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Von: Volker Hofbur

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Gewann mit ihrem College die US-Meisterschaften: Jil Nora Engelmann von Tennis 65 Eschborn. FOTO: mal
Gewann mit ihrem College die US-Meisterschaften: Jil Nora Engelmann von Tennis 65 Eschborn. FOTO: mal © Marcel Lorenz

Jil Nora Engelmann wurde mit ihrem College US-Meisterin

Eschborn -Jil Nora Engelmann ist für die Regionalliga-Tennisspielerinnen von Tennis 65 Eschborn in der Medenrunde aktiv. Zudem studierte sie in den USA in der Barry University in Miami in Florida. Dort spielte sie auf dem College auch Tennis und wurde dort mit ihrem Team US-College-Meisterin in der zweiten Division. Das bedeutet nicht, dass damit die Leistungsstärke der Universität beschrieben wird. Die Division richtet sich nach ihrer Größe. "Meine Universität gehört zu den mittelgroßen, daher gehörten wir der zweiten Division an", erklärt Jil Nora Engelmann, "zu Beginn wird der Sieger im Bezirk Miami ausgespielt, dann der der Region Süd-Florida, ehe es um die US-Meisterschaften geht. Dafür qualifizieren sich die 16 besten Mannschaften der Region".

Während Jil Nora Engelmann in Deutschland hätte studieren und nebenbei in ihrer Freizeit als Profi spielen müssen, ist das College-System für sie als Sportlerin wesentlich attraktiver. "Ich bin in Deutschland an diesem System gescheitert. Hier bekommt der Trainer 14 Spielerinnen, die ab der Position 200 der WTA-Weltrangliste platziert sind. Unsere Nummer eins hat alle Grand Slams im Vorjahr bestritten. Sie war aber von ihrer Weltranglisten-Position eine Ausnahme. Das sind ambitionierte Spielerinnen auf dem Weg zum Profitum, die dabei ein Studienabschluss machen wollen, oder ehemalige Profis, die den Sprung nach oben nicht geschaffen wollen und dann als Spielerinnen den Plan B mit dem Studium gehen wollen", erläutert Engelmann, "sie haben mit vom College mein Studium bezahlt, und ich habe für sie gespielt. So hatte ich die finanziellen Möglichkeiten, beides unter einen Hut zu bekommen".

Doppel haben eine höhere Wertigkeit

Auch das Spielsystem in den USA ist beim College anders als in der Medenrunde. Zwar werden auch hier sechs Einzel und drei Doppel gespielt, aber die Regeln sind anders. "Die Doppel haben eine andere Wertigkeit", berichtet Jil Nora Engelmann, "sie werden zuerst gespielt. Wenn zwei Doppel gewonnen werden, gibt es einen Punkt. Danach werden die Einzel gespielt. Wer vier Punkte erreicht, hat gewonnen. Dann werden die noch laufenden Spiele abgebrochen. So hat man als Spielerin den Druck, vor den anderen fertig zu werden, um in die Wertung zu kommen". Es wird über zwei Gewinnsätze gespielt. Ein weiterer Unterschied: Bei Einstand entscheidet der nächste Ballwechsel über den Spielgewinn. Das macht die Spiele kürzer.

Der Alltag im College sieht so aus, dass die Spielerinnen drei bis vier Stunden neben dem Studium täglich trainieren. "Das ist Tennis, Fitness, Training im Studio und Laufen", erklärt Engelmann. Wenn die Meisterschaften laufen, gibt es zwei bis drei Spiele pro Woche. "In den USA ist das sehr hoch angesehen. Die Finals werden im amerikanischen Sportsender ESPN in allen US-Staaten live übertragen. In den Nachrichten wurden Ausschnitte von den Spielen gezeigt", macht Engelmann deutlich, welchen Stellenwert diese Meisterschaften haben. Durch die Corona-Pandemie konnte Engelmann dort vier Jahre spielen. "Das war super, ich habe meinen Master und meinen Doktor gemacht. Zwei Abschlüsse, die ich mir in Deutschland erst hätte finanzieren müssen", sagt sie. Sie hatte in Deutschland ihren Bachelor in Wirtschaftswissenschaften gemacht, in den USA einen Abschluss in Business Administration und in Erziehungswissenschaften - Erwachsenenbildung. Nun schreibt sie in Deutschland im nächsten halben Jahr ihre Doktorarbeit fertig, die sie dort Ende des Jahres noch präsentieren muss. Und ihre Ziele? "Ich würde gerne im Sportmanagement bleiben, mache aber erst einmal meine Doktorarbeit", erklärt Jil Nora Engelmann, "sportlich werde ich noch in der Zweiten Eschborner Mannschaft und in der Liga in Österreich spielen". Dann hofft sie, dass sie ihre Leistenzerrung, die sie sich beim Medenspiel zuletzt zugezogen hat, wieder auskuriert hat". Volker Hofbur

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