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Dieser Kopfball von Maximilian Zuckrigl, der sich gegen Kian Marius Golafra durchsetzt, geht ganz knapp am Pfosten vorbei.

Fußball-Hessenliga

Die Luft wird dünn auf dem Reckenforst

In der Fußball-Hessenliga hat der TuS Dietkirchen auch das zweite Spiel binnen sieben Tagen gegen den SC Waldgirmes verloren. Das 2:3 bedeutete die siebte Niederlage hintereinander.

VON PATRICK JAHN

TuS Dietkirchen – SC Waldgirmes 2:3 (1:2). Als Jason Schäfer nach vier Minuten den ersten Warnschuss abgegeben hatte, bei dem sich SCW-Torhüter Ricardo Alpsoy durchaus mühen musste, war zu spüren, dass sich die Dietkircher Elf von Trainer Thorsten Wörsdörfer viel vorgenommen hatte. Allgemein bot das Treiben einige Torabschlüsse, ohne aber die ganz große Gefahr auszustrahlen. Für die Waldgirmeser, die meist ein Schrittchen schneller waren, vergab Robin Fürbeth die Führung, als er nach Steilpass von Enes Cinemre unter Bedrängnis an TuS-Keeper Raphael Laux scheiterte (8.). 

Dietkirchen erarbeitete sich nach 20 Minuten ein leichtes optisches Übergewicht, doch Dennis Leukels überraschter Abschluss nach Flanke von Marco Müller war zu harmlos (21.). Und doch passierte das, wonach sich die Platzherren sehnten – eine Führung: Kevin Kratz hatte eine Ecke auf den kurzen Pfosten geschlagen, wo Robin Böcher das Spielgerät per Kopf neben den Pfosten in die Maschen setzte – 1:0 (28.). Dann wurde es aber wieder bitter für den TuS: Nur vier Minuten später war Robin Fürbeth Nutznießer eines feinen Passes Enes Cinemres, den der Ex-Hadamarer sehenswert ins lange Eck zum 1:1 setzte (32.). Das Abwehrverhalten in dieser Szene durfte aus TuS-Sicht freilich als naiv bezeichnet werden. 

Und es kam noch schlimmer: Nach einer Ecke von Fürbeth reagierte Raphael Laux nach einem Schuss von Max Schneider glänzend, doch gegen den Abstauber von Oliver Schmidt war der Schlussmann machtlos – 1:2 (35.). Es war das alte Lied der letzten Wochen. Trotz des Rückschlags kamen die Dietkircher entschlossen aus der Kabine und waren gleich voll da. 

Nur sieben Minuten nach Wiederbeginn wurde ein Freistoß von Robin Böcher als Bogenlampe abgefälscht, die Nils Bergs aus kurzer Distanz über die Linie schoss. Das 2:2 gab der Wörsdörfer-Elf Auftrieb. Niklas Schmitt drosch die Kugel nach einer abgewehrten Ecke wuchtig Richtung Tor, doch Keeper Ricardo Alpsoy fischte das Spielgerät stark aus dem Winkel (55.). Statt Freude folgte nur Sekunden später auf der anderen Seite Katzenjammer. Nach einem verunglückten Torschuss vollstreckte Luis Stephan aus abseitsverdächtiger Position unter die Latte zum 2:3 (56.) – der nächste Tiefschlag. Waldgirmes, das spielerisch zumindest in der ersten Hälfte einen Tick reifer wirkte, ging fortan in den Verwaltungsmodus über. 

Dietkirchen rannte an, wurde aber zunächst nicht richtig zwingend. Erst in den letzten zehn Minuten, als der TuS alles auf eine Karte setzte, wurde es noch dreimal brenzlig. Maximilian Zuckrigls 16-Meter-Schuss flog knapp drüber, sein Kopfball rauschte um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei (79., 82.), und bei Robin Böchers strammem Freistoß von der Strafraumgrenze tauchte Ricardo Alpsoy ab und entschärfte den Schuss glänzend (85.). 

Als die resolute Schiedsrichterin Wiebke Schneider die Partie nach 94 Minuten beendete, war die siebte Pleite der Schwarz-Roten Gewissheit. Und wieder waren die Verantwortlichen der Reckenforstler um die Erfahrung reicher, dass auch dieses Spiel nicht hätte verloren werden müssen. 

Dietkirchen: Laux, N. Schmitt, Hautzel, Kratz, Leukel (82. Schmitz), Müller, Zuckrigl, Schäfer, Stahl, Bergs, Böcher – Waldgirmes: Alpsoy, Ter Jung, Schmidt, Golafra, Öztürk, Schneider, Stephan (89. Gashi), Siegel, Ciraci, Cinemre (85. Hörr), Fürbeth (71. De Bona) – SRin: Schneider (Birstein) – Tore: 1:0 Robin Böcher (28.), 1:1 Robin Fürbeth (32.), 1:2 Oliver Schmidt (35.), 2:2 Nils Bergs (52.), 2:3 Luis Stephan (56.) – Zuschauer: 170.

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