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Jennifer Walter (rechts, gegen die Niederin Laura Hesse) hatte mit ihrer Sindlinger Mannschaft einen schweren Stand.

Handball

HSG MainHandball verspielt Führung gegen den TSG Niederhofheim

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Das Bezirksoberliga-Derby zwischen den Damen der HSG MainHandball und der TSG Niederhofheim war neben dem Spitzenspiel das zweite Highlight des letzten Spieltages im Jahr 2018.

Zum Abschluss des Jahres trennten sich die beiden Kellerkinder mit einer für beide Seiten unbefriedigenden 21:21-Unentschieden. Die HSG Goldstein/Schwanheim II und der TV Hattersheim siegten.

HSG MainHandball – TSG Niederhofheim 21:21 (15:10). Nach den ersten 30 Minuten sahen die Gastgeberinnen schon wie der sichere Sieger aus. Die Spielgemeinschaft aus Flörsheim, Kelsterbach und Raunheim übernahm nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, in der sich der gastgebende Vorletzte und die Schlusslichter aus Niederhofheim abtasteten (7:7 in der 15. Minute) das Kommando. Während die Abwehr nur noch drei gegnerische Treffer in den zweiten 15 Minuten der ersten Halbzeit zuließ, trafen Anja Sterker (2), Rebecca Simon (2), Kaltrina Peci (2), Bianca Walther und Aliyah Lopes beinahe nach Belieben. So führten die MainHandballerinnen zur Pause verdient mit 15:10.

„Scheinbar wussten meine Mädels nicht, wie sie sich in einer solchen Situation verhalten sollen“, suchte Daniel Rossmeier nach Erklärungen für den Einbruch nach dem Seitenwechsel. Weil sie bisher nicht so oft in der Saison deutlich geführt hatte, agierte Main Handball in der Folge wie das Kaninchen vor der Schlange. „Da war keine Konzentration mehr, und wir konnten froh sein, dass Niederhofheim unsere Fehler nicht schon früher bestraft hat“, meinte Rossmeier.

In der 45. Minute führten die Hausherrinnen immer noch mit 19:13 und hätten die Sechs-Tore-Führung nur über die Zeit bringen müssen. „Wir hatten wieder sechs A-Jugendliche dabei, die wenig Erfahrung haben und zudem schon vorher in der Jugend-Bezirksoberliga aktiv waren“, suchte der Trainer der Gastgeberinnen nach Erklärungen. Für Niederhofheim traf Dilek Sevinc zwischen der 47. und 49. Minute gleich drei Mal und brachte ihr Team wieder auf 16:19 heran. In der 58. Minute glich Theresa Klein für die Gäste per Siebenmeter aus – 21:21. „Das war ärgerlich, wir konnten aber von Glück sprechen, dass die Gäste nicht sogar noch den Siegtreffer markiert haben. Die Chance dazu hatten sie am Ende sogar“, gab Rossmeier zu bedenken. Für die beiden Kellerkinder war die Punkteteilung ungünstig und hilft bei jeweils drei Punkten Rückstand auf Eschhofen/Steeden nicht weiter. Trotzdem wollen die MainHandballerinnen mit verbesserter Kondition und Physis und gleichbleibendem Personal, genau wie Niederhofheim, im Januar 2019 wieder angreifen.

MainHandball: Lopes 5/1, Walther, Simon, Schmunk, Peci, Sterker alle 3, Herrmann 1. Niederhofheim: Klein 7/5, Sevinc, Galesic beide 4, Forster 3, Richter 2, Eissfeldt 1.

TG Eltville – HSG Goldstein/Schwanheim II 23:36 (9:15). „Das war ein schöner Abschluss“, meinte Vanessa Biehn. Die Sprecherin der Gäste war vor allem über die Art und Weise des Sieges zum Abschluss des Jahres 2018 froh. „In den letzten Wochen haben wir zwar auch gewonnen. Die Leistung gegen Steeden und Kastel war aber nicht so souverän.“ Dieses Mal lief in Eltville aber alles gut zusammen. „Wir standen gut in der Abwehr und haben den Gegner zu vielen, technischen Fehlern gezwungen“, erklärte Vanessa Biehn. Im Zusammenspiel mit der starken Torfrau Alexandra Lehmann ließ die Verteidigung der Gäste in den ersten 13 Minuten nur drei Gegentreffer zu. Bei neun eigenen Toren ergab das eine entscheidende 9:3-Führung. „Wir haben im Abschluss eigentlich nie Schwäche gezeigt und es wurde zu keinem Zeitpunkt knapp“, analysierte Biehn. Nach der Rückkehr auf Rang drei blickt die Mannschaft aus Goldstein/Schwanheim auf ein starkes Spieljahr 2018 zurück. „Wir waren in 2017/18 schon gut dabei und wollen diese Leistung auch in dieser Saison bestätigen. Dafür sind wir voll im Soll“, schloss Biehn ihre Ausführungen. Personelle Veränderungen seien im Winter bei dem Team nicht geplant.

