+
Torjäger Christian Aulich konnte dem FC Mammolshain zuletzt nicht helfen. Er ist noch im Urlaub.

Fußball

FC Mammolshain/SG Schneidhain: Alleine wird’s immer schwerer

Der FC Mammolshain kennt das Problem, die SG Blau-Weiß Schneidhain auch. Spielerpässe sind genügend vorhanden. Viele Kicker erscheinen zu den Spielen aber nur unregelmäßig.

Ein Schelm, wer Böses denkt: Ausgerechnet gegen den bisherigen Tabellenführer SG Eschbach/Wernborn zog A-Ligist FC Mammolshain am Sonntag zurück. „Ich weiß, wie das vielleicht auf manche wirken mag“, sagt Trainer Vartan Akkus, „wir nehmen lieber das 0:3 am grünen Tisch hin, als gegebenenfalls sieben, acht oder neun Stück eingeschenkt zu bekommen. Aber so war es nicht.“

Die Wahrheit ist: Dem Coach fehlte vor dem Wochenende der Überblick, welche seiner Spieler überhaupt zur Verfügung stehen. Am Donnerstag ließ er gegen die SG Eintracht Feldberg (0:3) bereits eine Not-Elf auflaufen, danach meldeten sich weitere Spieler fürs Wochenende ab. Neben berufs- und krankheitsbedingten Absagen gab es dafür auch weniger überzeugende Begründungen. „Vom fünften Geburtstag des Hamsters bis zur kalbenden Kuh war so gut wie alles dabei“, scherzt Akkus zwar. Aber die Situation schlägt auch dem sonst so besonnen Fußballlehrer aufs Gemüt.

Vor zwei Wochen absolvierte Akkus in Grünberg den Lehrgang, der ihm die B-Lizenz einbrachte. „Da werden dir dann richtig coole Übungseinheiten gezeigt, die aber allesamt auf Minimum zwölf Spieler ausgelegt sind“, berichtet er, „das bringt dir nix, wenn du regelmäßig nur sieben oder acht Spieler im Training hast.“

Die Personalnot in der Ausprägung vom Wochenende und die daraus resultierende Spielabsage sollen eine „einmalige Sache“ bleiben. Wirklich aus dem Vollen wird Akkus aber auch künftig nicht schöpfen können. Der Vorstand wurde spät im April gewählt, und erst danach konnte die Spielersuche beginnen – in einer Zeit, in der weniger Spielermaterial verlässlich zur Verfügung steht.

Vielen Vereinen geht es in personeller Hinsicht ähnlich, weswegen Zusammenschlüsse, Fusionen und Spielgemeinschaften immer häufiger diskutiert werden. So auch beim FC Mammolshain.

Vor der Saison gab es Kontakt mit Kreisoberligist SG Blau-Weiß Schneidhain. „Wir haben lose Gespräche geführt und gleichzeitig beim Verband nachgefragt, ob eine Spielgemeinschaft auf Zeit möglich ist“, berichtet Akkus. Der Verband verwies allerdings auf eine bereits verstrichene Meldefrist und ließ in der Folge nicht mit sich reden. „Da heißt es einerseits, man müsse den Amateurfußball stärken, andererseits lässt sich eher ein Amboss verbiegen, ehe von seltsamen Statuten abgesehen wird“, ärgert sich Akkus.

Hintergrund seines Frustes ist die Meldefrist für Spielgemeinschaften. Diese müssten bis zum 1. Juni vollzogen sein. Die Abmeldephase beginne erst am gleichen Tag, so dass Vereinen die Felle (Spieler) davonschwimmen, wenn die Frist eines Zusammenschlusses bereits verstrichen ist.

Wir sind auch weiterhin gesprächsbereit“, erklärt Dietmar Möser von der SG Schneidhain. Eine Fusion aller Stadtteilclubs zu einem neuen Verein, wie vom 1. FC-TSG Königstein seit einer Weile angestrebt, werde es sehr wahrscheinlich nicht geben. Eine SG auf Zeit mit dem FCM sei aber durchaus denkbar, denn auch in Schneidhain wird es zunehmend schwieriger, den Meldebogen zu füllen. „Ich habe zwar aktuell 52 spielberechtige Spieler für die 1. und 2. Mannschaft“, verrät Möser, „aber wer von ihnen dann am Sonntag auch da ist, steht auf einem anderen Blatt.“

Gut möglich also, dass sich die Nachbarn aus Schneidhain und Mammolshain bald zusammentun. Widerstand gibt es in beiden Vereinen. „Um überleben zu können, müssen wir aber bald etwas unternehmen, sonst klappt das alles nicht mehr“, meint Möser.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare