Mit dem Megafon ruft Lehrertrainer Simon Frank dem trainierenden Zweier Informationen zu.
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Mit dem Megafon ruft Lehrertrainer Simon Frank dem trainierenden Zweier Informationen zu.

Rudern

Limburger Club für Wassersport: „Familienbetrieb“ mit Tradition

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Training im Lockdown: Fünfmal pro Woche geht es auch in Corona-Zeiten bei den Athleten des Limburger Clubs für Wassersport auf der idyllischen Lahn zur Sache.

Ganz ruhig fließt die Lahn in Richtung Diez. Kaum ein Geräusch ist am frühen Samstagmorgen zu hören. Lediglich ein leises Plätschern, wenn eine der vielen Enten nach einem Ausflug sanft wieder auf den kleinen Wellenkämmen landet. Auch Wanderer sind kaum zu sehen im Bereich unterhalb des Doms auf dem Uferweg in Richtung Eschhofen.

Diese Ruhe ist schlagartig vorbei, wenn es im „Familienbetrieb“ Limburger Club für Wassersport gilt, das Training aufzunehmen. Der LCW - ein Familienbetrieb? Diese Frage lässt sich schnell beantworten, nimmt man Kontakt auf mit den jungen Sportler/innen, die sich vor dem schmucken Bootshaus zum Training einfinden. „Meine Eltern, Großeltern und auch die Schwester haben gerudert“, erzählt Franziska Will. Und auch bei Timika Martin war „die Schwester Initialzündung“, sich dem Rudersport zu widmen.

Also sind in erster Linie Familien seit der Gründung des Vereins im Jahr 1895 „Hauptlieferanten“ von Talenten - neben den Schulen heutzutage. Diesen Talenten widmet sich derzeit Lehrertrainer Simon Frank bei jeder Trainingseinheit; auch in Corona-Zeiten. „Zwischenzeitlich war komplett dicht“, berichtet Simon Frank bei einem Besuch am Bootshaus. „Wir haben den Jugendlichen in dieser Zeit Ruderergometer mit nach Hause gegeben.“

Das hat sich zwischenzeitlich geändert, auch wenn die Benutzung des Bootshauses, der Umkleideräume und der Duschen nicht erlaubt sind. „Solange es kein Hochwasser gibt und die Temperaturen auf drei Grad fallen, wird trainiert“, sagt Simon Frank, während er immer einen Blick auf das Gelände vor dem Bootshaus hat. Dort tragen die jungen Sportler ihre High-Tech-Kunststoffboote auf der Schulter in Richtung Lahn, um sie auf das Training mit „mindestens 80 bis 90 Minuten Wasser“ vorzubereiten. Bevor jedoch das eigentliche Wassertraining aufgenommen wird, heißt es auch bei den Athleten des LCW: „Eine Runde laufen, dann geht‘s los!“

Das Training hat es in sich: An vier Tagen wird gerudert, einmal ist Online-Gymnastik angesagt. Zudem gibt es, wie wir von Simon Frank erfahren, auch ein „typisches Samstagtraining“: ein Belastungstest, bestehend aus dreimal 1000 Meter Testfahren gegeneinander, „um sich an die Wettkampfgeschwindigkeit anzupassen“. Das Training soll ausgewogen sein und täglich aus 60 Prozent Beine, 20 Prozent Arme und 20 Prozent Oberkörper bestehen.

Es beginnt mit den ersten ruhigen Ruderschlägen auf dem Wasser. Dann geht die Post ab, die Anweisungen werden über ein Megafon an die jungen Ruderer weitergegeben und sind auch von den jetzt zahlreicher werdenden Wanderern deutlich zu hören. „Mehr Backbord“, „legt euch gerade“ oder „wenn noch mehr Bein kommen würde“, erschallt es über die Lahn, aufmerksam von den Bootsmitgliedern aufgenommen.

„Wettkampf“ ist ein Wort, das auch beim Limburger Club für Wassersport für Stirnrunzeln sorgt, wurden doch sämtliche Regatten von Mainz bis Marburg abgesagt. Doch so ganz negativ sieht man die Zukunft im LCW bei einem Blick auf die Internetseite des Vereins nicht. Hier ist von einem „Anfängerkurs“ die Rede, zu dem sich interessierte Jugendliche anmelden können. Auch der 25. August 2021 ist hier zu finden: Anmeldeschluss für die geplante Limburger Regatta.

Trainiert wird auf jeden Fall auf der Lahn. Und das seit Jahrzehnten mit Riesenerfolg, wie ein Blick in die Annalen zeigt. Hier sind reihenweise Welt- und Europameister im Trikot des Limburger Clubs für Wassersport zu finden. Und so soll es auch weitergehen. KLAUS-DIETER HÄRING

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