Goldstein/Schwanheim: Pfeiffer 7, Döppner 6, Rauschenberg, Wittchen je 5, Bednasch, Marschik, Landgrebe, Burhop je 3, Porceddu 1 .

SV Seulberg – TV Hattersheim 21:22 (7:11). „Das war eine starke kämpferische Teamleistung“, meinte Carola Hildebrandt nach dem versöhnlichen Jahresausklang. Einige Spielerinnen hatten vor der Reise nach Seulberg schon fleißig auf dem Hattersheimer Weihnachtsmarkt geholfen und waren deswegen nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Ob der 0:3-Rückstand nach vier Minuten damit zu erklären war, vermochte Hildebrandt nicht zu sagen. Die Hattersheimerin sah eher eine schwache Chancenverwertung und die löchrige Deckung in den ersten zehn Minuten. „Nach zehn Minuten waren wir dann besser eingestellt und haben das Spiel offen gehalten.“ Ab der 20. Minute zogen die Gäste dann davon und verdienten sich die 11:7-Pausenführung. Konzentriert und variabel im Angriff machten die Main-Taunus-Handballerinnen auch in Durchgang zwei weiter. Nach einer Zeitstrafe gegen Theresa Kleine kam Seulberg in Überzahl aber auf 13:14 heran (47.). „Gut, dass wir da mit Jasmin Langner und Alessa Küper die Nerven behalten haben“, lobte Hildebrandt die gute Reaktion zum 16:13. Auch in den hektischen, letzten beiden Spielminuten blieben die Hattersheimerinnen mental stabil und siegten deswegen auch verdient.

Hattersheim: Heim, Rödelbronn je 5, Langner 4, Eicke 3, Kleine, Kröck, Böhler, Neisius, Küper je 1.


Die SG Nied beendete die Negativ-Serie gegen den Nachbarn

Die Bezirksoberliga-Handballerinnen der SG Nied haben es geschafft. Zum Abschluss des Spieljahres und Start in die Rückrunde besiegte die Mannschaft von Jens Schulz den Tabellenführer und Angstgegner HSG Sindlingen/Zeilsheim in eigener Halle mit 20:18 (10:6).

„Das geht auch so in Ordnung“, stellte Jennifer Walter klar. Die beste Werferin der Hausherrinnen und gleichzeitige Sprecherin der HSG Sindlingen/Zeilsheim bescheinigte den Gästen aus Nied eine reife Leistung. „Sie haben 60 Minuten ihr Spiel durchgezogen und sind nicht eingebrochen. Das hatten wir bisher bei noch keinem Gegner“, meinte die Sindlinger Rückraumspielerin, „wir dagegen haben gerade in der ersten Halbzeit und auch in der Schlussphase die Chancen nicht genutzt. Wenn du in der ersten Halbzeit insgesamt nur sechs Tore wirfst, darfst du dich nicht wundern, wenn du verlierst“.

Nach dem 25:23-Sieg im Hinspiel starteten die Gastgeberinnen auch mit einer 1:0- und 2:1-Führung. Dann riss aber komplett der Faden, und Sindlingen/Zeilsheim verzweifelte an sich selbst und an der gegnerischen Torfrau Gloria Reuter. „Sie hat wirklich viele Chancen entschärft“, erklärte Jennifer Walter den 3:8-Rückstand nach 18 Minuten. Bis zur Pause gelangen noch drei weitere Treffer durch Siebenmeter von Walter, die leicht favorisierten Hausherrinnen lagen aber mit vier Toren Rückstand schon deutlich im Hintertreffen. „Wir haben es in der ersten Halbzeit versemmelt“, stellte Walter klar.

Da konnten sich derTabellenführer noch so sehr bemühen. Die Nieder Deckung hielt – und der Plan von Gästecoach Jens Schulz ging voll auf. „In den letzten zehn Minuten hatten wir nichts mehr zu verlieren und hätten rankommen können“, beschrieb die Sindlinger Sprecherin die Schlussphase. Auch hier versagten den Sindlingerinnen aber die Nerven vor dem Tor. So trug Nied den Sieg verdientermaßen davon und steht nach dem elften Saisonsieg bei einem Spiel weniger auf Rang zwei in Lauerstellung. „Wir trainieren den Winter über durch und werden auch personell alles beim Alten belassen“, meinte Walter. Einzig Saskia Winter fällt wegen einer Knie-Operation im neuen Jahr auf unbestimmte Zeit aus. Am 27. Januar geht es für Sindlingen/Zeilsheim gegen Niederhofheim weiter. Die SG Nied muss nach Bad Camberg.

Sindlingen/Zeilsheim: Walter 6/2, Schmidt, Dindar, Kutscher, Cantarero je 2, Weihe, Schultheiß, Neuberger, Pickel alle 1. Nied: Tamas 6 Tore, Otto 5, Hees 3, Walter, Welcher beide 2, Andresen, Hesse beide 1.



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