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Seit Sommer beim TV Burgholzhausen: Marius Walz.

Interview

Marius Walz: "Wir benötigen das eine Jahr Umbruch"

Seit dem Sommer ist Marius Walz der neue Trainer des TV Burgholzhausen. Mit dem Engagement beim B-Ligisten schließt sich für den 49-Jährigen ein Kreis, denn seine erste Trainerstation war von Januar bis Dezember 2010 ebenfalls der TVB. Auch als Spieler war er dort bereits aktiv. Nun soll er als Übungsleiter der zuletzt stagnierenden Mannschaft neues Leben einhauchen. Vor der Partie gegen Tabellenführer FSV Steinbach (Samstag, 16 Uhr) sprach Walz mit TZ-Sportreporter Robin Kunze über seinen Zwei-Jahres-Plan, seine Erfahrungen als Jugendtrainer und den kommenden Gegner.

Vor der Partie gegen Tabellenführer FSV Steinbach (Samstag, 16 Uhr) sprach Walz mit TZ-Sportreporter Robin Kunze über seinen Zwei-Jahres-Plan, seine Erfahrungen als Jugendtrainer und den kommenden Gegner.

Herr Walz, mit welchem Ziel sind Sie den Trainerposten beim TV Burgholzhausen angetreten?

MARIUS WALZ: Im ersten Jahr wollen wir hier neue Strukturen schaffen, einen frischen Wind reinbringen. Der Leistungssport soll wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, zunächst unabhängig von der Tabellenplatzierung. Wir würden gerne oben mitspielen, aber der Aufstieg spielt keine Rolle, Im zweiten Jahr ist er dann aber zwingend notwendig. Wir benötigen allerdings das eine Jahr Umbruch, da hier zuletzt viel eingeschlafen ist.

Spielen Sie damit auf die Einstellung der Spieler an?

WALZ: Ja. In der Vergangenheit war privat immer irgendetwas wichtiger als zweimal in der Woche ins Training zu kommen. Da hieß es fünf Tage vor dem Spiel, dass dringend noch eine Hausarbeit geschrieben werden muss. So was weiß man als Student doch schon Wochen vorher. Wir werden den Kader wohl auch noch weiter personell verändern müssen, um die benötigte Mentalität zu bekommen.

Spielen auch sportliche Aspekte bei künftigen Neuzugängen eine Rolle?

WALZ: Da geht es zunächst überhaupt nicht ums Sportliche. Wir wollen gute Jungs dazu bekommen, die gerne zweimal in der Woche beschäftigt werden möchten und am Wochenende Bock darauf haben, in einem guten Umfeld Fußball zu spielen. Diese Spieler dürfen gerne auch im Alter von 18 oder 19 Jahren sein. Nur Geld werden wir nicht zahlen, denn das haben wir nicht.

Fällt es Ihnen als ehemaliger Jugendtrainer und Inhaber der DFB-Elite-Jugend-Lizenz leichter mit jungen Spielern zu arbeiten?

WALZ: Nicht zwingend. Es ist am Ende eine Charakterfrage und keine Altersfrage. Mir ist egal, ob jemand 35 ist, solange er nach wie vor lernwillig ist. Häufig ist die Lernbereitschaft bei jüngeren Spielern allerdings naturbedingt höher.

Das heißt, die Teenager hören auch heute noch der Respektsperson „Trainer“ zu und setzen um, was Sie anregen?

WALZ: (schmunzelt) Also, 15 oder 16 ist schon manchmal ein recht böses Alter. Das habe ich im meiner Zeit als Jugendtrainer beim FC Neu-Anspach erlebt. Über weite Strecken lief es gut und da wir in der Verbandsliga waren, haben sich die Jungs auch sehr ehrgeizig gezeigt. Wenn dann aber die erste Freundin ins Spiel kommt oder es Stress zu Hause gibt, weil sich etwa die Eltern trennen, dann läuft der eine oder andere schon mal aus dem Ruder. Das ist aber die Ausnahme.

Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf in der B-Liga?

WALZ: Bisher lief es sehr durchwachsen. Wir hatten gute Spiele und wir hatten Katastrophen-Spiele, da ist die Schwankung doch noch sehr extrem. Die Spieler müssen sich noch an die neuen Trainingsmethoden gewöhnen, die intensiver und vielleicht auch anspruchsvoller sind, als es zuletzt hier der Fall war. Mit der Einstellung bin ich bisher zufrieden, mit den Ergebnissen nicht.

Rechnen Sie sich etwas gegen Tabellenführer FSV Steinbach aus?

WALZ: Die werden sicherlich eine Hausnummer. Wir haben leider personell einige Probleme, aber das soll nicht als Ausrede dienen, denn diese Sorgen haben andere Vereine auch. Wir wollen es Steinbach schwer machen und die Punkte bei uns behalten, gehen aber mit dem Wissen ins Spiel, dass wir wohl den künftigen Meister vor der Brust haben.

Auf welches Ergebnis tippen Sie?

WALZ: (schmunzelt) Sie haben bisher gegen Bommersheim und gegen Eintracht Oberursel II jeweils 2:3 verloren, also sage ich, dass wir 3:2 gewinnen. Sie scheinen im Moment durchaus verwundbar und das wollen wir nutzen.

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