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Liz Rhein: "Ein Aufstieg ergibt für uns keinen Sinn"

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Von: Thorsten Remsperger

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Ihr Herz schlägt für den Frauen-Basketball: Liz Rhein, bei der Homburger TG als Team-Managerin der Falcons im Einsatz.
Ihr Herz schlägt für den Frauen-Basketball: Liz Rhein, bei der Homburger TG als Team-Managerin der Falcons im Einsatz. © Heiko Rhode

Warum die Falcons Bad Homburg nicht für die 1. Liga planen. Im Team des Tabellenführers gibt es den ersten Coronafall.

Bad Homburg -Emma Rhein ist eine Frohnatur. Die junge Basketballerin der Falcons Bad Homburg lässt sich die gute Laune auch nicht durch eine schmerzhafte Blase am Fuß verderben, die ihr im Spiel gegen die SG Weiterstadt zu schaffen machte. Hat sie auf Nachfrage ihrer Mutter Liz, die Managerin des Zweitliga-Teams der Homburger TG, einfach weggelächelt.

Emma Rhein ist nicht das einzige Basketball-Talent, der man derzeit die Freude anmerkt, Teil einer so guten Mannschaft zu sein. Auch Isabel Gregor ist dankbar, von so erfahrenen Spielerinnen wie Nerea Garmendia Odriozola, Elizabeth Klinker oder McKenzie Johnston "vor allem in Sachen Aggressivität" viel lernen zu können - aber auch, "wie man das Spiel lesen kann".

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Mischung bei den Falcons in dieser Saison stimmt. 13 Siege aus 15 Spielen - Rang eins. Vielleicht sind sie so gut, wie noch nie. Klar, dass Isabel Gregor mit dem Team "Erster bleiben möchte". Und nachvollziehbar, dass Emma Rhein auf Nachfrage nicht verneint hat, einmal in der 1. Bundesliga spielen zu wollen. Mit den Falcons, versteht sich.

Zu große Erwartungen der Spielerinnen muss ihre Mutter, Team-Managerin und Basketball-Enthusiastin Liz Rhein jedoch dämpfen. "Ein Aufstieg in die 1. Bundesliga ergibt für uns einfach keinen Sinn", sagt die "starke Frau" in der umtriebigen HTG-Abteilung. Dafür führt Liz Rhein gleich mehrere Gründe an, die recht plausibel klingen. Erstens müsste der Kader deutlich aufgerüstet werden (also auch viel mehr Geld in die Hand genommen werden), um in der höchsten Spielklasse mithalten zu können.

Das Problem mit der eigenen Halle

Zweitens müssten die jetzigen Spielerinnen ihren Status mehr oder weniger auf Vollzeit-Basketballerin switchen. "Denn nur viermal die Woche zu trainieren, was sich zurzeit sehr gut mit einem Studium oder einem Praktikum verbinden lässt, ist dann nicht mehr", gibt Liz Rhein zu bedenken. Drittens würde die vereinseigene Halle im Primodeus-Park wegen ihrer (zu) kleinen Tribüne nicht den DBBL-Anforderungen für eine Lizenz genügen.

Am wichtigsten jedoch fällt in der Rhein'schen Argumentationskette der erste Punkt ins Gewicht. Denn wenn weitere hochkarätige Spielerinnen von außerhalb geholt werden, würden diese den eigenen Talenten den Platz wegnehmen. "Für unsere Mädels betreiben wir aber doch den ganzen Aufwand", erläutert die Managerin. Das scheinen die Spielerinnen mit Vertrauen zu honorieren. Mit Emma Rhein und Tosca Steinhoff sind zwei "Eigengewächse" gemeinsam mit Annika Holzschuh die ersten, die für die nächste Spielzeit zugesagt haben. Auch bei Centerspielerin Natalie Brüning, die in Frankfurt ein Jobangebot in Aussicht hat, sähe es laut Liz Rhein sehr gut aus.

Doch das ist Zukunftsmusik. Erst einmal peilen die Falcons den größten Erfolg der Abteilungsgeschichte an. Dazu muss die Mannschaft von Jay Brown und Assistenztrainer Bernd Betz nicht aufsteigen. Sondern die Punktrunde möglichst als Spitzenreiter beenden und in den Playoffs, für die sich die ersten vier Teams qualifizieren, den Meistertitel der Südgruppe perfekt machen. Das ist auch das erklärte Ziel.

Um diesem Ansinnen einen Schritt näher zu kommen, würde den Falcons ein Sieg beim Tabellenvierten TS Jahn München gut zu Gesicht stehen. Dass die morgige Partie um 20 Uhr angepfiffen wird, kann derweil nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Nachdem die Bad Homburgerinnen auch in den Lockdowns ohne Coronafälle hatten durchspielen können, beeinträchtigt das Virus nun die Planungen der Mannschaft. Coach Jay Brown befindet sich wegen Corona-Infizierungen im familiären Umfeld in häuslicher Isolation, Gergana Georgieva würde für ihn am Samstag wieder einspringen.

Strikte Vorgaben des Ligaverbandes

Training fand in Browns Abwesenheit bisher aber lediglich am Dienstag statt. Am Mittwoch vermeldete Liz Rhein eine positiv auf Covid 19 getestete Spielerin, weshalb man entschieden habe, die abendliche Einheit lieber ausfallen zu lassen. Alles weitere ergibt sich jetzt durch die folgenden Testergebnisse der Mitspielerinnen. Die Vorgaben der DBBL seien strikt, erläutert Liz Rhein. Wenn sich noch acht gesunde und somit spielfähige Akteurinnen im Kader befänden, müsse gespielt werden. Corona hin, Corona her. "Eine zwiespältige Situation", meint die Team-Managerin.

Immerhin: Wenn die täglichen Testergebnisse - letztmalig am Samstagmorgen vor der Abfahrt - es zulassen, können die Falcons womöglich mit Elizabeth Klinker nach München aufbrechen. Der am Sonntag beim 77:45-Sieg gegen Weiterstadt angeschwollene Fuß der Topscorerin ist nur geprellt.

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