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Mara Guth genießt als Bundeskader-Spielerin einen Sonderstatus und trainiert seit Ende April wieder auf der Usinger Tennisanlage.

Tennis, Corona-Krise

Mara Guth ist im Taunus die Vorreiterin

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Nationalspielerin Mara Guth befindet sich in Usingen wieder im Tennistraining. Masken trug sie bereits im Januar, als an Corona noch keiner dachte.

Als Maskenträgerin bringt Mara Guth schon Erfahrung mit. Es fühlt sich angesichts der quälend langen Corona-Pandemie schon wie eine halbe Ewigkeit an, ist tatsächlich aber nur wenige Monate her, dass die 16 Jahre alte Nationalspielerin aus Merzhausen schon einmal einen Mund-und-Nasen-Schutz trug.

Damals, Mitte Januar, sorgten die Busch- und Waldbrände in Australien für Schlagzeilen, und Guth wollte am anderen Ende der Welt nicht nur einfach mal Tennis spielen. Das Ausnahmetalent aus dem Taunus wollte ihren ersten Einsatz bei einem Grand-Slam-Turnier nicht verpassen. Und sie und nahm dafür wie viele andere Tennis-Profis im australischen Sommer die Gesundheitsgefährdung durch die schlechte Luft in Kauf.

Mara Guth (Bildmitte) im Januar am Rande der Australian Open in Melbourne.

Gespielt hat sie bei ihrer Erstrunden-Niederlage während des Jugendturniers in Melbourne ohne Maske, trug sie aber außerhalb des Tennis-Courts. "Eine aus der Zeit hat sie sogar noch übrig, die kommt jetzt hier wieder zum Einsatz", lächelt ihr Vater und Manager Michael Guth. Wer hätte das zu Beginn des Jahres gedacht?

Als erste Sportlerin im Hochtaunus hat seine Tochter vor gut zwei Wochen sportartspezifisches Training wieder aufgenommen. Durch ihren Bundeskader-Status erhielt sie eine Sondergenehmigung, derzeit schlägt sie sich auf der Anlage des Usinger THC täglich zwei Stunden mit ihrem Trainer Carlos Tarantino die Bälle zu.

Das ist natürlich nicht alles. Gleich nach dem Lockdown hatte Mara Guth vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) einen Trainingsplan erhalten, an den sie sich jeden Tag orientierte. Sie absolvierte Krafttraining, Sprints, Dauer- und Bergläufe. Eines ihrer Workouts hat sie sogar gefilmt, via Instagram gestreamt und mehr als 1000 Klicks geerntet.

Als es mit dem Tennistraining wieder losging, hätte sie auch an einem Lehrgang am Bundesstützpunkt teilnehmen können. Wegen der umfangreichen Herausforderung im Homeschooling entschieden ihre Eltern aber, dass es besser ist, die Tochter zu Hause betreuen zu können. Das tägliche Training ist ja auch so gesichert.

Hoffen auf Turniere für Spitzenspieler

Man hört Papa Michael Guth dieser Tage nicht klagen. Aber schade sei es schon für seine Tochter, derzeit auf Rang 56 der Junioren-Weltrangliste, 2020 wahrscheinlich nicht die Premiere bei den Jugend-Grand-Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon und New York zu erleben. Andererseits bekäme sie dann im nächsten Jahr vermutlich eine weitere Chance. "Für Talente des Jahrgangs 2002 ist das richtig traurig, die sind dann zu alt", weiß Guth.

Viel realistischer für dieses Jahr ist die Teilnahme an der Turnierserie, die der DTB ab Juni in deutschen Städten für die Elite von 32 Herren und 24 Damen-Profis auflegen will. Weiterhin sei auch noch denkbar, in der Hessenliga für den TC Bad Vilbel anzutreten. Und wenn die Medenrunde tatsächlich im neuen Corona-Modus anläuft, auch im Jugend-Team ihres Heimatvereins Usinger THC.

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