Respekt ihrer Mitspieler und der Trainer, tragen die Binde am Ärmel mit Stolz und haben etwas zu sagen: die Kapitäne. Auf dem Platz in ihrem Vereinsdress kennt man sie als Leader ihrer Mannschaft. Wir wollen wissen, wer der Mensch ist, der in diesem Trikot steckt. In unserer Serie präsentieren wir heute Sebastian Orendi vom Fußball-Kreisoberligisten SG Merenberg.

VON PATRICK JAHN

Wer Sebastian Orendi näher kennt, weiß, dass der mittlerweile 35-Jährige sehr heimatverbunden ist. Bis auf einen Abstecher zur damaligen SG Hausen/Fussingen/Lahr, bei der er in der heutigen Gruppen- und Verbandsliga Stammspieler war, hat der Mittelfeld-Stratege die Fäden immer bei der SG Merenberg gezogen. Und nicht nur das: Von Kindesbeinen an wohnt der Familienvater im Gemeinde an der B49 und ist seit über 30 Jahren Mitglied im Verein – das ist heutzutage nahezu exotisch.

Vor drei Jahren hatte sein aktueller Trainer, Ex-Profi Stefan Simon, Sebastian Orendi das Kapitäns-Amt von Teamkollege Markus Meuser übertragen. Doch warum wurde ausgerechnet er, der von Arnel Schmidt bei Abwesenheiten vertreten wird, zum Spielführer ernannt?

Sebastian Orendi bringt Licht ins Dunkel: „Ich denke, dass ein großer Faktor sicherlich meine Erfahrung war. Zudem weiß ich, dass ich in der Truppe einen hohen Stellenwert genieße und sehe mich auch in der Lage, auf und neben dem Platz Verantwortung zu übernehmen.“

Sein Trainer Stefan Simon hat es wohl ganz genauso gesehen und führt weiter aus: „Sebastian ist ein absoluter Führungsspieler und weiß genau, wie er mit der Mannschaft umzugehen hat. Ganz davon abgesehen, bringt er auch immer entsprechende Leistung. Das Kapitäns-Amt ist die optimale Rolle für ihn, weil er alle Spieler sehr gut kennt, sie pusht und von seinem Naturell her sehr positiv ist. Wenn es aber sein muss, packt er die Jungs sprichwörtlich auch mal an den ,Eiern’.“

„Vorbild für jüngere Spieler sein“

Sebastian Orendi weiß außerdem, was wichtig ist, um sich eine solche Stellung innerhalb des Teams zu erarbeiten. Er meint: „Man muss für jüngere Spieler ein Vorbild sein – vor allem, was die Einstellung zum Spiel, auch aber die Trainingsbeteiligung angeht. Obwohl ich beruflich extrem eingespannt bin, versuche ich möglichst immer da zu sein.“ Doch auch außerhalb des Platzes sind die Aufgaben eines Kapitäns vielfältig. Sebastian Orendi, der sich als Bindeglied zwischen Trainer, Team und Verein sieht, sagt hierzu: „Ich tausche mich auch mit dem Trainer vor den Spielen aus. Dabei geht es unter anderem auch darum, wie wir die jeweiligen 90 Minuten angehen wollen. Außerdem ist es wichtig, dass – falls Probleme auftreten – ich zusammen mit dem Verein an Lösungen arbeite.“

Dass davon natürlich auch Stefan Simon als Trainer profitiert, steht außer Frage. Der Coach sagt: „Er ist natürlich näher an der Mannschaft und kann mich diesbezüglich unterstützen. Auch weil er den Jungs vieles vermitteln kann, bin ich froh, dass ich ihn habe. Ich kann mich immer zu 100 Prozent auf ihn verlassen. Er hat einfach auch die gewisse Reife, mit den Spielern umzugehen.“

Ein Physiotherapeut mit gutem Ruf

Abseits des Sportplatzes spannt der Beruf den Mittelfeldspieler besonders ein. Sebastian Orendi ist als selbstständiger Physiotherapeut tätig, führt seit vier Jahren seine eigene Praxis und hat sich schnell einen guten Namen gemacht. Unter anderem unterstützt er zuweilen auch das Hessenliga-Team des TuS Dietkirchen. „Der Job macht mir wahnsinnig viel Spaß, ist aber natürlich auch anstrengend“, gibt der 35-Jährige zu Protokoll.

Seine Frau Kim, seine mittlerweile vier Jahre alte Tochter Mia und die fast zwei Jahre alte französische Bulldogge Nala runden das tolle Familienleben ab. „Ich darf mich wirklich nicht beklagen“, weiß Sebastian Orendi, der mittlerweile ruhig und bodenständig geworden ist. Nach eigenen Angaben liegt die Betonung aber ganz klar auf dem Wort „geworden“. Und eine Besonderheit in der heutigen Zeit gibt’s auch noch erwähnen: Sebastian Orendi trägt – anders als etliche seiner Mit- und Gegenspieler – keine Tätowierungen auf seiner Haut. Es sind eben andere Eigenschaften, die ihn einzigartig machen...

In unserer nächsten Folge lernen wir einen Kapitän aus dem Südkreis kennen, der die Länder auf seinen Reisen gerne wandernd erkundet.

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