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Orange dominiert: VfB Ginsheims Alexander Scholz (Mi.) wird umringt von den Lohfeldenern Moritz Meuser (li.) und Mounir Boukhoutta.

Hessenliga

Das Mainzer Oktoberfest und die Folgen

Zwei Fußballer vereinsintern gesperrt, weitere wichtige Spieler verletzt – das konnte nicht gutgehen. Ein enttäuschender Hessenligist VfB Ginsheim unterliegt mit 1:4.

Die Verantwortlichen des Fußball-Hessenligisten VfB Ginsheim haben entschieden, Lukas Langenstein bis zur Winterpause vereinsintern zu sperren. In dieser Zeit steht es dem Torhüter frei, in der U23-Mannschaft zu spielen. Als Grund nannte Sportlicher Leiter Marcus Spahn gestern, dass Langenstein zum wiederholten Mal vor einem Spiel feiern gewesen sei, diesmal auf dem Mainzer Oktoberfest.

Da Kapitän Jörg Finger angekündigt habe, am Abend vor der gestrigen Partie gegen den FSC Lohfelden ebenfalls das Oktoberfest besuchen zu wollen, habe man auch ihn gesperrt – aber nur für das Lohfelden-Spiel. Mit Maximilian Thomasberger, im Abschlusstraining am Donnerstag umgeknickt, fehlte ein weiterer Abwehrspieler. Die 1:4-(1:3)-Niederlage, die der VfB gestern bezog, kam also nicht von ungefähr.

Zumal sich nach acht Minuten auch noch Jonas Dawit beim Versuch, den Ball wegzuschlagen, das Knie verdrehte. Der 19-jährige Verteidiger konnte nicht mehr weiterspielen. Er ließ sich sogleich im Krankenhaus untersuchen, die Diagnose steht noch aus. „Jonas ist ein Spieler, der sehr wichtig für uns ist“, sagte Trainer Artur Lemm: „Seine Art und Weise, seine Einstellung haben uns gefehlt.“

Trotz dieses Rückschlags begann es verheißungsvoll für den VfB, denn Nils Fischer verwertete einen Foulelfmeter, von FSC-Kapitän Roy Keßebohm an dem Stürmer verursacht, zum Führungstreffer in der 10. Minute. „Das 1:0“, sagte Sportlicher Leiter Marcus Spahn, „hätte uns eigentlich Sicherheit geben müssen“. Aber dieser Zustand hielt nur vier Minuten. Dann legte Marvin Wagner Lohfeldens Janik Szczygiel, und Enis Salkovic traf vom Elfmeterpunkt.

Kurios das Zustandekommen der Gästeführung. Der VfB fing einen Angriff ab, gab den Ball aber wieder her, weil sich kein Weiß-Blauer für die herrenlos daliegende Kugel zuständig fühlte. Dieses Geschenk nahmen die Lohfeldener gerne an: Ein Pass zu Nasuf Zukorlic, ein Dribbling, ein Schuss – 1:2 (34.). Ein weiterer unnötiger Ballverlust, wieder trefflich bestraft von Zukorlic, führte drei Minute vor der Pause gar zum 1:3.

„Die Lohfeldener“, so Lemm, „waren wacher als wir im Gegenpressing. Sie haben viele zweite Bälle gewonnen.“ Er sah insbesondere in der ersten Hälfte ein Einstellungsproblem bei den Seinen. Nach der Pause hielt ein bemühter VfB dagegen, doch der Lemm-Elf fiel arg wenig gegen die stabile FSC-Defensive ein. Die Nordhessen indes waren immer wieder mit Kontern gefährlich. In der Nachspielzeit schloss Admir Saric einen solchen Gegenstoß zum 1:4 ab. Lemm: „Das war ein gebrauchter Tag für uns.“

VfB Ginsheim: Erb – Wagner, Dawit (8. Petri), Lukas Manneck, Fischer, Fisch, Kizilgöz (46. Geisler), Ishii, Lee, Amoako (46. Scholz), Eren.

Tore: 1:0 Fischer (10./FE), 1:1 Salkovic (14./FE), 1:2/1:3 Zukorlic (34./42.), 1:4 Saric (90+2.).

SR: Angermaier (Bad Camberg). – Zuschauer: 150.

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