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Richtet seinen Blick aufs heutige Taunusderby gegen die Sportfreunde - und darüber hinaus: Jörg Loutchan, Trainer des FC Neu-Anspach.

Fußball, Spiel der Woche Hochtaunus

Loutchan vor dem Derby: "Wir haben eine super Entwicklung genommen"

FC Neu-Anspachs Trainer Jörg Loutchan empfängt mit seinen Spielern am Samstag um 18 Uhr die Sportfreunde Friedrichsdorf.

Alles neu macht die Sommerpause - diese auf den Fußball ein wenig abgeänderte Weisheit traf lange Zeit nicht auf den FC Neu-Anspach zu. Dort wurde stets kontinuierlich gearbeitet. Doch im vergangenen Sommer sah man sich nach einer äußerst durchwachsenen Vorsaison zu einem personellen Umbruch gezwungen. Die von Manager Michael Caspari, dessen künftigen Nachfolger Jérôme Lehmann und Trainer Jörg Loutchan neu gestaltete Mannschaft belegt nach 14 Spielen aktuell Platz sechs in der Gruppenliga.

Vor dem heutigen Derby gegen die Sportfreunde Friedrichsdorf (Anpfiff: 18 Uhr) unterhielt sich TZ-Reporter Robin Kunze mit Neu-Anspachs Trainer Jörg Loutchan - über den neuen Kader, den heutigen Gegner und die Stärke der Liga.

Herr Loutchan, wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Saison?

Sehr zufrieden. Wir haben eine super Entwicklung genommen. Es macht riesigen Spaß, mit den Jungs hier zu arbeiten. Am Anfang haben wir noch viele individuelle und auch mannschaftlich taktische Fehler gemacht, was aber nach dem Umbruch klar war. Manche Dinge müssen eben erst fruchten. Jetzt kommt die Zeit, in der es an die Reserven geht. Dem einen oder anderen würde ich gerne mal eine Pause geben, was aber angesichts unserer Verletzten leider nicht möglich ist.

Der Umbruch, der vor der Saison stattfand, hat sich also ausgezahlt?

Man kann schon sagen, dass wir jetzt eine gute Einheit haben. Dieses Gefühl hatte ich nicht, als ich letzte Saison hier angefangen und ausgeholfen habe. Das Team war in seiner Komfortzone, wie es Michael Caspari einmal formuliert hat. Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem man sagen kann: Die Spieler gehen auch über das Angenehme hinaus.

Viele hatten im Sommer die stärkste Gruppenliga Frankfurt West aller Zeiten prophezeit. Hält der Wettbewerb diesem Label stand?

Das mit "aller Zeiten" weiß ich nicht. Aber zumindest in den zurückliegenden zehn Jahren kann ich mich nicht daran erinnern, dass die Liga so ausgeglichen besetzt war. Fast jedes Team hat seine Stärken, zudem gibt es eine Spitzengruppe, in der eine Vielzahl an Mannschaften das Potenzial für die ersten beiden Plätze hat. Das Gleiche trifft auch auf unten zu. Von Platz zehn bis 17 sind es gerade einmal sechs Punkte.

Besteht die Überlegung, im Winter den Kader nochmals zu verstärken, um in die Spitzengruppe vorzudringen?

Nein, das will ich auch gar nicht. Wir haben ja schon einen großen Kader und natürlich besteht die Hoffnung, dass dieser irgendwann auch mal wieder voll zur Verfügung steht. Dann möchte ja jeder Spieler spielen, weswegen wir uns nicht einmal punktuell verstärken müssen. Ich möchte Konstanz schaffen und sehe in unserem jetzigen Kader noch Potenzial für nach oben in der Tabelle.

Gegen den heutigen Gegner, die Sportfreunde Friedrichsdorf, haben Sie bereits im Kreispokal gespielt. Ein Vorteil?

Dieses Spiel war für mich kein Maßstab. Weder wir noch Friedrichsdorf waren in Bestbesetzung. Natürlich möchte man auch im Pokal gewinnen. Priorität hat aber die Meisterschaft.

Können Sie trotzdem erahnen, auf welchen Gegner ihre Mannschaft heute trifft?

Ich habe sie während der Runde bereits spielen sehen, kenne ja zudem die meisten Spieler. Manchmal hinterlassen sie den Eindruck eines guten Pferdes, das nur so hoch springt, wie es muss. Das spricht aber auch irgendwie für die hohe individuelle Klasse, mit der die Sportfreunde zu den absoluten Topteams der Liga zählen. Gefühlt haben sie in einigen Spielen nur zwei Torschüsse, machen daraus dann aber vier Tore. Zudem zeigen sie gegen Gegner, die gut drauf sind, meist ihre beste Leistung.

Was glauben Sie: Wie wird das Spiel ausgehen, wenn Ihr Team die zuletzt guten Leistungen bestätigt?

Na, dann hoffe ich, dass wir drei Punkte holen. Bei unserer jungen Mannschaft schauen ja regelmäßig viele Eltern zu. Von denen habe ich bisher sehr positives Feedback bekommen. Da heißt es oft, man habe sich schon die ganze Woche auf das Spiel gefreut. Wenn das nach dem Spiel gegen Friedrichsdorf auch noch so ist, dann würde mich das sehr freuen. Ich erwarte aber in jedem Fall ein sehr enges Spiel.

Die Fakten zum Spiel

Das Hessenpokalspiel der Sportfreunde gegen Steinbach Haiger (0:5) hat Jörg Loutchan nicht gesehen. Von den Vorkommnissen während und nach der Partie hat er aber mitbekommen. Ein Vertreter der Sportfreunde hatte den Referee nach dem Abpfiff in der Kabine eingeschlossen. Den Sportfreunden wurden als Folge vier Gruppenliga-Punkte abgezogen. "Das finde ich schon heftig, da die Mannschaft für das Vergehen eines Einzelnen bestraft wird", sagt Loutchan, "andererseits ist der Verein dafür verantwortlich, wem er den Schlüssel zur Kabine überlässt." Mit dieser Bewertung geht SF-Sportchef Martin Schmidt "zu 100 Prozent d'accord. Wir wollen nichts schönreden. Die handelnde Person war Vereinsmitglied. In dem Moment haben wir eine Sorgfaltspflicht. Unser Team hat sich aber in keinster Weise was zuschulden kommen lassen." Nach der Trennung von Trainer Josip Coric und der Vier-Spiele-Sperre für "Co" Alexandros Theodosiadis fungiert heute Kapitän Rene Krieg als Mannschaftsverantwortlicher.

ROBIN KUNZE

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