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Marco Häfner hat zwei Pokalsiege in Aussicht

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Von: Thorsten Remsperger

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Dürfte im Pokalfinale heute Abend öfters im Mittelpunkt stehen: Bad Homburgs Torwart Marco Häfner.
Dürfte im Pokalfinale heute Abend öfters im Mittelpunkt stehen: Bad Homburgs Torwart Marco Häfner. © Heiko Rhode

Am Mittwochabend um 20 Uhr fordert die SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg die Sportfreunde Friedrichsdorf im Kreispokalfinale heraus. Für den Torwart des Außenseiters ist es der Beginn von speziellen sieben Tagen.

Bad Homburg -Wenn am heutigen Mittwoch um 20 Uhr im Sportzentrum Nord-West (Usinger Weg) die Fußballer der Spielvereinigung 05/99 Bad Homburg die Sportfreunde Friedrichsdorf herausfordern, dann ist das viel mehr als ein Kreispokalfinale zwischen David und Goliath. Es spielen das derzeit bestplatzierteste Team aus dem Hochtaunus, der ambitionierte Gruppenligist aus Friedrichsdorf, und der Club mit der glorreichsten Vergangenheit gegeneinander.

Die "Nullfünfer", deren Vorgängerverein es bekanntlich viermal bis ins Finale um die Deutsche Amateurfußball-Meisterschaft schaffte (und dieses 1973 auch gewann), sind im Hochtaunus mit 13 Titeln immer noch der Rekordpokalsieger. Allerdings datiert der letzte dieser Erfolge aus dem Jahr 1998. Die finanzkräftigen Sportfreunde können als zweimaliger Cupsieger derweil auf den dritten Finaleinzug binnen vier Jahren verweisen.

So weit blicken die Verantwortlichen des Herausforderers freilich nicht zurück. "Es ist eine super Saison für uns im Verein", sagt Trainer Ralf Haub, der als Spieler der Bad Homburger die Trophäe schon mehrmals in den Händen hielt. Der frühere Torjäger verweist auf die Erfolge der 2. Mannschaft (B-Liga-Meister) und A-Jugend (Kreispokalsieger). Aber auch sein Team überzeugt in der Kreisoberliga (derzeit Tabellenvierter) und kann im Pokal als echter Favoritenschreck gelten: Mit KOL-Spitzenreiter SG Ober-Erlenbach (4:1) sowie den Gruppenligisten Usinger TSG (5:3 nach Verlängerung) und DJK Bad Homburg (4:2) haben die Nullfünfer nacheinander "Hochkaräter" aus dem Wettbewerb geworfen.

Seinen Nachfolger hat er schon verpflichtet

"Bei uns wächst gerade etwas zusammen, die Tendenz ist deutlich steigend", freut sich auch Marco Häfner. Der Mann ist nicht nur Sportlicher Leiter des Senioren-Bereichs, er spielt auch selbst mit. Als Torwart hilft Häfner nach der Trennung von Mihailo Krsmanovic (aus disziplinarischen Gründen) seit Mitte März nochmals aus.

Das Kreispokalfinale dürfte jedoch eines der letzten "großen Spiele" des Berkersheimers sein. Mit fast 40 Jahren wolle er bald wieder Jüngeren Platz machen. "Ich passe nicht mehr in unser Konzept", sagt er. Der Verjüngungsprozess in den Senioren-Teams - mit derzeit viel Einsatzzeit für eigene Talente - solle fortgeführt werden. Seinen Nachfolger hat er quasi selbst schon verpflichtet: Mike Itter vom FSV Friedrichsdorf. Auch auf den A-Jugendlichen David Scherer und Alessandro Casati aus der 2. Mannschaft könne man bauen.

An der Sandelmühle, das unterstreicht Häfner, zählten mannschaftliche Geschlossenheit und Spieler mit gutem Charakter inzwischen mehr als Einzeldarsteller. Ein solcher ist auch Häfner nicht. Heute Abend aber wird er - wohl oder übel - im Fokus stehen.

Erst in London, bald in Sevilla

"Ich gehe davon aus, dass ich ein paar Bälle aufs Tor bekomme", schmunzelt der Keeper mit dem kahl geschorenen Haupt, der seit 2017 im Verein ist - einem Club, der ihm "mit dem Ganzen drumherum super gefällt". Fast so gut wie Eintracht Frankfurt, die er als Fan begleitet (zuletzt auch in London gegen West Ham United).

Für Marco Häfner persönlich bricht also eine spezielle Woche an: Zunächst könnte er erstmals den Hochtaunus-Kreispokal gewinnen. Und nächsten Mittwoch mit der Eintracht den Europa-League-Titel bejubeln. Im Finale gegen die Glasgow Rangers wird er "seinem Kollegen" Kevin Trapp die Daumen drücken - und in Sevilla im Fanblock seinen Herzensverein kräftig anfeuern.

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