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Maksim Grebnev

Tischtennis, 1. Bundesliga

Maksim Grebnev hat seine Feuertaufe bestanden

  • vonStefan Fritschi
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Gegen Timo Boll zeigte Debütant Maksim Grebnev gleich, wie wertvoll er für den TTC OE Bad Homburg in der Tischtennis-Bundesliga sein kann. Wer ist dieser blonde Wirbelwind? Wir stellen den 18-Jährigen vor.

Ober-Erlenbach – Eine größere Ehre und zugleich Herausforderung konnte es bei seinem Debüt in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) für Maksim Grebnev nicht geben. Der auf der Weltranglistenposition 558 geführte 18-jährige Russe traf auf Timo Boll, die Tischtennis-Ikone Deutschlands und einer der besten seines Fachs. „Ich wollte unbedingt gegen ihn spielen“, betont Grebnev, denn durch den Südhessen habe er den Zugang zu dieser Sportart richtig gefunden.

Zwar ging Grebnev erwartungsgemäß als Verlierer vom Tisch, doch konnte der Neuzugang des Bundesliga-Aufsteigers TTC OE Bad Homburg bei der 0:3-Niederlage gegen den Rekordmeister Borussia Düsseldorf dem Heroen zwei Sätze abnehmen – und dies mit couragierter Spielweise auch verdientermaßen.

"Frei von jeglicher Nervosität"

Das, was er in diesem eigentlich ungleichen Duell bisweilen zeigte, zeichnet den Osteuropäer auch aus. „Ich setzte auf die offensive Spielart, denn das entspricht meinem Naturell. Das nächste Mal versuche ich es wieder, gegen Timo zu gewinnen“, sagt Grebnev, der aus Podporoschje stammt, einer Kleinstadt aus der Region Sankt Petersburg. Vom Geschäftsführer Mirko Kupfer gab es lobende Worte: „Er war frei von jeglicher Nervosität, die man ja eigentlich haben dürfte – nicht nur wegen des ersten Einsatzes in der TTBL, sondern auch gleich gegen Boll zu spielen.“

Grebnevs Wunsch war es, so rasch wie möglich in der höchsten Spielklasse mitzuwirken. Vergangene Saison schlug er als Nummer eins noch für den Zweitligisten Fortuna Passau auf – und traf auf seinen jetzigen Club. Beide Partien verloren die Bayern aus der Dreiflüssestadt mit 1:6; Grebnev verlor zweimal das Spitzenduell mit Harmeet Desai knapp und gestaltete die Bilanz mit seinem aktuellen Teamkollegen Rares Sipos ausgeglichen.

Mazunov als Lehrmeister

Die Offerte aus Bad Homburg nahm er dankend an, zumal es zur Zusammenführung mit seinem russischen Doppelpartner Lev Katsman kam – bisher müssen die U18-Doppel-Vizeweltmeister (2018) und zweifachen U18-Doppel-Europameister (2018/2019) auf einen gemeinsamen Auftritt für den TTC OE aber noch warten. Grebnev und Katsman sehen sich nicht nur bei Pflichtspieleinsätzen. Sie gehören der Trainingsgruppe des aufstrebenden Bundesligisten TTC Neu-Ulm an. Dort ist der ehemalige russische Nationalspieler Dimitrij Mazunov der Cheftrainer. Der 49-Jährige spielte lange Zeit in der Bundesliga, wurde mit den TTF Ochsenhausen Meister und Europapokalsieger (im ETTU-Cup).

Grebnev eifert Mazunov nach. „Ich will so schnell wie möglich ein fester Bestandteil der russischen Nationalmannschaft werden“, stellt er als Hauptziel heraus. Weltmeisterschaften und Olympische Spiele könnten folgen. Dass er noch an sich arbeiten muss, ist ihm bewusst. „Mein Rückschlagspiel versuche ich zu verbessern, auch meine Technik. Außerdem muss ich mental noch stärker werden“, sagt Maksim Grebnev. Um Fortschritte zu machen, legt er pro Trainingstag zwei Schichten ein. Das nächste Match gegen Boll kann also kommen.

Am Sonntag kommt es zum Hessen-Derby

TTC Fulda-Maberzell gegen TTC OE Bad Homburg am Sonntag um 13.30 Uhr – es ist das erste hessische Duell auf höchster Ebene seit Jahren. In der Saison 2011/12 trafen zuletzt zwei Clubs aus dem Bundesland in der Bundesliga aufeinander: Fulda-Maberzell und die TG Hanau. Während sich die TGH als Sechstplatzierter dann aus finanziellen Gründen zurückzog, gehören die Osthessen zum Inventar der TTBL. Irgendwie entwickelten sich die Maberzeller zum ewigen Zweiten: So verlor der TTC alle Endspiele um die deutsche Meisterschaft (2014, 2015, 2017) als auch alle Pokalfinals (2013, 2014, 2015, 2016) – der Gegner hieß immer Borussia Düsseldorf. Aktuell läuft es nicht so rund für die Fuldaer mit dem neuen Spitzenspieler, dem zweifachen nigerianischen Olympia-Teilnehmer Quadri Aruna (32), Dauerbrenner Ruwen Filus (32) und Fan Bo Meng (20). Alle vier Auswärtspartien wurden verloren, daheim konnten Werder Bremen und der 1. FC Saarbrücken mit 3:2 bezwungen werden.

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