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Roman-Autor und Handball-Fan: Peter Borstel.

Handball, Hochtaunus

Ob 3. Liga oder Abstieg: Peter Borstel glaubt an eine Zukunft für die "Pirates"

Peter Borstel, Gesellschafter von TSG Ober-Eschbachs Handballerinnen, ist auch Krimiautor. Vor dem Schlager im Abstiegskampf am Sonntag hat er eine Idee für seinen neuesten Roman.

Steuermann war er bei den „Pirates“ zwar bisher nicht, doch als Galionsfigur der TSG Ober-Eschbach kann man Peter Borstel getrost bezeichnen. Seit 2013 engagiert er sich als Funktionär in verschiedensten Rollen bei der Frauenhandballmannschaft, befindet sich also in seiner achten Saison. Damit ist er die große, wenn auch oft im Hintergrund agierende Konstante.

„Fan der Mannschaft bin ich bereits seit 18 Jahren“, verrät er. Regelmäßig war er in der Albin-Göhring-Halle als Zuschauer zu Gast und fieberte auf den Rängen in der 2. Bundesliga mit. Als er 2012 mitbekam, dass sein Verein nach einem Verantwortlichen fürs Sponsoring suchte, fühlte er sich angesprochen. „Ich war im Messebereich aktiv und hatte Interesse, aber zunächst hat es zeitlich bei mir nicht geklappt.“

Im folgenden Jahr kam dann aber zusammen, was offenkundig zusammengehört: Peter Borstel gab sein Ja-Wort, und schon kurz darauf klapperte er „die Louisenstraße ab, rauf und runter“, auf der Suche nach Sponsoren. Es blieb nicht bei dieser Tätigkeit. Stück für Stück brachte er sich im Verein viel mehr ein, als er sich einst hätte vorstellen können. Ob beim Auf- und Abbau an Heimspieltagen, bei der Organisation für Auftritte auf dem Laternenfest, der Pflege der Homepage oder der Gestaltung des Hallenheftes, die er mit Spielerin Franziska Chmurski übernimmt – Borstel bringt sich ein, wo er nur kann.

Auch bei ungeliebten Aufgaben, wie den Videoaufzeichnungen der Heimspiele, eine Vorgabe des Deutschen Handball-Bundes. „Vor ein paar Jahren waren die Internetleitungen noch nicht so super, die Videos aber sehr groß“, erinnert er sich seufzend, „da habe ich teilweise um 3 Uhr noch an der Übertragung gesessen. Und morgens dann noch mal, wenn die Datei beim Senden mal wieder abgebrochen ist.“

"Man kann die Leute richtig mitnehmen"

Mehr Spaß macht ihm sein Job als Hallensprecher, zumindest bei spannenden Spielen. „Dann kann man die Leute in der Halle richtig mitnehmen“, erklärt er. Seit März 2015 ist Borstel zudem Gesellschafter der Spielbetriebs-UG. Abseits der Sporthalle macht Borstel als Romanautor auf sich aufmerksam. Wäre die Spielzeit der „Pirates“ einer seiner Krimis, Borstel würde das Werk „Dem Tod entronnen“ nennen und verrät damit, wie er sich den Saisonausgang erhofft. „Allerdings kann ich als Autor das Ende selbst bestimmen, im Sport geht das nicht“, sagt er.

Doch ein etwaiger Abstieg aus der 3. Liga müsse nicht gleichbedeutend mit dem Tod der „Pirates“ sein, wie er betont. Er selbst stünde weiterhin zur Verfügung, auch einige Sponsoren würden dem Team in der Oberliga die Treue halten. Ob es aber weitergehen würde, hängt letztlich am Sportlichen. „Wenn wir eine schlagkräftige Mannschaft zusammenbekämen, sehe ich keinen Grund, dass es hier enden müsste“, meint Borstel.

Erstmal versuchen die Pirates aber dem Abstieg noch zu entrinnen. Die Partie am Sonntag (16 Uhr) gegen Union Halle-Neustadt II ist richtungweisend. Bei einer Niederlage würde die TSG ans Tabellenende rutschen. „Dass die Spielerinnen unter dem Druck einknicken, glaube ich nicht, dafür haben wir in den letzten anderthalb Jahren zu viel mitgemacht“, sagt Borstel. Die Mannschaft habe sich in den letzten zwei Monaten gefestigt. „Allerdings muss bei einem kleinen Kader wie unserem alles zu 100 Prozent passen.“

Die Dinge auf dem Feld kann Peter Borstel nicht beeinflussen, um alles andere wird er sich wie gewohnt mit Leidenschaft kümmern.

ROBIN KUNZE

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