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Wie gewohnt, mit vollem Einsatz: Leon Burggraf im Trikot von Borussia Dortmund.

Fußball

Leon Burggraf: Beruf als Leidenschaft

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Im letzten Sommer hat Leon Burggraf aus Dehrn, seinerzeit im Trikot des Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar, den Sprung zum Champions-League-Club Borussia Dortmund gewagt. Für die Westfalen spielt er in der U23-Mannschaft, die den vierten Platz in der Regionalliga West einnimmt.

In der Pause zum Jahreswechsel hat Leon Burggraf sein Familie und Freunde in Dehrn besucht. Wir haben den 21-Jährigen nach seinem neuen Leben im Profifußball gefragt. Mit Leon Burggraf sprach NNP-Sportredakteurin Marion Morello.

Wie hat sich Ihr Leben verändert seit Sie beim BVB spielen?

LEON BURGGRAF: Es ist natürlich eine große Umstellung, das Hobby zum Beruf zu machen. Jeden Tag ein- oder zweimal Training war anfangs ungewöhnlich, aber mittlerweile ist es zum Alltag geworden.

Wie sieht Ihr üblicher Tagesablauf aus?

BURGGRAF: Das hängt vom Wochentag ab. Im Normalfall gibt es gegen 9 Uhr Frühstück im Trainingszentrum, darauf folgt ein Training um 10.30 Uhr. Dienstags und mittwochs gibt es nach dem Duschen Mittagessen, denn dann folgt noch die Nachmittagseinheit. Nach einer zweistündigen Mittagspause wird um 15.30 Uhr das zweite Mal trainiert.

Gab es schon mal den Moment, in dem Sie den Schritt, ins Profi-Lager gewechselt zu sein, bereut haben?

BURGGRAF: Nein, so einen Moment gab es noch nicht. Ich könnte mir momentan keinen schöneren Beruf vorstellen. Ich meine: Die Wenigsten haben einen Beruf, der gleichzeitig ihre Leidenschaft ist.

Trainieren Sie ab und an auch mal mit den Stars der Mannschaft des souveränen Bundesliga-Tabellenführers zusammen?

BURGGRAF: Wir haben ab und zu mal Profis in unseren Trainingseinheiten zu Gast. Aber selbst das ist mittlerweile zum Alltag geworden.

Wie groß ist der Leistungs-Unterschied zwischen der Regionalliga und der Hessenliga?

BURGGRAF: Es gibt natürlich einige Unterschiede zwischen Hessen- und Regionalliga. Im Großen und Ganzen ist das Spiel viel taktischer und strukturierter.

Was war Ihr bislang schönstes Erlebnis in Dortmund?

BURGGRAF: Am schönsten war für mich meine erste Trainingswoche mit der neuen Mannschaft. Ich wurde sehr gut aufgenommen und habe einige gute Freunde gefunden.

Sitzen Sie, wenn es der Terminplan erlaubt, auch mal im Stadion, wenn Borussia Dortmund spielt und seine Fans verzückt?

BURGGRAF: Am Wochenende ist das meist nicht möglich, da wir oftmals zeitgleich spielen. Wenn die Profis unter der Woche Champions League spielen, sind wir jedoch regelmäßig im Stadion.

Auf was können Sie nur schwer verzichten, zum Beispiel, was den Ernährungsplan angeht?

BURGGRAF: Mittlerweile versuche ich, größtenteils auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten. Das fällt mir ab und zu noch etwas schwer, aber der Schweinehund gewinnt nur selten.

Was macht Ihnen am meisten Spaß beim Training in Dortmund und was am wenigsten?

BURGGRAF: Am meisten Spaß macht es, wenn generell gute Stimmung in der Mannschaft und im Trainerteam herrscht. Dann machen wir viele spielerische Wettkämpfe. Im Gegensatz dazu machen natürlich die Läufe ohne Ball am wenigsten Spaß. Es wissen zwar alle, dass auch so etwas mal dazugehört, jedoch würde wahrscheinlich jeder Fußballer auch gerne darauf verzichten.

Wenn Sie ein Halbjahres-Fazit ziehen würden: Hat sich der Schritt gelohnt? Und wie sehen Sie Ihre Perspektiven?

BURGGRAF: Der Schritt hat sich definitiv gelohnt. Ich fühle mich sehr wohl hier und würde den Schritt wieder gehen. Das gute ist, dass halbjährlich die Karten neu gemischt werden, und ich mich in der Vorbereitung neu beweisen kann. Daher liegt mein Fokus immer auf der Zukunft.

Wie oft sind Sie noch in Ihrer Heimat in Dehrn?

BURGGRAF: Während der Saison schaffe ich es, alle vier, fünf Wochen in die Heimat zu fahren. In der Winterpause konnte ich jetzt 14 Tage am Stück in der Heimat sein.

Machen Sie nebenbei noch eine Berufsausbildung oder studieren Sie?

BURGGRAF: Zur Weiterbildung mache ich zwölfmonatige Fernlehrgänge. Ein komplettes Studium oder eine Ausbildung sind momentan nicht möglich, da die Trainingszeiten variieren und sich die Prüfungsphasen mit der Vorbereitung überschneiden würden.

Interessieren Sie sich noch für Ihren alten Verein, den SV Rot-Weiß Hadamar? Haben Sie sich schon ein Spiel angeschaut in dieser Saison?

BURGGRAF: Ja, klar! Ich habe zu vielen Jungs noch engen Kontakt. Die Entfernung steht uns zwar etwas im Weg, aber sobald sich die Möglichkeit bietet, besuche ich meine Freunde in der Heimat – oder sie kommen nach Dortmund.

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