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Leon Bucklitsch vom SC Oberursel schwimmt bei der Jugend-DM zu Bronze

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Von: Thorsten Remsperger

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Sie sind stolz auf die Bronzemedaille: Leon Bucklitsch (Bildmitte) mit der hessischen Verbandstrainerin Shila Sheth und Vereinstrainer Brandon Oberwallner.
Sie sind stolz auf die Bronzemedaille: Leon Bucklitsch (Bildmitte) mit der hessischen Verbandstrainerin Shila Sheth und Vereinstrainer Brandon Oberwallner. © SC Oberursel

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften schafften die Schwimmer des SC Oberursel das beste Abschneiden seit Jahren. Viel Beharrlichkeit während der Pandemie zahlt sich jetzt aus.

Oberursel/Berlin – Wer hätte das gedacht? Brandon Oberwallner jedenfalls nicht. Als der Sportwissenschaften-Student im Dezember 2019 begann, die Leistungsschwimmer des SC Oberursel zu trainieren, fiel ihm gleich ein Teenager auf, der richtig viel Talent mitbrachte. Aber nicht eine unbedingt passende Einstellung. Wenn ein 22-jähriger Trainer wie Oberwallner das heute beschreiben soll, dann so: „Sein Mind-Set passte nicht zum Leistungssport.“ Gemeint war Leon Bucklitsch.

Doch wie die Dinge sich ändern. Trotz Corona-Pandemie, in der einige Leistungssportler ihre Motivation gänzlich verloren, ist der inzwischen 17-jährige Freistil-Spezialist so gut wie nie. Bucklitsch krönte das starke Abschneiden von vier qualifizierten Oberurseler Schwimmern bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM). Er schwamm in seinem Jahrgang 2004 über 50 Meter Freistil in der Zeit von 24,02 Sekunden zur Bronzemedaille und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um einen (entscheidenden) Platz.

Bucklitsch gehört zu einem erlauchten Kreis

„Leon ist einer von zwölf hessischen Sportlern, der eine Medaille gewonnen hat“, ist Oberwallner voll des Lobes über seinen Schützling. Und der war noch nicht einmal richtig fit. Bei der mehrtägigen Veranstaltung im Europasportpark Prenzlauer Berg hatte Bucklitsch zunächst über 100 Meter Freistil einen Vereinsrekord aufgestellt, war im Finale in der Zeit von 52,51 Sekunden auf Rang fünf geschwommen. Jedoch zog sich das Oberurseler Talent eine Erkältung zu, weshalb er auf die geplanten Starts über 200 Meter Freistil und 50 Meter Rücken verzichtete.

„Zu den 50 Freistil ist er dann angetreten, da er unbedingt eine Medaille gewinnen wollte“, erzählt Oberwallner. Im Vorlauf habe sich Bucklitsch auch ziemlich schwergetan, technisch sei die Performance nicht gut gewesen, moniert sein Trainer. Seine Zeit: 24,42 Sekunden. Da die Vorbereitung für den Finallauf nur daraus bestand, sich vom Physiotherapeuten fit machen zu lassen, setzte das Oberurseler Team schließlich nicht die allerhöchsten Erwartungen in seinen Spitzenschwimmer. Bucklitsch steigerte sich enorm, nicht nur in technischer Hinsicht. Seine Zeit von 24,02 Sekunden bedeutete nicht nur einen persönlichen Rekord. Auch in seinem Verein ist noch niemand die 50 Meter Freistil so schnell geschwommen. Bei den DJM waren nur Lukas Klos (SG Rheinhessen-Mainz/22,90) und Dominik Abdou (SC Altwarmbüchen/23,61) besser.

Auf Trainingstour quer durch Hessen

„Sehr zufrieden“ ist Oberwallner auch mit dem Abschneiden seiner drei weiteren Schwimmer. Dass sich überhaupt ein Quartett qualifizieren konnte, war schon ein lange nicht mehr dagewesener Erfolg. Dabei waren die Trainingsvoraussetzungen in der Pandemie nicht gerade einfach. Immerhin durfte die neunköpfige Leistungsgruppe auch im Lockdown weitermachen, jedoch mussten Ausweichbäder in Neu-Isenburg, Großkrotzenburg und Wächtersbach abgeklappert werden. Höhepunkt der Vorbereitung war schließlich im April ein zweiwöchiges Trainingslager mit dem SV Gelnhausen auf Zypern.

Das SCO-Team in Berlin (von links): Brandon Oberwallner, Laura Gonzalez Bittner, Leon Bucklitsch, Sophia Wüste und Atanas Kehayov.
Das SCO-Team in Berlin (von links): Brandon Oberwallner, Laura Gonzalez Bittner, Leon Bucklitsch, Sophia Wüste und Atanas Kehayov. © SC Oberursel

Bei den DJM gab Laura Gonzalez Bittner ihr Debüt, sie war ziemlich nervös. Erfreulich für sie, dass es nach Rang 26 über 50 Meter Schmetterling über 100 Meter Schmetterling so gut klappte: Sie landete unter den besten 20 ihres Jahrgangs 2007 und schwamm Bestzeit respektive Vereinsrekord (1:08,68 Minuten/18.).

Gleiches gelang Jahrgangskollegin Sophia Wüste über 50 Meter Brust. Sie schwamm auf den 13. Platz (35,22 Sekunden/Vereinsrekord), über 100 Meter Brust wurde sie dann Zwanzigste (1:18,72). Debütant Atanas Kehayov, Jahrgang 2008, schaffte nach ausbaufähiger Leistung über 100 Meter Brust (20.) letztendlich über 50 Meter Brust eine persönliche Bestzeit von 32,93 Sekunden, was für einen starken 13. Platz in seinem Jahrgang reichte.

Dank der Bronzemedaille von Leon Bucklitsch gehört der SC Oberursel zum erlesenen Kreis von nur sechs hessischen Vereinen, die in Berlin mit mindestens einem Schwimmer auf dem Podest vertreten waren.

Insgesamt gehen für den SCO inzwischen 70 Wettkampfschwimmer auf die Startblöcke. Das verkündet Trainer Brandon Oberwallner mit berechtigtem Stolz, und es lässt für die hessischen Meisterschaften im Juli in Bergen-Enkheim einiges erwarten.

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